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NAS oder Cloud: Was ist besser für mich?

An der Frage, ob die Cloud oder ein NAS besser ist, scheiden sich die Geister. Wir sagen Euch, was ihr wirklich braucht.

NAS oder Cloud, das ist hier die Frage, immer wenn es darum geht, ein Konzept für die zentrale Speicherung von Daten zu erstellen. Die Cloud liegt oft nahe, ist sie doch inzwischen – in einer Sparversion – Bestandteil der nahezu zwingend notwendigen Online-Benutzeraccounts der Apple-, Google- und Microft-Betriebssysteme. Doch ist eine NAS nicht vielleicht besser? Immerhin bleiben die Daten dann in den eigenen vier Wänden… wir zeigen Euch, welche Vor- und Nachteile beide Konzepte haben.

Vorteile einer Cloud

Bei der Frage, ob ihr eine NAS oder Cloud verwenden solltet, ist es natürlich sinnvoll, erst einmal einen Blick auf die Vorteile einer Cloud-Lösung zu werfen. Die Vorteile der Cloud liegen vor allem in der Datensicherheit und -verfügbarkeit.
So könnt ihr die im Cloud-Service – etwa bei Microsoft One Drive, Google Drive oder Apples iCloud Drive – gelagerten Dateien jederzeit von jedem Rechner der Welt aus abrufen. Ihr benötigt nicht einmal einen eigenen Computer: Mit Benutzername und Passwort könnt ihr euch in jedem Internetcafé anmelden!

Ebenfalls praktisch: Die Daten können nicht durch einen Brand oder Wasserschaden vernichtet werden, es handelt sich also um eine Offsite-Lagerung, bei manchen Anbietern sogar mit Backup. Zudem werden Inhalte automatisch zwischen euren Endgeräten abgeglichen und können mit einem Klick freigegeben oder geteilt werden.

Vorteile einer NAS

NAS-Geräte haben ebenfalls eine Reihe von Vorteilen: So bewerben manche Anbieter die Personal Cloud, sprich die Möglichkeit, den Netzwerkspeicher wie eine Cloud zu verwenden, was allerdings oft komplexer ist als bei reinen Cloud-Lösungen. Dafür liegen die Daten in euren eigenen vier Wänden.
Zudem habt ihr hier natürlich den Vorteil enormer Speichermengen: Über die Wahl der Festplattenbestückung könnt ihr beliebige Speichermengen nutzen und seid nicht auf die Angebote der Cloud-Dienstleister beschränkt.

Hinzu kommt die enorm schnelle Datenübertragung per Ethernet im Heimnetz. Und es gibt die Möglichkeit, das NAS-System mit mehreren Benutzern zu verwenden.
Höherwertige NAS-Systeme wie die von Synology oder Qnap besitzen ein kleines Betriebssystem, auf dem ihr auch Apps installieren könnt. Dadurch funktioniert die NAS wie ein stromsparender kleiner Rechner und kann euch zum Beispiel Dateien herunterladen oder mit Tools wie Kodi oder Plex als Mediacenter-PC arbeiten.
Manche NAS kann auch als Webserver verwendet werden oder erlaubt die Installation von Cloud-Software wie Nextcloud.

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Nachteile einer Cloud

So einfach die Verwendung einer Cloud ist, so problematisch kann sie sein, wenn euch die Benutzerdaten abhanden kommen. Alles, was eure Daten vor Missbrauch schützt, ist eure Kombination aus Benutzernamen und Passwort! Weil in Cloud-Diensten viele wichtige Daten gelagert werden, werden sie permanent von Angreifern beharkt, die euren Account stehlen wollen. Kurzum: Cloud-Konten sind extrem gefährdet, wenn die Sicherheitsmaßnahmen nicht stimmen. Schaltet also immer Zwei-Faktor-Authentifizierung ein und verwendet ein auf jeden Fall ein sicheres Passwort.

Zusätzlich ist der Nachteil, dass ihr von der Zuverlässigkeit der Internetverbindung abhängig seid: Ist diese schlecht oder fällt aus, kommt ihr nicht mehr an Eure Daten. Zumindest solange ihr nicht einen alternativen Zugang findet.
Und dann ist da noch die Sicherheit beim Anbieter: Ihr müsst eurem Cloud-Dienst vertrauen, dass dieser keine Datenlecks oder ähnliche Probleme verursacht. Werden Cloud-Anmeldedaten erbeutet, fallen sie in aller Regel gleich im großen Stil in die Hände der Angreifer. Allerdings passiert das extrem selten.

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Nachteile einer NAS

Leider ist die NAS diesbezüglich auch nicht besser aufgestellt: Sofern Cloud-Dienste seitens des Anbieters vorhanden sind, erfolgt der Login hier über ein Webinterface mit Benutzername und Passwort – hier kann, genau wie beim Cloud-Dienst, nur ein sicheres Passwort schützen. Hinzu kommt, dass sowohl die Weboberflächen, als auch die Apps der NAS-Systeme oft wenig einsteigerfreundlich sind, Konfigurationsfehler also weitere Sicherheitslücken verursachen können.

Außerdem seid Ihr selbst für die Wartung des Geräts verantwortlich, müsst Backups ziehen und als Administrator auftreten, was natürlich Kosten in Form von Lebenszeit verursacht. Apropos Kosten: So richtig viel billiger als ein Cloud-Dienst ist eine NAS nicht: Wollt ihr einfach Daten speichern, solltet ihr neben den Anschaffungskosten auch die Stromkosten im Blick haben, um die NAS gegen die Cloud aufzurechnen: Bei durchschnittlich 15 Watt Stromverbrauch für ein typisches NAS-System müsst ihr mit jährlichen Kosten von ~40 Euro für Strom rechnen (Berechnungsgrundlage: 30 Cent/kWh). Dafür gibt es schon das ein oder andere Cloud-Abo.

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NAS oder Cloud: Es kommt auf euer Benutzerprofil an

Insgesamt gibt es natürlich für beide Speichermöglichkeiten jede Menge Use-Cases. NASen gewinnen immer dann, wenn es darum geht, sehr viele Daten möglichst schnell möglichst vielen Usern und Geräten im Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Oder wenn ihr basteln möchtet und zum Beispiel einen Webserver oder eine eigene Cloud aufsetzen wollt. Auch bei schlechter Internetverbindung ist eine NAS im Heimnetz besser.

Die Cloud ist immer dort im Vorteil, wo es um die reine und vor allem aufwandsfreie Speicherung und Synchronisation von Daten geht: Die meisten Cloud-Anbieter bieten Apps für alle Betriebssysteme, der Einrichtungsaufwand ist gering und die Synchronisation erfolgt selbstständig. Auch die Freigabe von Dateien und Ordnern ist mit einem Mausklick erledigt. Bei der reinen Datenspeicherung für Einzelnutzer oder kleine Teams ist die Cloud daher zumeist die einfachere, schnellere und sicherere Lösung. Kostenseitig schenken sich beide Lösungen in aller Regel wenig, wenn man den Wartungsaufwand einer NAS einrechnet.

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Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und mit der Vespa GTS 300 oder meinem Hund in der echten Welt unterwegs. Neuerdings Tochtervater. Spendier‘ mir einen Kaffee.

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Ein Kommentar

  1. Es iat auch die Frage, wozu man ein NAS benutzt – müssen die Daten permanent zur Verfügung stehen oder benutzt man das NAS zur Datensicherung ? Ich habe ein NAS, auf dem ich meine wichtigen Daten sichere. Dazu schalte ich es an, sichere die Daten und schalte es wieder aus. Das minimiert alle Stromkosten erheblich. Und so sind die Daten zudem gegen jeglichen fremden Zugriff geschützt.
    Die ständig notwendigen Daten habe ich nach wie vor auf dem PC

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