Rambox vereint Webdienste wie WhatsApp, Gmail, Telegram und mehr in einer einheitlichen Oberfläche. Wir zeigen Euch, was das praktische Tool taugt.

Ob WhatsApp oder Gmail, Slack oder Telegram, Twitter oder Outlook: So gut wie jeder Kommunikations-Dienst lässt sich heutzutage mehr oder weniger vollständig im Browser nutzen. Das ist praktisch, erspart es doch die Installation von nervigen Clients. Weniger gut: Wer viele Browser-Tabs öffnet, verliert schnell den Überblick und verpasst wichtige Nachrichten. Hier setzt Rambox an: Das Open-Source-Tool bündelt einen Haufen wichtiger Webdienste in einem separaten Fenster. So habt Ihr Eure wichtigsten Dienste stets im Blick, wovon vor allem E-Mail- und Messenger-Apps profitieren. Wir zeigen Euch, wie Ihr Rambox einrichtet und nutzt.

Multi-Messenger für die wichtigsten Dienste

Im Grunde genommen handelt es sich bei einem Rambox „nur“ um einen Wrapper für die diversen Browserseiten der Dienste. Die einzelnen Services werden dabei übersichtlich als Tab in einem Fenster zusammengefasst. Der Funktionsumfang entspricht exakt dem, den Ihr aus der Webversion von Twitter, Facebook und Co. kennt. Der Ansatz ist der gleiche wie bei Franz, mit dem ich aber vor allem unter macOS nie so richtig warm geworden bin. Apropos: Wie Franz steht auch Rambox für macOS, Windows und Linux zur Verfügung – ein Traum für Multi-Plattform-Deppen wie mich 😉 Außerdem könnt Ihr Eure Einstellungen zwischen den Systemen synchronisieren, was die Konfiguration zum Kinderspiel macht.

Rambox

Rambox vereint einen Haufen Messenger und anderer Webdienste unter einer Oberfläche (Bild: Rambox.pro)

In der Stand dieses Tutos aktuellen Version 0.53 unterstützt das Programm schon rund 50 Webdienste. Die Entwickler haben aber vor einiger Zeit eine neue Version angekündigt, in der weitere Services integriert werden (darunter auch mein bevorzugtes To-Do-Tool Todoist). Die Macher hoffen dafür auf Spenden, was Ihr hier tun könnt – mir war das Ganze einen Zehner wert.

Doch genug der Vorrede, legen wir los:

1. Rambox herunterladen

Ihr findet die jeweils aktuellste Version von Rambox auf der Homepage des Tools. Ladet die passende Ausgabe für Euer System herunter und installiert sie. Über neue Versionen informiert Euch das Programm später automatisch und lädt diese per Auto-Update herunter.

Rambox steht für alle wichtigen Systeme zur Verfügung

2. Webdienste hinzufügen

Nach dem Start zeigt Euch Rambox eine Liste aller derzeit unterstützten Dienste.Klickt Ihr einen davon an, blendet Rambox zunächst einige Optionen ein. Show notifications bedeutet, dass Ihr (beispielsweise im Dock von macOS) über ungelesene Nachrichten informiert werdet. In den Optionen unter Unread Counter könnt Ihr diese Meldungen weiter verfeinern. Tab unread counter zeigt die Anzahl der Benachrichtigungen auf dem jeweiligen Tab im Rambox-Fenster. Mit Include in global unread counter legt Ihr fest, ob die Benachrichtigungen des Services im Gesamt-Zähler auftauchen sollen. Speziell bei Mails solltet Ihr darüber nachdenken, die Option zu deaktivieren, um die Übersicht zu wahren.

3. Einrichtung fortsetzen

Mit einem Klick auf Add landet Ihr auf einem neuen Tab für den gewählten Service. Hier müsst Ihr Euch nun wie vom Browser bekannt anmelden. Dazu gebt Ihr Eure Log-in-Daten oder (wie im Telegram-Beispiel) Eure Telefonnummer ein. Anschließend könnt Ihr den eingestellten Webdienst nach Belieben im Rambox-Fenster nutzen.

4. Eigene Webdienste einfügen

Wenn Rambox eine Dienst nicht direkt unterstützt, könnt Ihr den Service trotzdem einfügen. Wählt dazu auf der Startseite den Befehl Custom Service. Hier könnt Ihr die URL des Dienstes einfügen und diesen per Add hinzufügen. Ich habe diese Methode unter anderem mit dem Facebook Messenger getestet und sie funktionierte einwandfrei – inklusive Benachrichtigungen.

5. Weitere Einstellungen vornehmen

Auf diese Weise könnt Ihr beliebig viele Dienste in Rambox einfügen. Das geht auch mehrfach, um beispielsweise verschiedene Gmail-Konten abzurufen. Wollt Ihr später etwas ändern, wechselt auf die Startseite des Programms. Hier findet Ihr die eingerichteten Dienste auf der rechten Seite. Klickt auf das Zahnrad, um die Einstellungen für einen Dienst zu ändern. Über das Mülleimer-Symbol könnt Ihr die Dienste hingegen löschen.

6. Einstellungen auf mehreren Computern synchronisieren

Zuletzt zu meinem persönlichen Killerfeature: Ihr könnt die eingestellten Dienste auf beliebig vielen Geräten synchronisieren. So müsst Ihr die Einrichtung nicht jedes Mal wiederholen, was jede Menge Zeit spart. Klickt dazu auf der Startseite von Rambox oben rechts auf Login. Nun könnt Ihr Euch via Facebook, Twitter und Co. oder über die klassische Mail-Passwort-Kombi anmelden. Einmal eingeloggt, könnt Ihr über Synchronize Configuration – Backup eine Sicherung der Einstellungen vornehmen. Auf einem anderen Gerät ladet Ihr diese mit Restore herunter. So bleibt das Programm auf all Euren PCs und Macs aktuell.

Rambox ist eines dieser Programme, dass ich schon nach wenigen Minuten nicht mehr missen will. Die Allround-App sorgt dafür, dass ich viele offizielle Clients – etwa von WhatsApp, Telegram oder Twitter – von meinem MacBook geschmissen habe. Mittlerweile gehört es auf allen meinen Arbeitsgeräten zur Grundausstattung. Ich hoffe sehr, dass die Entwicklung weitergeht und die Macher ihre Spendenziele erreichen!

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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