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NAS? Braucht man nicht, das geht besser!

Warum NAS überbewertet sind und die bessere Alternative

Die zentralen Netzwerkspeicher sind äußerst beliebt – im Grunde aber nur eine Krücke. NAS steht für Network Attached Storage und meint eigentlich wirklich nur per Netzwerk ansprechbaren Speicher. Heute sind die meisten NAS eher „Network Attached Server“ mit Webserver, Mediaserver und so weiter. Klingt nützlich, ist auch so – und dennoch: Das geht besser!

Krücken-Computer

Bevor der Sermon der persönlichen Abrechnung gleich ausufert: Eigentlich ist dies nur ein Vorgeplänkel zum NAS-im-Eigenbau-Artikel – wer also schon jetzt überzeugt ist, dass ein normaler Server jedes Kauf-NAS schlägt, einfach überspringen …

Zunächst mal ein Blick darauf, was ein NAS denn nun wirklich ist, abseits aller Abkürzungen und Marketingaussagen: Im traditionellen Sinne ist es eine Festplatte mit Netzwerk- statt USB-Kabel. Im moderneren Sinne schlicht und ergreifend ein Computer! So ein etwas besseres QNAP- oder Synology-NAS hat sogar einen HDMI-Ausgang, so dass man es tatsächlich als ganz normalen Desktop-Rechner nutzen könnte.

Und freilich gibt es ein großes Aber: Auf so einem NAS läuft kein Windows und auch keine reguläre Linux-Distribution, sondern ein NAS-eigenes Betriebsystem. Und es läuft in der Regel trotz HDMI-Ausgang kein regulärer Desktop, stattdessen gibt es eine Web-Oberfläche. Zwar bauen all diese Systeme auch auf Linux auf, aber „dank“ eigenem Paketmanagement und sonstigen Eigenheiten laufen normalerweise nicht die regulären Linux-Programme. Und man hat auch nicht alle Freiheiten eines „echten“ Betriebssystems, sondern ist weitgehendst auf die Vorstellungen des Herstellers angewiesen. QNAP schmeißt eine App aus dem Store? Tja, Pech gehabt …

qnap apps
Der QNAP-App-Store: Gut gefüllt für ein NAS, ein Witz für ein Ubuntu.

NAS sind in gewisser Weise ein wenig wie Apple-Computer oder Spielekonsolen: Hardware, Software und Betriebssystem sind (mehr oder weniger) fest miteinander verknüpft, damit aus Nutzersicht einfach alles reibungslos funktioniert … Aber wenn ich mir anschaue, wie viele Problemlösungsartikel Boris und Christian hier bei uns für macOS schreiben, scheint das Konzept nicht so richtig aufzugehen ;) Aber selbst wenn, dann ist spätestens dann Schluss, wenn man eigene Bedürfnisse und Vorstellungen hat, was und wie ein Rechner arbeitet. Mit einem Mac oder einem NAS lässt sich so lange vernünftig arbeiten, wie man sich an die Vorstellungen der Hersteller hält. Ich für meinen Teil habe eigene Vorstellungen und nutze lieber Systeme, die sich nach mir richten. Wir wollen ja nicht vergessen, wer Hund und wer Herrchen ist, nicht wahr?! (Klar gibt es Hacks und Bastelwege, aber das ist ja nicht Sinn der Sache.)

Aber um nochmal auf die Krücken zu kommen: Wer nicht gut laufen kann, freut sich über die Krücke – auch wenn es anstrengend und man langsam unterwegs ist. Und wer sich nicht mit Computern beschäftigen will, freut sich ebenso über ein NAS, das (theoretisch …) just funktioniert – auch wenn es intransparent und wenig flexibel ist. Doch wer rennen will, will keine Krücke. Und wer selbstbestimmt computern will, will keine Krückensysteme. Und wenn Euch Krücken zu sehr nach Krankheit und Unvermögen klingt: Man könnte auch den Vergleich zu Stützrädern ziehen – anfangs super, später ein Klotz am Bein. Genau, Stützräder passen noch besser.

Darum Alternativen

Nochmal ein Blick nach oben: Ein NAS ist entweder, herkömmlich, ein simpler Netzwerkspeicher oder, modern, ein Server für typische Aufgaben im (W)LAN.

Wenn es nun ein simpler Speicher ist: Das können auch jeder Raspberry Pi, jeder sonstige Einplatinenrechner, jedes ausgediente Laptop – mit ziemlich wenig Aufwand.

Wenn es ein komplexer Server ist: Warum dann nicht gleich einen „echten“ Server nehmen? Mit einem normalen Linux und keinem Auf-Gedeih-und-Verderb-dem-Hersteller-ausgeliefert-sein-Betriebssystem. Und vor allem komplett Open Source!

Wer sowieso schon mit Linux zurecht kommt hat es eh ziemlich einfach und wird solch einen Server mit ein wenig Suche in zwei, drei Stunden fertig haben. Und wer vorher noch nichts mit Linux am Hut hatte: Auch die NAS-Systeme muss man erlernen! Ein mittelprächtig anpassbares System mit vorgegebenen/vorgeschlagenen Tools und Arbeitsweisen mag schneller und einfacher zu erlernen sein, aber einfach so nebenbei stellt sich das auch nicht ein.

Zudem sollte man nicht unterschätzen, wie lästig es ist nach Lösungen abseits der Herstellervorstellungen zu fahnden, wenn es denn irgendwann doch mal eigene Vorstellungen umzusetzen gilt (die oben erwähnten Bastelwege).

Bislang ging es vor allem um das Nutzererlebnis und Software – doch auch bei der Hardware punkten normale Mini-Rechner als Alternative. In der Regel bekommt Ihr mehr Leistung, könnt explizit auf aktive Kühlung (= Geräuschquelle) verzichten, habt mehr Anschlüsse, Grafikausgänge schon bei viel viel billigeren Geräten und das alles auch noch in kleineren Gehäusen (weil NAS-Gehäuse eben auch HDD-Gehäuse sind).

NAS sind nach wie vor für HDDs ausgelegt. Klar laufen sie auch mit SSDs (auch wenn die kleinen Platten teils etwas fummelig einzusetzen sind), aber der Formfaktor ist auf die großen alten Speicher ausgelegt, ebenso Kühlung, Stromversorgung und so weiter. Ein Raspi mit zwei SSDs per USB-Kabel ist kleiner und sparsamer als ein typisches, einfaches NAS – und dabei muxmäuschenstill.

nas das auswahl netzwerkspeicher
QNAP 251+ – eigentlich ein gutes Gerät, aber größer, lauter, langsamer als ein Cubi-Server.
Quelle: QNAP

Konkrete Alternativen

Wie sieht es nun konkret aus? Der oben er wähnte Raspberry Pi führt einen leider ein ganz klein wenig vom Regen in die Traufe: Als ARM-Rechner ist er immer noch nicht ganz so flexibel wie ein „normaler“ Rechner, also einer mit x86-Architektur für Standard-Linuxe oder Windows. Mehr dazu hier.

Wenn man schon auf eine Eigenbaulösung setzt, dann besser richtig! Ich habe mich zum Beispiel für einen MSI Cubi N 8GL entschieden: x86-Intel-Pentium-Quadcore-Prozessor mit 1,1 GHz und komplett lautlos, dazu 4 Gigabyte Arbeitsspeicher, 4 USB-Anschlüsse, HDMI, LAN/WLAN, interne 64 Gb-SSD, (leider) Windows 10 und eine etwas überflüssige VGA-Buchse. Kostenpunkt heute beim Schreiben: 229 Euro. Heute beim Lesen:

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Von QNAP gibt es zum Beispiel das TS-231P3-2G für zwei HDDs und derzeit 291 Euro: ARM-Quadcore-Prozessor mit 1,7 GHz, 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und drei USB-Ports. Der Prozessor könnte etwas schneller sein, leider gibt es dazu keinerlei Benchmarks.

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Ihr seht schon: Der Cubi leistet mehr für weniger und verbraucht dabei deutlich weniger Strom – für den Ruhezustand gibt QNAP 8,46 Watt an, beim Cubi habe ich hier 3,5 Watt gemessen. Unter Vollast kommt der Cubie auf 6,7 Watt, mit mehr Laufwwerken vielleicht auch auf rund 8 Watt. QNAP gibt für einen „typischen“ Betrieb 15,6 Watt an.

OS-seitig ist die Sache eindeutig: QNAPs QTS-Betriebssystem ist laut Hersteller „App-basiert“, heißt wohl eigentlich nur, dass das Betriebssystem quasi gar nichts kann und nicht in Erscheinung tritt, außer zum Betreiben von Apps. Tja, das ist nun mal der Sinn von Betriebssystemen: Anwendungssoftware laufen lassen und Hardware betreiben – aber „App-basiert“ klingt natürlich voll super … Auf dem Cubi läuft Ubuntu Server – zweifellos das bessere System.

UX, Apps und so?

Bezüglich Hardware und Betriebssystem muss man eigentlich nicht wirklich diskutieren, hier stinken sämtliche NAS gegenüber regulären x86-Rechnern mit regulären Linuxen ab.

Aus Nutzersicht sieht es aber so aus: Man stellt das NAS an, begibt sich auf die Web-Oberfläche und konfiguriert das System dann über Einstellungs-Apps, den App-Store und hauseigene Standardsoftware sowie installierte Apps. Und es gibt zumindest bei QNAP und Synology Dutzende Apps: Ein Dutzend Backup-Lösungen, ein Dutzend Server für Webseiten, Mails, Datenbanken etc., simple Dokumentenbearbeitung, vielleicht noch was für Verschlüsselung, ein paar miese Mini-Spiele und natürlich Apps für das Streamen von Medien. (Logo: Wo NAS-OS Dutzende Apps anbieten, bietet Ubuntu Server Tausende an …)

Und ganz ehrlich: Wenn Ihr das alles nutzt, komplexe Backup-Strategien von zehn Rechnern aufs NAS, vom NAS in die Cloud und von dort auf eine dritte Backup-Location fahrt, alles mit dem Smartphone steuern wollt, 20 Nutzer der Großfamilie verwaltet, obskure Festplattenverbände per RAID oder was auch immer erstellt … nun, dann kauft um Himmels Willen ein NAS. Kann ein normaler Rechner auch alles, aber das wird dann schon aufwändig bis kompliziert.

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QNAPs Ansatz für den HDMI-Ausgang: Ein kompliziertes Gemenge namens HybridDesk Station – statt eines ordinären Grafiktreibers …

RAIDs zum Beispiel werden immer wieder gerne als Argument für NAS genannt: Braucht, insbesondere daheim, kein Mensch mehr. Datenredundanz? Wozu gibt es die Cloud? Zugriffsgeschwindigkeit? SSDs schlagen HDD-Raids um Längen. RAIDs machen das Leben eigentlich nur kompliziert und wenn etwas kaputt geht oder die Konfiguration zerfleddert ist eh alles nur noch ein Elend … Wer RAIDs in- und auswändig kennt, bitte, aber zumindest im privaten Bereich ist das längst mehr Hobby und Nerd-Onanie als etwas essenziell Wichtiges. Gebt lieber mehr Geld für größere SSDs aus. Und hey, RAIDs lassen sich auch unter Ubuntu Server mit einer grafischen Weboberfläche aufsetzen ;)

Weboberfläche Cockpit auf dem Ubuntu-Server.

In der Praxis tut das alles aber daheim sowieso kaum jemand. Es geht doch letztlich fast immer um wenige Standardaufgaben: Netzwerkspeicher und Mediastreaming, dazu vielleicht und schon deutlich seltener noch ein Webserver. Und all das ist auf einem normalen Ubuntu schnell eingerichtet und funktioniert zuverlässiger als die undurchsichtigen NAS-Methoden.

Ich höre schon Leute schreien: „Aber die Oberfläche! Kann denn nicht mal eimal jemand an die Oberfläche denken!“ Ja nee, is‘ klar Helen. Zugegeben, die Weboberflächen von QNAP und Synology sind hübsch, simpel und durchaus leistungsfähig. Eine Weboberfläche kann man aber auch auf jedem anderen Rechner installieren, für die Variante aus dem obigen Screenshot genügt apt install cockpit. Relevant ist solch eine GUI aber in der Regel nur für die Konfiguration, im Alltag versieht ein NAS seinen Dienst schließlich im Hintergrund. Und klar, wenn doch ein normales Ubuntu läuft und ein HDMI-Ausgang vorhanden ist – warum dann eine olle Weboberfläche? Ihr könnt auch schlicht einen ganz normalen Desktop verwenden – und egal wie hübsch und umfangreich die Web-GUIs der NAS-Hersteller sein mögen, mit einem echten Gnome, KDE, Xfce, Cinnamon, Mate oder gar LXDE können sie nicht mithalten.

Viel relevanter: Für Netzwerkfreigaben und Mediaserver braucht man das alles nicht.

NAS oder nicht NAS?

Wer Krücken Stützräder braucht mag mit einen NAS immer noch besser aufgehoben sein – der Einstieg ist einfacher, manch komplexe Angelegenheit geht intuitiver von der Hand. Der Preis: Höherer Preis, mehr Stromverbrauch, tendenziell Geräusche, weniger Flexibilität, Aneignung von Wissen, das abseits dieses einen Herstellers völlig nutzlos ist, Abhängigkeit vom Hersteller, wenig Transparenz und weil man es nicht oft genug sagen kann: weniger Flexibilität!

Wer hingegen bereit ist, sich mal ein Wochenende mit der Einrichtung zu beschäftigen und zumindest zunächst mal eh nur die Standards braucht, fährt mit einem echten Server auf echter Standard-Hardware garantiert besser.

Die eigentlich wichtigste Erkenntnis sollte wohl jedem spätestens dann auffallen, wenn das NAS einen HDMI-Ausgang hat und man es an den Fernseher oder einen Bildschirm anschließt: Es ist einfach nur ein popeliger Computer – bloß eben mit einem sehr fokussiertem/beschränktem Einsatzbereich und Nicht-Standard Hard- und Software. Fun-Fact: Für die elenden Smartphones und Tablets gilt exakt dasselbe!

nas das auswahl netzwerkspeicher
Dank HDMI-Ausgang eigentlich ein ganz normaler Rechner – nur komplizierter und limitierter.
Quelle: QNAP

Ich war selbst lange Zeit durchaus zufriedener QNAP-NAS-Nutzer, aber mir gingen die Geräuschkulisse, die Einschränkungen verfügbarer Apps, die lästige, nicht groß beeinflußbare Update-Politik, die Unzuverlässigkeit einiger Apps und Einstellungen und letztlich das Thema Sicherheit dermaßen auf den Keks, dass das Teil jetzt endlich ruhig und stromlos ist. Das einzige, was es zu schlucken gab waren die knapp 400 Euro für eine 4-Terabyte-SSD, die die zwei 2-Terabyte-HDDs aus dem NAS ersetzt.

Seitdem: Keine Geräusche von Lüftern und durch unbegründete Lesezugriffe auf die HDDs, keine fast täglichen Zwangs-Updates samt unfassbar langsamen Neustarts, schnellerer Datendurchsatz, Mediastreaming, das zuverlässig funktioniert (!) (!!!) und endlich ganz normale Software statt der immer gleichen Apps aus dem zusehends schlechter werdenden QNAP-App-Store.

Ein NAS mag für Laien auf den ersten Blick wie eine Zauberkasten-Blackbox wirken, die ganz tolle Möglichkeiten mit sich bringt – aber schon auf den zweiten Blick oder mit ein wenig Linux-Vorkenntnissen wird klar: NAS sind Stützräder-Computer, die nur eine einzige Sache besser machen als reguläre Server, nämlich Einsteigern und anspruchslosen Nutzern ein wenig Arbeit abzunehmen.

Ich persönlich war selten so schnell so glücklich mit einer größeren IT-Umstellung wie beim Wechsel von NAS auf Cubi-Server. Zugegeben, ich brauchte auch einen Anlass: Die Monitoring-Lösung Checkmk brauchte hier einen Server, der 24/7 läuft und sie lässt sich nur auf x86-Architektur installieren, von daher …

So, genug meiner persönlichen Abrechnung mit den ollen NASen. Aber mit diesem ultralangen Kommentarartikel soll das Thema ja nicht zu Ende sein: Wie man denn nun Schritt für Schritt aus einem Cubi ein NAS mit den wichtigsten Funktionen baut, seht Ihr hier.

Mehr zum Thema NAS. Und noch ein wenig was zum Shoppen, wir müssen ja auch noch Geld verdienen ;)

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Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help

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14 Kommentare

  1. Moin,
    ich fand die Artikel von dir bisher ja immer gut.
    Aber das geht hier völlig am Thema NAS vorbei und für was er eigentlich da ist.

    Ein NAS ist in erster Linie ein Dateiserver.
    Und das können Geräte von QNAP oder Synology deutlich besser als jede FRITZ!Box oder Raspberry.

    Und das die Hersteller die Funktionen so „beschneiden“ (dämlicher Vergleich zu Apple), liegt einzig allein daran, dass sie sicherstellen wollen, das die wichtigste Funktion eines NAS immer funktioniert. (Datenspeicher)

    Das es einige nette Zusatzapps gibt, ist einfach ein nettes extra. Damit dürften die meisten privaten Leute abgedeckt sein. Wer mehr will, nimmt zusätzlich natürlich einen richtigen Server.

    Sicherheitsbedenken auch ein Lustiger Punkt.
    Den selbst erstellten Server will Ich sehen, der keine Lücken aufweist. Solange man kein absoluter IT Profi ist, der sich täglich mit neuen Lücken in allen verschiedenen Diensten auseinandersetzt, ist das wohl ein Mythos.

    Thema RAID, kurzes Beispiel.
    Ich betreibe für unsere Familie ein NAS als Datenspeicher. Und natürlich setzte ich RAID 1 ein, damit ich bei einem HDD Defekt nicht den kompletten Inhalt dieser Platte verliere.
    Cloud als Ersatz? Nein danke.
    Will man wirklich alles in einer Cloud haben?
    Und was soll das kosten? Die Familien NAS beherbergt ca. 4TB Daten….

    Als Backup kommt natürlich noch ein Festplatte an einem anderen Ort zum Einsatz.

    Übrigens hoffe ich, dass du an deinem Server mehr als einen 1Gbit Netzwerkanschluss hast.
    Ansonsten bringt dir eine SSD nicht so viel.
    Bisschen weniger Stromverbrauch, deckt die Anschaffungskosten (im Moment) noch lange nicht.

    1. Ja, als reiner Dateiserver ist ein NAS eine gute Lösung – aber eben wirklich ein herkömmliches NAS, Speicher und gut ist. Aber da braucht man eben kein 300-Euro-QNAP-Gerät, da tut es dann auch etwas Günstiges, das eben kein kompletter Server ist. Wenn man alles, was dazukommt einfach nur als netten Bonus sieht – einverstanden, dann ist das okay. Meiner Erfahrung nach kommen mit Möglichkeiten aber auch Bedürfnisse und Wünsche, und genau ab der Stelle bin ich kein NAS-Fan (mehr).

      Was Sicherheit angeht: Klar gibts da Lücken – nur hatte ich im ganzen Leben noch nie praktische Sicherheitsprobleme mit einem Linux. Mein QNAP-NAS war letztes Jahr tot – bekannte QNAP-only-Malware, die nur mit der hauseigenen Software zu entfernen war. Und das auch nur, wenn sie schon vorher installiert war … Da vertraue ich persönlich doch lieber auf Open Source und vorzugsweise ein „normales“ OS.

      Bezüglich der SSD: Im Zweifel können die wenn ich mich recht entsinne sogar mehr Strom verbrauchen – aber das ist mir völlig egal, ebenso wie Performance. Bei der SSD geht es mir nur um drei Dinge: Keine Geräusche, kleine Bauform und genug Vertrauen, um auf ein RAID zu verzichten. Wirklich Wichtiges landet in der Cloud. Hat man 4TB wirklich wichtige Daten ist ein RAID freilich eine gute Idee und Cloud zu teuer. Da ist man dann aber wieder beim reinen Speicher.

      Natürlich funktioniert ein eigener Server nur, wenn man ein wenig Ahnung von Linux hat oder bereit ist, sich diese anzueignen – dennoch bleibt das eine sehr persönliche Abwägung, das ist ja der Sinn eines Meinungs-/Kommentar-Artikels. Als Kaufberatung hätte ich das sicherlich alles etwas anders formuliert ;)

  2. und was ist mit einer schönen großen USB-Festplatte an der Fritzbox??
    Ist doch als Familiendatenaustauschplattform/ -Speicher vollkommen ausreichend.

    Finde zumindest ich.

    1. Als NAS im herkömmlichen Sinne, also reiner Speicher, ja, das wäre wohl die kleinste mögliche Lösung. Ich habe das Ding nie durchgemessen, aber der Datendurchsatz ist wohl nicht der Hit – inwiefern das stört hängt ganz vom Einsatz ab.

    1. Ja, das sind schon ein paar nette Logiken eingebaut – aber ich bleibe dabei: Ich werde den Teufel tun Otto Normalverbraucher ohne Linux-Erfahrung BSDs zu empfehlen ;)

      Zumal Folgendes mal ein echter Bummer ist, wenn ich das gerade nicht missverstehe:

      „Other filesystems, including UFS, NTFS, FAT, EXT2 and EXT3 are supported “read only” …“

      Es gibt bestimmt ganz tolle technische Gründe, so ziemlich keinen einzigen Datenträger eines normalen Nutzers beschreiben zu können, doch ich zweifle, dass diese das genauso toll fänden. Ach, vielleicht sollte ich mal einen Vergeleich von NAS-Betriebssystemen machen … mal gucken.

      P.S: Lustigerweise las ich gerade, dass der damalige FreeNAS-Projektleiter das Projekt verlassen hat, weil der Neuanfang bei BSD blieb, statt auf Debian zu wechseln – und daraufhin OpenMediaVault gegründet hat. Dann stehe ich ja wenigstens nicht ganz allein auf weiter Flur :)

  3. Ich habe wirklich versucht, NAS-Systeme zu mögen, aber neben den im Beitrag erwähnten technischen und funktionalen Nachteilen war mein Problem auch immer ganz praktischer Natur: Wie und vor allem wo hängt man die oft laute NAS ins LAN, damit sie beste Performance liefert ohne zu nerven? Und was bringt mir ein Cloud-Ersatz im Heimnetz, der mit meiner asynchronen Leitung einen unfassbar lahmen Upload hat und noch dazu von mir administriert werden muss, plus die damit einhergehende Raffelei mit möglichen Sicherheitslücken und DynDNS-Diensten? Letzteres gerne für Test-Webserver, aber dafür reicht auch ein Raspi. Kurzum: NAS-Systeme sind in vielen Fällen einfach überflüssig, weshalb ich auch keins mehr habe. iCloud und Raspi reichen für 99,99% meiner Anwendungen.

    Auch die Kostenseite ergibt bei einer NAS wenig Sinn: Anschaffungskosten, Stromkosten plus der nicht zu verachtende Aufwand für Einrichtung, Updates, Backups… da braucht es einige Jahre, bis so ein Ding preiswerter läuft als ein vergleichbarer Cloud-Speicher…

    1. Da würde mich aber jetzt das Setup interessieren. Das Thema NAS, Selbstbau und Alternativen beschäftigt mich auch schon seit geraumer Zeit. Angefangen hab ich vor einer Ewigkeit mal mit einer läppischen Mycloud. Die Sicherheitsproblematik ist bekannt. Ich nutze sie ohne Cloudanbindung als Medienserver und für TimeMachine-Backups – die damit ziemlich gut funktionieren. Und das wollte ich Anfang des Jahres mal mit Webspace von Strato nachbasteln. TimeMachine-Backups haben damit nicht zufriedenstellen funktioniert. Es gibt mehrere Anleitungen dazu, die allesamt auch nur für unverschlüsselte Backups funktionieren. Und so weit geht mein Vertrauen dann doch nicht… Hinzu kommt bei der Cloud aber auch bei mir der Flaschenhals beim Upload.

  4. Bei Synology ist das Update Management auch nicht besser als bei QNAP.
    Auf meiner DS920+ ist noch nicht mal die sudo Lücke gefixed…
    Die 500€ hätte ich lieber in einen Selbstbau mit OMV5 investieren sollen. Basis wäre Debian 10 und dafür steht auch schon ein OpenSSL Fix bereit.

  5. Schöner Artikel mit durchaus interessanten Denkansätzen – aber für meinen Geschmack etwas zu einseitig gedacht bzw. argumentiert.

    Was mir hier bzw. im zugehörigen Ubuntu-Server-Artikel etwas zu kurz kommt ist die – zumindest auf den bislang von mir verwendeten System – sehr schöne Balance aus Komplexität der Möglichkeiten und Einfachheit/Zugänglichkeit der Einrichtung. Mal ein Beispiel: Ich habe hier im Haus mit einem (x86-basierten) Synology DS918+ praktisch alle bis dahin extern verwendeten Cloud-Dienste von Google ersetzt. Familien-Fotoalben von Smartphones und Kameras laufen in Photo Station auf, die Dateiverteilung läuft sowohl zuhause als auch unterwegs über Synology Drive, PC-Backups (Windows und Linux) wandern auch auf das Ding, auch (Familien)Kalender und einige andere Dinge gehören ganz „uns“. Alle Nutzer haben ihren eigenen Bereich sowie einen gemeinsamen, zudem sorgt das RAID (übrigens mit zwei 4 TB-SSDs, Lautstärke spielt da also keine Rolle) für Ausfallsicherheit.
    Klar, das alles geht auch mit Ubuntu Server, OpenMediaVault und Co, aber hier muss ich sehr viel mehr Zeit investieren, als mit den Out-of-the-Box-Lösungen. Vor allem der Fernzugriff bzw. die Google-Drive-Alternative gefällt mir persönlich mit Synology Drive besser als bei OMV, bei dem ich x Ports am Router öffnen musste…

    Seit der Ersteinrichtung der Dienste und Apps, die vielleicht einen Nachmittag gedauert hat, läuft das Synology-Gerät seit über zwei Jahren ohne Murren und Meckern, Updates kommen nachts und haben noch nie den Betrieb unterbrochen (und bei weitem nicht täglich, sondern alle paar Wochen) und auch meine sehr viel weniger technikaffine Frau kommt mit der Konfiguration des NAS und der Nutzung der Apps unter Windows und iOS gut zurecht.

    Ach so: Das Argument „will der Hersteller nicht mehr, dass ich eine App verwende, habe ich Pech“ kann ich auch nciht so ganz nachvollziehen: gibt es bei QNAP keine manuelle Installation bzw. die Einrichtung eigener Paketquellen? Falls dem so ist, habe ich natürlich nichts gesagt ;-)

    Ich habe außerdem noch ein paar Docker-Container auf dem Gerät laufen und auch schon virtuelle Maschinen installiert. So eingeschränkt wie beschrieben ist das alles also nicht, zumindest auf x86.

    Nicht falsch verstehen, das soll mitnichten eine Generalkritik sein und ein Mini-Server hat sicher in Sachen „Freiheit“ seine Vorteile. Dennoch denke ich, dass ein gutes NAS mehr ist als nur ein beschränkter Computer. Auf jeden Fall danke für den tollen Text, den ich trotz anderer Meinung sehr spannend fand.

    1. Danke – so liest man Kritik doch gerne!

      Bei QNAP kann man duchaus auf der Kommandozeile Pakete installieren, allerdings über eine Drittlösung, zumindest als ich das noch genutzt habe, – das meinte ich mit Bastelwegen. Gut, wenn es eine x86-Plattform ist bekommt man die Dinge natürlich irgendwie drauf.

      VMs habe ich auf QNAP ab und an mal genutzt, aber Spaß hat das nie wirklich gemacht, allein schon wegen dieses komischen QNAP-Ansatzes mit der HybridDesk-Station, über die die Anzeige via HDMI verwaltet wird … Ich kenne aber die aktuelle Synology-Verwaltung für VMs nicht, tendenziell dürfte sie besser sein. VMs waren für mich eigentlich nur in Verbindung mit einem HDMI-Display relevant, da würde ich dann wieder einen Ubuntu-Desktop mit VirtualBox vorziehen. Wenn man die aber über den Browser verwalten und via RDP oder im Browser nutzen kann, ist das freilich schon schön.
      Ist bei mir aber auch nicht relevant, auf dem Server brauche ich allenfalls Container, da ist der Terminal eh wesentlich nutzerfreundlicher.

      Was die Mobile-Apps angeht müsste ich tatsächlich mal schauen, hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Da könnte es tatsächlich wesentlich besser mit der Rundumversorgung von QNAP oder Synology bestellt sein.

      Was ich NAS definitiv zugestehe ist die „… sehr schöne Balance aus Komplexität der Möglichkeiten und Einfachheit/Zugänglichkeit der Einrichtung“; zumindest für Windows-Nutzer, also fast alle, ist das schon deutlich schwieriger mit normalen Server.

      1. Hi

        Immer noch besser als Intel oder AMD ;-)
        und dank mullti arch als driverless druckerserver für i386! treiber im Einsatz ( ich zweifelte selbst ob das geht)

        lg Sepp

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