Um eine externe Festplatte, (micro-)SD-Karten oder USB-Sticks nutzen zu können, solltet Ihr sie formatieren. Wir zeigen Euch, wie es unter Windows geht.

Ob in der Kamera, dem Smartphone oder auch direkt im PC, SD-Karten und USB-Sticks sind nach wie vor die einfachste Lösung, neuen Speicherplatz für Eure technischen Geräte zu gewinnen. Damit diese auch richtig erkannt und genutzt werden können, solltet Ihr sie vorher formatieren. Dabei werden alle Daten auf dem Datenträger gelöscht und das Dateisystem festgelegt, sodass Ihr den Stick, die Karte oder die Festplatte nutzen könnt. Wir zeigen Euch, wie Ihr das mit Windows 7 und Windows 8 ganz einfach erledigen könnt.

1. Medium anschließen und Formatieren-Menü öffnen

Als erstes müsst Ihr Euren USB-Stick oder die externe Festplatte natürlich an den PC anschließen respektive die SD-Karte in den entsprechenden Kartenleser packen. Sobald Windows das Medium erkannt hat, taucht es unter „Computer“ (Windows 7) bzw. unter „Dieser PC“ (Windows 8.1) im Explorer auf. Klickt das entsprechende Laufwerk mit der rechten Maustaste an und wählt „Formatieren“ aus dem Kontextmenü.

2. Alternative: Datenträgerverwaltung

Sollte das zu formatierende Laufwerk aus irgendwelchen Gründen nicht im Explorer erscheinen, könnt Ihr es alterantiv mit der so genannten „Datenträgerverwaltung“ von Windows probieren. Öffnet diese, indem Ihr „Windows-Taste + R“ drückt und den Befehl „diskmgmt.msc“ eingebt.

3. Laufwerke über die Windows-Datenträgerverwaltung formatieren

In der Datenträgerverwaltung listet Windows alle Laufwerke auf, die es im System findet, also sowohl Festplatten und SSDs als auch angeschlossene USB-Sticks oder SD-Karten. Sucht in der Liste unten nach einem Eintrag „Wechselmedium“ (zur Sicherheit solltet Ihr alle anderen externen Datenträger entfernen, damit Ihr nicht aus versehen den falschen Stick oder die falsche Karte löscht). Klickt hier mit der rechten Maustaste in den Bereich neben dem Laufwerk und wählt „Formatieren“.

4. Dateisystem für USB-Stick oder Speicherkarte wählen

Die Einstellungen in diesem Fenster könnt Ihr in der Regel so übernehmen. Allerdings solltet Ihr bei „Dateisystem“ das System aussuchen, welches für Euren Einsatzzweck am besten geeignet ist. Geht es um eine externe Festplatte, die Ihr nur und ausschließlich an einem Windows-PC betreibt, entscheidet Ihr Euch am besten für Microsofts Dateisystem NTFS. Bei (micro-)SD-Karten, die in einer Kamera oder einem Android- oder Windows Phone-Smartphone zum Einsatz kommen, solltet Ihr hingegen FAT32 wählen, da dies die höchstmögliche Kompatibilität garantiert. Und falls Ihr plant, einen USB-Stick oder eine SD-Karte neben Windows auch mit einem Mac oder einem Linux-System zu verwenden, formatiert sie am besten im exFAT-System. Der Grund: Weder Apple noch die meisten Linux-Distributionen erlauben es ab Werk, auf NTFS-Datenträger zu schreiben, sondern binden sie nur im Lesemodus ein. Ein weiterer Vorteil von exFAT: Anders als bei FAT32 könnt Ihr auf so formatierten Datenträgern auch Dateien speichern, die größer als 4 Gigabyte sind. Mehr Infos zu den Vor- und Nachteilen und weiteren Besonderheiten der unterschiedlichen Dateisysteme findet Ihr zum Beispiel bei tom’s Hardware.

5. Formatierung starten

Seid Ihr mit Eurer Wahl zufrieden, könnt Ihr auf Wunsch noch unter „Volumebezeichnung“ einen Namen für das Medium vergeben und anschließend die Formatierung per Klick auf „Starten“ beginnen. Entfernt Ihr das Häkchen bei „Schnellformatierung“, führt Windows einen zusätzlichen Oberflächentest auf dem Stick, der Festplatte oder der Karte durch. Das Ergebnis ist das selbe: Ihr erhaltet ein leeres Speichermedium, dass Ihr fortan mit Dateien füllen könnt.

Noch ein wichtiger Hinweis: Auch wenn beim Formatieren alle Daten vom USB-Stick, der Festplatte oder der SD-Karte gelöscht werden, lassen sich diese mit speziellen Tools relativ leicht wiederherstellen. Wollt Ihr das Medium sicher löschen, um es beispielsweise zu verkaufen, solltet Ihr es mit einem Tool wie dem kostenlosen Diskwipe behandeln. Dieses löscht Dateien durch mehrfaches Überschreiben sicher, sodass sie nicht oder zumindest nur mit enormen Aufwand wiederherstellt werden können – um ein peinliches Bild von der SD-Karte zu schrubben, reicht Diskwipe jedenfalls auf jeden Fall aus 😉

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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Kommentare

  • Hallo Boris,

    vielen Dank für diese ausgezeichnete Anleitung!
    Bei exFAT-formatierter 64 GB SDXC-Card legte mein Panasonic-Camcorder HDC-SD99 nach 34 Min. bzw. 4 GB eine neue Datei an und das ausgerechnet bei einem Studio-Interview. Beim Zusammensetzen der beiden Video-Dateinen fehlten dann ein paar Worte, so dass der Sinn des gesprochenen Satzes leider ausgehebelt wurde.
    Frage: Legen camcorder-interne Flash-Speicher ebenfalls neue Dateien an nach 4 GB…? Was kann ich tun?

    Danke im voraus für deine Hilfe
    und Gruß von Peter