Für Angela Merkel mag ihr Crypto-Handy zu umständlich sein, Ihr könnt es besser: Mit der Open Source App RedPhone verschlüsselt Ihr Telefonate kinderleicht!

Für Angela Merkel mag ihr Crypto-Handy zu umständlich sein, aber Ihr könnt es besser: Mit RedPhone könnt Ihr supereinfach verschlüsselt telefonieren. RedPhone ist Open Source Software und stammt vom gleichen Hersteller, Open WhisperSystems, wie das auch in der Crypto-Szene sehr angesehene TextSecure, das verschlüsselte SMS und IMs ermöglicht. Die Android-App ist dabei so einfach wie WhatsApp, Threema oder Telegram: Ihr verifiziert Euch mit Eurer ganz normalen Telefonnummer und fortan erkennt RedPhone automatisch, ob einer Eurer Kontakte ebenfalls RedPhone-Nutzer ist und stellt entsprechend auf Wunsch eine verschlüsselte Verbindung her.

Sichere Verbindung auf dem Handy

Die Verbindung erfolgt natürlich über VoIP, es wird also nicht Euer Telefon-, sondern Euer Datentarif beansprucht. Die Sprachqualität entspricht freilich nicht normalen GSM-Gesprächen, aber gerade in ruhigen Umgebungen lässt sich das vernachlässigen. Tut Euch nur einen Gefallen: Wenn Ihr das testet, steht nicht direkt neben Eurem Gegenüber – die leichte Verzögerung fällt dann auf und stört, bei normaler „Telefon-Entfernung“ zum Gesprächspartner bemerkt Ihr das nach ein paar Minuten nicht mehr. Und nur um das klar zu machen: RedPhone kann jeder nutzen, Ihr müsst dafür keine Schlüssel generieren, Passwörter verwalten oder sonstwas Kompliziertes machen – Plug&Play funktioniert hier super! Übrigens: Für Apple bietet Open Whipser Systems verschlüsselte Telefonie über die neue App Signal, die es bei iTunes gibt – inwiefern Redphone und Signal sich mögen, haben wir noch nicht probiert, insofern: Herr Rentrop, bitte installieren und anrufen!

redphone

RedPhone ist genauso einfach zu bedienen wie jede andere Telefon-App.

Und wer sich Sorgen wegen der Sicherheit macht: Perfekte Sicherheit gibt es nicht, aber RedPhone wird von der Szene gut aufgenommen. Matthew Green, Crypto-Prof an der John Hopkins University, war beispielsweise so begeistert von der Code-Qualität, dass er seine Studenten auf Fehlersuche geschickt hat – ohne Ergebnis.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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