Mit einem einfachen Terminal-Befehl lassen sich Macs einem Stresstest unterziehen, um zum Beispiel Hardware und Lüfter zu überprüfen – probiert es aus.

Für normale Anwender gibt es eigentlich keinen Grund, einen Rechner einem Stresstest zu unterziehen, es sei denn, man möchte das Gerät als kleine Heizung verwenden. Um die Mac-Prozessorkerne trotzdem mal richtig arbeiten zu lassen, etwa um zu testen, ob die Kühlung gut funktioniert oder es unter hoher Last zu Abstürzen kommt, könnt Ihr das „yes“-Kommando verwenden: Es treibt die Prozessorlast auf nahezu 100 Prozent, ohne dass Ihr zusätzliche Apps öffnen müsst. Wir zeigen Euch, wie es geht – und wie Ihr den Prozess anschließend wieder beenden könnt.

Yes-Befehl in der Basisvariante verwenden

Öffnet zunächst ein Terminal-Fenster aus dem /Programme/Dienstprogramme-Ordner und gebt dort den Befehl „yes“ ein und bestätigt diesen mit der Eingabetaste. Der Mac wiederholt jetzt einfach den Buchstaben „Y“ im Terminal und treibt so die Prozessorlast eines Kerns nach oben. Ihr könnt den Befehl auch anpassen, indem Ihr „yes (Wort)“ eingebt, wobei Ihr (Wort) gegen etwas anderes ersetzt, etwa „tutonaut“. Der Befehl lautet dann „yes tutonaut“.

Mit „yes“ lässt sich der Prozessor auf Hochtouren bringen…

Mit dem Yes-Befehl alle Prozessorkerne auslasten

Der „normale“ Yes-Befehl geht allerdings von einem einzelnen Prozessor aus. Moderne Macs haben allerdings mindestens zwei Prozessorkerne, die ihrerseits jeweils als als zwei Prozessoren im Hyper-Threading-Modus für das Betriebssystem sichtbar sind. Für eine volle Auslastung eines aktuellen Dualcore-Prozessors sind also vier Yes-Prozesse vonnöten. Dazu müsst Ihr pro Kern den Befehl
yes> /dev/null
eingeben.
Um alle vier Prozessoren gleichzeitig auszulasten, muss dieser Befehl viermal eingegeben werden. Der Einfachheit halber lassen sich die Befehle per „&“ verbinden, für einen aktuellen Mac mit Dualcore-Prozessor lautet der Befehl also:
yes> /dev/null & yes> /dev/null & yes> /dev/null & yes> /dev/null

… was auch in der Aktivitätsanzeige erkennbar ist…

Aktivitätsanzeige beobachten und Prozess beenden

Ein Blick in die Aktivitätsanzeige zeigt, dass der Prozessor nun am Limit läuft. Wartet eine Weile ab, damit der Lüfter anspringt und das Gerät richtig schön heiß wird. Es kommt zu keinen Abstürzen? Wunderbar, mit Eurem Mac sollte alles in Ordnung sein. Um den Prozess zu beenden, müsst Ihr jetzt die Tastenkombination (Strg)+(C) im Terminal drücken und anschließend
killall yes
eingeben. Der Yes-Befehl wird damit vollständig beendet, der Lüfter beruhigt sich wieder und alles ist wieder wie gehabt.

… bei Bedarf lässt sich der Prozess wieder beenden.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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