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Logitech K380 im Langzeit-Test: Das Alles-Paletti-Keyboard

Es gibt wenige wirklich gute Tastaturen auf dem Markt. Die Logitech K380 ist eine davon – und obendrein ziemlich günstig.

Es war mehr ein Spontankauf bei Media Markt vor einigen Jahren: Die K380 in Schiefergrau, Vorführgerät für 25 Euro. Ursprünglich als iPad-Tastatur gedacht, stellte ich dann schnell fest, dass sich die relativ schwere Tastatur vor allem am Mac bewährte: Mit ihrem sauberen Druckpunkt und Tastenhub sowie ihrer kompakten Bauform ist sie ideal für den Einsatz für Vielschreiber geeignet – viel besser, als zum Beispiel Apples aktuelles Magic-Keyboard. Der Clou: Die Logitech K380 koppelt sich bequem mit bis zu drei Geräten, kann also trotz hauptsächlicher Mac-Nutzung mit einem Tastendruck als iPad-Keyboard verwendet werden. Genau deshalb das K380 mein absolutes Lieblings-Keyboard.

Viele Millionen Zeichen Dauereinsatz

Diesen Artikel schreibe ich nicht, weil ich irgendwas von Logitech bekäme, sondern aus voller Überzeugung! Als Blogger und freier IT-Journalist schreibe ich täglich viel. Sehr viel: Neben Blogbeiträgen und Artikeln E-Mails, Messenger-Krams und natürlich private Texte. Mehrere Millionen Zeichen sind inzwischen über mein Logitech-Keyboard in den Mac geflossen sein, grob überschlagen habe ich in den letzten vier Jahren deutlich über 5 Millionen Zeichen auf dem Logitech-Keyboard getippt. Das ist ziemlich viel, und Apples altes Magic-Keyboard vom 2011er-iMac, das ich davor eingesetzt habe, zeigte nach dieser Menge von Anschlägen deutliche Ermüdungserscheinungen: Zwar funktioniert es noch, aber ein Tastatur-Layout ist kaum noch zu erkennen, denn die Tastatur-Beschriftungen haben deutlich gelitten. Häufig verwendete Buchstaben wie E, N, R, T A und S sind wie wegradiert. Zwar hatte ich das Magic-Keyboard auch deutlich länger in Betrieb – über 5 Jahre Dauereinsatz –, trotzdem waren die Beschriftungen schon in Jahr drei deutlich abgenutzt. Nicht so beim Logitech-Keyboard: Hier blättern derzeit nur die N- und M-Taste, was im Anbetracht meiner flotten Schreibweise doch bemerkenswert ist.

Apples Magic-Keyboard nach 5 Jahren Dauereinsatz: Von einem Layout ist nicht mehr viel zu erkennen.
Apples Magic-Keyboard nach 5 Jahren Dauereinsatz: Von einem Layout ist nicht mehr viel zu erkennen.

Hinzu kommt: Das aktuelle Magic Keyboard von Apple mit fest verbautem Akku gefällt mir nicht: Es ist zu leicht, die Gummifüße sind unterdimensioniert und so rutscht es auf der Tischplatte. So etwas macht mich aggressiv. Die K380 liegt mit ihren soliden 421 Gramm und ihren dicken Gummifüßen wie angeklebt auf der Tischplatte – perfekt für komfortables Schreiben.

Nicht zu leicht und nicht zu schwer: Mit der K380 kann man arbeiten.
Nicht zu leicht und nicht zu schwer: Mit der K380 kann man arbeiten.

Abnutzungserscheinungen halten sich in Grenzen

Bei beiden Keyboards nutzt sich übrigens mit der Zeit der Druckpunkt ab, der Tastendruck wird mit der Zeit etwas weicher. Für den Workflow ist das allerdings eher ein Vor- als ein Nachteil. Labbrig ist aber noch keine Taste, der Anschlag der K380 ist nach wie vor präzise. Krümel und andere Alltagbelastungen hat das K380 übrigens bis heute gut weggesteckt. Und auch den Dauerstress im Hundehaushalt durch Fell und Fellfett macht dem Keyboard nichts aus. Allerdings bin ich ganz froh, dass Logitech kein durchsichtiges Material verbaut hat: Das Innenleben des Keyboards dürfte inzwischen abscheulich aussehen. Übrigens ist auch der Stromverbrauch angenehm: Während das Apple-Keyboard alle paar Wochen neue AA-Batterien verlangte, bin ich bei meinem Logitech-Gerät gerade einmal beim zweiten Satz AAA-Batterien angekommen.

Die 2 AA-Akkus halten eine gefühlte Ewigkeit.
Die 2 AA-Akkus halten eine gefühlte Ewigkeit.

F-Tasten können angepasst werden

Die einzige Sache, die am K380 nervt, ist, dass das Keyboard zwar jede Menge Shortcut-Keys und Mediatasten besitzt, aber keine Helligkeitsregelung für den iMac. Das ist jedoch kein Problem: Mit der Systemsoftware Logitech Options können einige Funktionstasten anders belegt werden. Viel kann das Tool bei der K380 nicht, aber es reicht, um das Keyboard an den iMac anzuspassen: Die ursprünglich als Home- und Copy-Taste vorgesehen sind F4 und F5 – ich habe die Helligkeitsregelung einfach auf diese beiden Tasten gelegt. Übrigens: Wirklich praktisch ist, dass die K380 sowohl für MacOS, als auch für Windows/Linux beschriftet ist: Dadurch ist sie auch für weniger tipperfahrene User an allen Gerätetypen nutzbar. Nicht ganz so schön sind die runden Tasten: Wer wie ich auch gerne die Ecken der Tasten nutzt, um anzuschlagen, muss sich hier erst einmal umgewöhnen. Gleiches gilt für Nutzer mechanischer Keyboards mit deutlich mehr Tastenhub.

Logitech Options kann nicht viel, hilft am Mac aber weiter.
Logitech Options kann nicht viel, hilft am Mac aber weiter.

Kritikpunkte und Fazit

Nach all dem Lob muss ich natürlich auch noch ein wenig Kritik abwerfen: Die K380 ist ein hervorragendes Keyboard für Anwender, die professionell schreiben, aber die klappert ein wenig. Gerade beim Auslösen der Leertaste ist deutlich die Mechanik zu hören. Ebenfalls nicht optimal ist die Options-Software: Hier wären zusätzliche Einstellmöglichkeiten sinnvoll. Zuguterletzt würde ich mir eine Beleuchtung wünschen, wobei die aber bei einer Desktop-Tastatur sicher nicht zwangsläufig nötig ist; beim Einsatz am iPad oder anderen Geräten mit kleinem Bildschirm sind leuchtende Tasten aber sicher von Vorteil. Insgesamt ist die K380 aber eine hervorragende Tastatur. Logitech hat sie gerade in zwei weiteren Farben aufgelegt. Die UVP von 49,99 Euro ist etwas gewagt, allerdings ist die K380 im freien Handel oft für deutlich unter 40 Euro zu haben. Insgesamt gibt es am K380 aber viel zu loben und wenig zu meckern, es ist aus meiner Sicht ein absolut taugliches Alles-Paletti-Keyboard für Vielschreiber.

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und mit der Vespa GTS 300 oder meinem Hund in der echten Welt unterwegs. Neuerdings Girldad. Spendier‘ mir einen Kaffee.

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