Puppy Linux ist ein Klassiker unter den Leichtgewichten und läuft komplett im RAM. Dennoch gibt es eine extrem umfangreiche Ausstattung! Und etliche Pups.

Puppy Linux steht schon seit 13 Jahren für eine leichtgewichtige, eigenständige Linux-Distri. Das Besondere: Es lädt sich komplett in den Arbeitsspeicher – und reagiert entsprechend flott. Da es lange her ist, freue ich mich auf ein Wiedersehen. Lange her ist’s, weil mir doch ein Anlass fehlte, Puppy irgendwo längerfristig zu nutzen. Dabei ist es für Uralthardware nahezu perfekt.

Über Linux-Distri-Impressionen

Ausführliche Infos: Quartett-Artikel und Distri-Impressionen-Übersicht. Hier nur ganz kurz zur Einordnung: Die Distri-Impressionen sind für das Quartett quasi „nebenher“ entstanden und sind keine tiefschürfen oder technischen Analysen. Es geht hier um das, was mir bei Installation, Einrichtung und Herumspielerei mit Desktop, Einstellungen und Tools aufgefallen ist. Was mich langweilt, was mich begeistert.

puppy

OS im RAM? Das verspricht jede Menge Speed!

Puppy mit JWM

Die Installation ist nicht so aufpoliert wie bei der moderneren Konkurrenz, aber der aufmerksame Nutzer kann sich durchklicken – wer nebenbei fernsieht, muss es zweimal machen … Aber sei’s drum: Irgendwann läuft es und bootet in sehr sehr guten 30 Sekunden, inklusive installierter Gast-Erweiterungen für VirtualBox, aber leider ohne Vollbild. Der Desktop reagiert nach wie vor flott und offenbart Überraschendes: Eine proppenvolle Ausstattung! Im Übrigen handelt es sich natürlich nicht um einen komplette, traditionelle Desktop-Umgebung, sondern um den Fenstermanager Joe’s Window Manager (JWM).

Ganz kurz: Eigentlich ist Puppy nicht nur dieses eine Puppy, sondern eine ganze Sammlung unterschiedlich ausgeprägter, sagen wir Varianten. Bei Puppy heißen sie Pups, und da gibt’s auch wieder Unterschiede – muss man erstmal durchsteigen. Jedenfalls gibt es auch Dinge wie Puppy Arcade, eine Spezial-Distri als Grundlage für’s Retro-Gaming. Aber egal.

xenialpup

Xenialpup will in der VM partout nicht im Vollbild laufen – schade eigentlich.

Wieder zum Desktop: Es wimmelt hier nur so von Tools, inklusive eigenem Paketmanager. Einige kennt man, die meisten eher nicht, aber es ist im Grunde alles dabei, was man sich so wünscht. Wenn auch oft in eher abgespeckter Version. Puppy (hier übrigens Xenial Puppy) will ein System für Jedermann sein und ist es auch. Es werden die Ubuntu-Xenial-Pakete unterstützt, der Paketmanager funktioniert gut, man kann also ordentlich nachrüsten. Und die Bedienung mag standardmäßig kein Eye-Candy sein, ist aber intuitiv. Und wenn man ein altes Netbook oder dergleichen mit einem vollwertigen Desktop-Linux betreiben will, ist Puppy auch für Otto Normalverbraucher eine interssante Alternative.

Selbst der Netzwerkdrucker wird anstandslos gefunden und per Klick installiert. Und zwar über das CUPS-Web-Frontend, das beim eigentlich tollen Antergos noch versagt hat. Je länger ich mit Puppy spiele, desto besser gefällt’s mir. Und trotz der rekordverdächtig umfangreichen Ausstattung, ist das finale Festplatten-Image nach der Installation keine 600 Megabyte groß – die nächst größten sind Android-x86 mit 3,2 und Bodhi Linux mit 3,5 Gigabyte. Das ist mal ein Unterschied.

Und wenn man sich dann noch die vielen Pups anguckt, ja, dann ist Puppy wohl ein Linux für jeden. Dem normalen Windows-Umsteiger würde ich als normales PC-System dennoch jederzeit eher zu Ubuntu, Mint, Fedora, OpenSuse und eingen anderen raten. Aber Puppy ist in seiner Nische ziemlich konkurrenzlos. Alte Hardware ist damit teils schneller als moderne mit einem Windows 10 …

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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