Kleine Änderung, große Wirkung: Der DNS-Server ist essentiell für die Surf-Geschwindigkeit. Mit dem richtigen DNS schaltet Ihr den Internet-Turbo ein.

Schleichten Websites wiedermal im Schneckentempo durch die Leitung, obwohl Ihr eigentlich eine schnelle Verbindung habt? Nun: Es gibt diese kleine Einstellungen auf dem Router, die viel Geschwindigkeit ausmacht, die aber nur wenige Nutzer kennen, der alternative DNS-Server. Das Domain-Name-System übersetzt IP-Adressen in Klartext-URLs, sprich: Wenn Ihr eine URL wie https://www.tutonaut.de eingebt, versteckt sich dahinter eigentlich eine IP-Adresse wie 123.456.789.012. Der Grund ist, dass sich natürlich niemand diese IP-Adressen merken kann. Die DNS-Server haben massiven Einfluss auf Eure Surf-Geschwindigkeit: Je schneller der DNS-Server, desto schneller werden Website-Anfragen beantwortet – nicht nur bei Direkteingabe der URL, sondern auch, wenn Ihr Links anklickt. Deshalb solltet Ihr sie testen und gegebenenfalls umstellen.

1. Aktuellen DNS-Server Eures Providers ermitteln

Um Euer DNS-Setup einem Speedtest zu unterziehen, benötigt Ihr zunächst den aktuellen DNS Eures Providers. Der wird in aller Regel automatisch von Eurem Router bezogen, weshalb er hier nicht unbedingt anzeigt wird. Auch in den Einstellungen Eures Rechners sind sie nicht, hier ist normalerweise automatisch der Router als DNS gesetzt.
Aber wie kann man den aktuellen DNS also herausfinden? Nun, am besten direkt im Router: Ihr könnt den aktuellen DNS zum Beispiel auf der FritzBox anzeigen lassen, indem Ihr die FritzBox-Einstellungen öffnet und hier Internet -> Online-Monitor wählt. Diesen DNS könnt Ihr jetzt kopieren, um um nächsten Schritt seine Geschwindigkeit zu messen. Falls bei Euch trotz Overkill-Internetverbindung Webseiten langsam laden, ist übrigens in aller Regel der DNS-Server schuld – noch ein Grund, ihn gegebenenfalls zu wechseln!

DNS-Server-Fritzbox_1

Den aktuellen DNS-Server könnt Ihr in der FritzBox einsehen.

2. Geschwindigkeit des DNS-Servers mit Namebench ermitteln

Um jetzt die Geschwindigkeit Eures DNS-Servers zu testen, hilft Euch das Tool Namebench für Windows, MacOS und Linux. Ladet Euch die Binaries für Euer System herunter und installiert das Programm. Anschließend könnt Ihr es starten: Fügt Euren DNS (in meinem Fall Netcolognes 194.8.194.60) in das Feld „Nameservers“ ein und setzt alle Haken; bei der Gelegenheit könnt Ihr auch gleich testen, ob Ihr zensiert werdet. Weniger Haken bedeuten schnellere Tests. Klickt anschließend auf „Start“: Die Geschwindigkeit Eures DNS-Servers wird jetzt gemessen und mit den Lösungen von Google und anderen alternativen DNS-Servern, sogenannten Public DNS Servern, verglichen. Das dauert leider ein bisschen, spart Euch aber später viel Wartezeit beim Surfen.

DNS-Server-Namebench_1

Mit Namebench könnt Ihr die Geschwindigkeit Eures Provider-DNS-Servers ermitteln…

DNS-Server-Namebench_2

… und erhaltet anschließend eine Liste brauchbarer Server.

3. Namebench-Ergebnisse checken

Nach dem Test zeigt Euch Namebench an, welcher DNS-Server für Euch am schnellsten ist, inklusive der Server von Google, OpenDNS und Co.
Das erstaunliche Ergebnis: Der vielgerühmte öffentliche Google-DNS-Service ist – zumindest an meinem Standort – gar nicht der schnellste DNS-Server, ja er findet sich in der Liste gerade einmal an siebter Stelle. Stattdessen empfiehlt Namebench oben rechts drei andere DNS-Server: Den von Arcor, den von OpenDNS und den von Netcologne – den Server, den ich ursprünglich in den Test habe einfließen lassen.

DNS-Server-Namebench_3

Der Google Public DNS ist vergleichsweise langsam.

4. Alternativen DNS-Server in die FritzBox eintragen

Doch wie bekommt Ihr die DNS-Empfehlungen jetzt in Euren Router? Nun, ganz einfach: Öffnet die DNS-Einstellungen, die Ihr in der FritzBox unter Internet -> Zugangsart -> DNS-Server findet und wählt hier als „DNSv4-Server“ den Punkt „Andere DNSv4-Server verwenden“. Hier könnt Ihr jetzt zwei der drei Vorschläge es Tools eintragen: Der primäre (bevorzugte) DNS ist dabei immer der, der zuerst angesprochen wird, der sekundäre (alternative) DNS wird benutzt, wenn der primäre sich nicht meldet oder zu langsam ist. Es empfiehlt sich also, die Anbieter an dieser Stelle zu trennen: Die Wahrscheinlichkeit, dass beide DNS-Server eines Anbieters gleichzeitig Probleme machen, ist deutlich höher als die, dass DNS-Server zweier verschiedener Anbieter vom Netz gehen. In meinem Fall habe ich jetzt den von Namebench empfohlenen Arcor-DNS 145.252.2.11 als primären DNS gesetzt, der Google-Server ist das Backup.
Sofern in Eurer Liste auch IPv6-DNS auftauchen, könnt Ihr diese natürlich auch unter „Andere DNSv6-Server verwenden“ eintragen. Ein Klick auf „Übernehmen“ setzt die neuen Einstellungen.

DNS-Server-Fritzbox_2

Ihr könnt die alternativen DNS-Server ganz einfach in der Fritz!Box eintragen.

Und jetzt: Schneller surfen auf allen Geräten!

Durch das Eintragen des DNS-Servers auf der FritzBox beschleunigt Ihr das Surfen auf allen Geräten, die gerade mit Eurer FritzBox verbunden sind. Probiert es aus: Die Umstellung auf den Arcor-DNS hat bei mir tatsächlich den Turbo eingeschaltet, selten haben Websites so schnell geladen – selbst mit dem Netcologne-DNS nicht, der laut Test ja ebenfalls sehr schnell sein soll. Falls Ihr die Vorteile des schnellen DNS auch unterwegs nutzen wollt, könnt Ihr diesen natürlich auch direkt auf Eurem iPhone, Android oder in Eurem Notebook und Tablet eintragen. Das Problem hier: Ein DNS, der von Eurem heimischen Internet-Anschluss aus schnell ist, muss das nicht zwangsläufig von unterwegs sein! Die im DNS-Feld des Endgeräts eingesetzten DNS-Einstellungen werden gegenüber denen des Routers immer bevorzugt behandelt, weshalb sich grundsätzlich am ehesten OpenDNS oder der Google-DNS für diese Eintragung eignet: Sie sind am besten weltweit erreichbar und sehr zuverlässig.
Übrigens: DNS-Server werden auch gerne zur Zensur eingesetzt – falls Ihr diesbezüglich Probleme bemerkt, etwa bestimmte Websites nicht laden, solltet Ihr auf jeden Fall einen anderen DNS-Server ausprobieren!

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

Artikel kommentieren:

shares
Close
>
</body>
</html>
<!-- Performance optimized by W3 Total Cache. Learn more: https://www.w3-edge.com/products/

Page Caching using apc
Page cache debug info:
Engine:             apc
Cache key:          313154f2457e3abe02f751c58c787e3d_ssl
Creation Time:      1492923220.000s
Header info:
Set-Cookie:          wfvt_-503826850=58fc33545f884; expires=Sun, 23-Apr-2017 05:23:40 GMT; Max-Age=1800; path=/; HttpOnly
Content-Type:        text/html; charset=UTF-8
X-Pingback:          https://www.tutonaut.de/xmlrpc.php
Link:                <https://www.tutonaut.de/wp-json/>; rel=; rel=shortlink Database Caching 77/156 queries in 0.261 seconds using apc Served from: www.tutonaut.de @ 2017-04-23 06:53:40 by W3 Total Cache -->