Von wegen nur Nippel bei Friends – wir treten den Gegenbeweis an. Mit der Macht von Open Source!

Glaubt man dem Internet, war die Serie Friends im Wesentlichen eine Bühne für das Nippel-Trio Rachel, Monica und Phoebe – ein Meme, eine böse Unterstellung, Pubertierenden-Fantasie? Nein, Fake News! OpenCV ist eine Open-Source-Bibliothek für die Bildverarbeitung, die so ziemlich alles kann, vom Zeichnen von Linine, über Gauß-Filter, bis hin zu komplexen Dingen wie HDR oder Gesichtserkennung. Und was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?

Multitalent OpenCV

OpenCV ist wirklich ein wahres Multifunktions-Wunderwerk und kann nur jedem ans Herz gelegt werden, der etwas mit C++, Python, C, Java, Matlab oder auch C#, Ch, Perl, Haskell sowie Ruby anfangen kann. Man kann mit OpenCV beispielsweise in nur 8 Zeilen einen Webcam-Viewer bauen und mit weniger als 100 Zeilen Python-Code eine funktionsfähige Gesichtserkennung programmieren (was ganz nebenbei wirklich erschreckend einfach ist …). Aber unseren Beweis der Nippelunwichtigkeit könnt Ihr auch ohne jegliche Programmierkenntnisse nachspielen. Für Windows gibt es ein Programm namens OpenCV Demonstrator, das einige Beispielanwendungen präsentiert.

Zu den vielen Dingen, die die Bibliothek kann, gehört auch das Erkennen von „Points of Interest“. Das wird vor allem genutzt, um korrespondierende Punkte in zwei Bildern auszumachen, beispielsweise um sie miteinander zu einem Panorama zu vernähen. Wählt dazu einfach in der Oberfläche des Demo-Programms den Punkt Object detection/Corner – interest Point detection und wählt über den Button Configuration ein beliebiges Bild aus. Alles, was „interessant“ ist, wird nun mit einem roten Punkt hervorgehoben.

opencv demonstrator

Der OpenCV Demonstrator zeigt nur einen kleinen Teil der Fähigkeiten – und nutzt eine alte Version!

Nippel nur nebensächlich

Aber gut, Ihr wollt bestimmt endlich Nippel: Das wohl populärste Bild zur Untermauerung des schäbigen Memes zeigt Rachel im weißen Top – und ja, wenn man denn der Wissenschaft halber genauer hinschaut, kann man den Corpus Delicti tatsächlich erkennen. Lädt man aber nun das Bild im OpenCV Demonstrator in die „Interesting Points“-Demo und stellt die Anzahl der Punkte auf Null, kann man den Gegenbeweis antreten: Setzt man die Punkte stufenweise wieder hoch, wird der erste rauchende Colt erst mit Punkt Nummer 90 belegt! Es gibt also selbst im populärsten Beispielbild 89 interessantere Dinge als Nippel! Am Friends-Set war es eben einfach nur kalt, Ihr Perversen!

rachels nippel in opencv

Ist doch schön, wenn Open Source Software den Ruf einer Sitcom retten kann ;)

P.S.: Aber mal ernsthaft, es lohnt sich, OpenCV über die Demo mal auszuprobieren. Wenn Ihr eine Webcam anschließt, könnt Ihr auch aus dem Stehgreif Gesichts- oder Augenerkennung durchführen oder bewegte Objekte tracken!

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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Bei Friends ging es nicht um Nippel!

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