Das iPhone X ist da – und das ist noch nicht alles. Boris hat sich die Apple-Keynote in voller Länge gegeben. Seine Fanboy-fernen Eindrücke lest Ihr hier.

Als Technikjournalist, der eigentlich gerne möglichst lange um übertriebene Technik-Hypes herumschifft, sind die Wochen vor einer Apple-Keynote die Hölle – erst recht, wenn ein neues iPhone ins Haus steht. Schließlich bin ich jobbedingt dazu gezwungen, mich über die iViecher zu informieren. Und da nun auch noch unser Apple-Hofberichterstatter Christian im (wohlverdienten…?) Urlaub weilt, habe ich mir die iPhone-Keynote gar in voller Länge gegeben. Eine kleine Einschätzung eines kritischen Apple-Gutfinders zu iPhone X, Apple TV 4K und co.

Ja, ich mag Apple-Produkte. Sehr sogar. Sehr sehr. Aber ich kann den Hype rund um die Neuvorstellungen aus Cupertino weder leiden noch nachvollziehen. Das nur zur besseren Einordnung der folgenden Zeilen. Dennoch habe ich mich auf meinem mittlerweile überaus liebgewonnenen iPad Pro die heutige Apple-Keynote aus dem Steve Jobs Theatre verfolgt. Und bin… Naja, dezent amüsiert. Gleich drei neue iPhones (iPhone 8, iPhone 8 Plus und iPhone X), eine neue Apple Watch, einen neuen Apple TV und ein wenig Zubehör-Kladderadatsch gab es zu bestaunen. Und wie war mein Habenwollen-Faktor? Nun, dazu später 😉

Tim Cook Steve Jobs

Tim Cook im Steve Jobs Theatre des neuen Apple-Hauptquartiers (Bild: Apple)

Ein paar Worte zur Keynote-Präsentation? Nope, da halte ich mich besser zurück 😉 Nein, Tim Cook und seine lustigen Freunden bringen nicht den gleichen Esprit auf die Bühne, wie sie die legendären Steve-Jobs-Keynotes versprühten. Doch als jemand, der nicht stotterfrei vor mehr als fünf Menschen referieren kann, maße ich mir nicht an, sie dafür zu kritisieren. Alles in allem war die Präsentation zwar Post-Jobs-typisch dezent steril. Trotzdem fand ich sie besser als die Schnarch-Keynotes von Google zum Start von Android 8 oder die Über-anstrengenden Samsung-Präsentationen der letzten Jahre. Trotz Animojis. Oh mein Gott, diese Animojis…

Apple TV4K und Apple Watch Series 3

Der Vollständigkeit halber zunächst ein paar Worte zu den „kleineren“ Apple-Neuheiten. Apple Watch Series 3 mit LTE: Gibt es jetzt. Okay, das ist noch nicht alles. Ich bin auch nach einem Praxis-Test kein Fan der Apple-Uhr. Doch sie verkauft sich aber laut Mr. Cook saugut und außer mir sind überhaupt alle damit zufrieden. Wegen mir soll es so sein 🙂 Nun erscheint also die dritte Version der Apple-Uhr. Die sieht immer noch etwas dröge aus, für meinen Geschmack. Die Wichtigste und für Uhren-Fans sicher wirklich feine Neuerung: Die Apple Watch Series 3 beherbergt eine elektronische SIM-Karte, die auch abseits des iPhones funktioniert (in Deutschland aber scheinbar nur für Telekom-Kunden verfügbar). Jep: Wer schon immer einmal über seine Uhr telefonieren wollte (…und nicht schon eine Android- oder Samsung-Smartwatch dazu einsetzte), kann das mit der Apple Watch Series 3 tun. Hossa. Spannender finde ich, dass die Apple-Watch-Apps nun auch ohne iPhone in der Nähe Daten abrufen können, was unter anderem mit Siri und diversen Messengern funktioniert. Wie lange, steht auf einem anderen Blatt – Apple spricht in Sachen Akkulaufzeit von „All day“. Eine Uhr, die man täglich lädt, wäre nichts für mich…

Apple Watch Series 3

Wer schon immer einmal beim Surfbrett-Paddeln auf dem See über seine Uhr telefonieren wollte, kommt um die Apple Watch Series 3 nicht herum (Bild: Apple)

Endlich: Apple erfindet 4K und HDR

Habt Ihr einen hypermodernen, HDR-tauglichen 4K-Fernseher, auf dem Filme trotzdem nur als grauer, unförmiger Brei erscheinen? Dann rettet Euch Apple ab sofort! Der Messias heißt: Apple TV 4K: Jep, ein neuer Apple TV. Kann nun endlich auch 4K und HDR streamen. Also alles, was Nvidia Shield TV und Amazon Fire TV bereits seit 2015 können. Wie es sich für eine Keynote aus Cupertino gehört, hörte sich das so an, als hätte Apple 4K und HDR erfunden. Der Unkerei zum Trotz: Für Apple-Fans gibt es nun kaum noch einen Grund, nicht zum neuen Apple TV zu greifen. Konnte das (weiterhin verkaufte) 2015er-Modell lediglich in FullHD ausspielen, gibt es nun endlich die volle Unterstützung von 4K-TVs und – wohl wichtiger – den HDR-Standards HDR10 und Dolby Vision. Vor allem in Kombination mit AirPlay 2 dürfte es interessant sein, 4K-Videos vom iPhone aufs Apple TV zu bringen. Kleine Randnotiz: Als Content-Zuspieler für den Apple TV 4K nannte Apple unter anderem Netflix, von Amazon Video war aber in der Keynote nicht die Rede – scheinbar sind sich die beiden Giganten immer noch nicht ganz einig, wann Amazon Video auf dem Apple TV landen soll.

Apple_TV_4K_HDr

Als weltweit erstes Gerät beherrscht der Apple TV 4K nicht nur ultrahochauflösende Filme, sondern auch HDR (Bild: Apple)

Einmal mehr hat Apple natürlich auch versucht, den neuen Apple TV als Spielkonsolen-Alternative zu vermarkten. Angetrieben wird die neue Box immerhin von A10X-Chipsatz, der auch das iPad Pro befeuert und ordentlich Grafikleistung bietet. Mit Sky durften die Entwickler von Journey gleich einmal zeigen, was die neue Kiste drauf hat. Sah gut aus. Aber eine Alternative zu PS4 Pro oder Xbox One X? Ich denke nicht. Mit 32 oder 64 GB internen Speicherplatz dürften Blockbuster-Games auf dem Apple TV 4K trotz ordentlicher Power weiterhin die Ausnahme bleiben. Wie gesagt: Mich persönlich reizt das Gerät nicht, es ist aber eine absolut sinnvolle Modellpflege. Wer bislang gezögert hat, darf meiner Meinung nach beim Apple TV 4K bedenkenlos zugreifen.

Wirklich feiner Zug von Apple: 4K-Filme kosten im iTunes-Store nicht mehr als FullHD-Material. Außerdem bekommen Käufer des Apple TV 4K ihre bereits gekauften Inhalte automatisch im neuen Format (so vorhanden). Völlig ironiefrei: Finde ich richtig gut!

iPhone 8 und iPhone 8 Plus: Das große Gähnen?

Leicht gelangweilt überlässt Timmy nach rund einer Stunde seinem Kollegen Phil Schiller die Bühne. Der präsentiert – ebenfalls eher uninspieriert – das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus. Wie erwartet die übliche Modellpflege: die fast gleichen Gehäuse mit (angeblich) megastabilen Glasteilen, dazu der neue, sechskernige Apple-A11-Chipsatz. Der soll nicht nur gewohnt schneller sein als sein Vorgänger, sondern vor allem durch die biometrischen Extras punkten. So soll er unter anderem dabei helfen,  die verbesserte Kamera noch besser auf Motive einzustellen und das Ergebnis zu berechnen. Das klingt in Apple-Keynotes immer gut, aber hier warte ich einfach mal die ersten Kamera-Reviews ab.

Apple A11 SoC

Der A11 dürfte Apples Dominanz in Sachen Mobil-SoCs weiter ausbauen (Bild: Apple)

Endlich laden ohne Kabel

Schön: Endlich können auch iPhones kabellos per Qi-Standard aufgeladen werden (ohne Bastellösungen). Ist wirklich toll. Das weiß ich, weil mein Google Nexus 5 das schon 2013 konnte – und ich es im aktuellen Google Pixel vermisse 😉 Aber im Ernst, ist eine feine Sache und ich finde es gut, dass Apple hier auf einen etablierten Standard setzt. Passend dazu gab es auch gleich die etwas holprig AirPower genante Ladestation. Die versorgt auf Wunsch gleich noch die Apple Watch 3 und (per Zubehör) die AirPods mit Strom. Für Apple-Alleskäufer sicherlich ein feines Zubehörteil.

Apple AirPower

Apple AirPower: Kabellose Power für iPhone, Apple Watch und mehr (Bild: Apple)

Geheimer Superstar: ARKit auf dem iPhone 8

Ebenfalls an Bord: Augmented-Reality-Fähigkeiten über ARKit in iOS 11. Machte in der Demo einen superguten Eindruck. Damit könnt Ihr Euch per Smartphone Sachen in die echte Welt projizieren, also quasi Pokemon Go auf Steroiden. Im Beispiel zeigte Apple etwa einen Kampfroboter, der  auf dem Basketballplatz rumlief, oder Live-Infos zu den Spielern einer Baseballmannschaft. Wie gesagt, fand ich mega – wird aber dank Update auf iOS 11 auch auf alten iPhones funktionieren (wie gut, wird sich zeigen).

iPhone 8 iOS 11 Augmented Reality

Augmented Reality auf dem iPhone 8 – für mich eines der Highlights der Keynotes (Bild: Apple)

Alles in allem eigentlich ein schönes Update, das Apple seiner iPhone-Reihe da verpasst hat. Doch auf der Keynote scheintdas iPhone 8 nur ein 800 Euro teures Nischenprodukt zu sein. Der Star des Abends: Das iPhone X.

iPhone X: Das Hyper-Mega-iPhone – oder?

Da isses nun also, das sagenumwobene iPhone X – von Tim Cook fast schon klischeehaft als „one more thing“ angekündigt. Doppelt so leistungsstark, vier mal so schön und so teuer, dass nur die fünf reichsten Könige von Europa es sich leisten können. Nein, Spaß beiseite: Grundsätzlich ein wirklich schönes Ding. Apple hat sich vom etablierten Homebutton verabschiedet und geht auf’s Ganze – genau genommen ein Vollbild-Display. Bieten Samsung, LG und Xiaomi auch, aber für das bislang von dicken Rahmen bestimmte iPhone ist es wirklich ein grooooßer optischer Schritt nach vorne. Und auch der Wechsel auf ein AMOLED-Display (übrigens von Samsung gebaut) dürfte ein Fortschritt für die mittlerweile etwas altbackenen Retina-Displays sein. Nicht umsonst spricht Apple vom – kommt Ihr selbst drauf? – Super-Retina-Display. Endlich auch mit einer zeitgemäßen Pixeldichte, die den Retina-Namen verdient. Magical.

iPhone X TIm Cook

Tim Cook vor dem iPhone X (Bild: Apple)

Bei der Bedienung setzt Apple mangels Homebutton voll auf die Gestensteuerung. Ein Wisch von unten nach oben öffnet den Homescreen des iPhone X. Das Kontroll-Center wandert stattdessen in den „Wischbereich“ von oben rechts nach unten. Und Multitasking? Passiert per Wischer über den unteren Rand. Muss man sich vermutlich dran gewöhnen, aber in der Demo sah es logisch aus. Abwarten, was langjährige iPhone-User dazu sagen.

FaceID – klappt immer?

Anstelle von TouchID entsperrt man das Ding mit einer biometrischen Gesichtserkennung, genannt Face ID. Soll laut Apple selbst im Dunkeln und mit Bärten, Brillen und überhaupt immer funktionieren. Witzigerweise hat es bei der weltweit ersten Live-Demo durch den gewohnt souveränen Craig Federighi dann gleich erstmal versagt. Erinnerte mich ein wenig an den Live-Absturz von Windows 98 featuring Bill Gates 🙂

 

Wie auch immer, ich denke schon, dass FaceID in der Praxis funktionieren wird. Aber so wirklich flotter und vor allem einfacher als TouchID kam es mir zumindest in der Demo nun wirklich nicht vor. Trotzdem freue ich mich, das Feature irgendwann einmal live zu testen.

Apple Face ID

Apple Face ID: Sieht gruselig aus, soll dafür aber auch im Dunkeln funktionieren

Animojis: Yes, that happened

Doch drieß doch jet op FaceID, wie wir hier in Kölle sagen – das wahre Killerfeature vom iPhone X sind die Animojis. Ja, Apple hat tatsächlich rund zehn Minuten damit verbracht, die automatische Animation von Emojis anhand der Gesichtserkennung zu demonstrieren. Ach ja, und natürlich neue Snapchat-Filter. Kein Witz. Ernsthaft. Ich bin mir sicher, dass die biometrische Frontkamera noch das eine oder andere Schmankerl in App-Form erhalten wird, aber bei diesem Part der Keynote dachte ich wirklich kurz, ich hätte versehentlich zu lange an irgendwas geschnuppert…

Animojis iPhone X

Animojis auf dem iPhone X – ich habe in etwas so geguckt, wie der Affe (Bild: Apple)

iPhone X: ab 1149 Euro (jep, richtig gelesen)

Und was kostet es nun, das iPhone X? Nun, schlappe 1.149 Euro. Mit 64 Gigabyte Speicher. Reicht Euch nicht, weil Ihr zehntausende von Animoji-Nachrichten speichern wollt? Apple denkt an Euch! Für nur  1.319 Euro bekommt Ihr es mit 256 Gigabyte. Ich will an dieser Stelle keine Preisdiskussion auslösen, nicht mit dem moralischen Zeigefinger fuchteln. Jeder soll sich kaufen, wozu er Bock hat und wofür das Geld langt. Und auch Samsung verlangt für das Galaxy Note 8 beinahe einen Tausender. Wie gesagt, muss jeder selber wissen. WENN ich soviel Geld in ein Handy investiere, wäre es definitiv von Apple – denn hier weiß ich, dass ich es vermutlich auch in drei oder vier Jahen nutzen kann oder es zumindest für passables Geld wieder loswerde.

iPhone X Preise

iPhone X Preise: Wer kann, der kann…

Vermutlich wird das 10er-iPhone die komplette Konkurrenz technisch in die Schranken weisen. Denn wie so oft gilt: Apple läuft technisch lange hinterher, um dann am Ende entspannt zu überholen. Keine der Neuerungen (drahtloses Aufladen, randloses Display, Gesichtserkennung, Top-Kamera, AMOLED-Dispalay) ist für sich etwas, was es nicht schon seit Jahren im Android-Lager gibt. Und dennoch glaube ich ungesehen, dass das iPhone X als Gesamtpaket besser ist als alles, was Samsung, Google, LG und Konsorten im Portfolio haben. Doch zu welchem Preis?

Machen wir uns nichts vor: Das iPhone X wird rocken

Ja, Apple hat pünktlich zum iPhone-Jubiläum ordentlich einen rausgehauen. Wie gut die Bedienung ohne den Homebutton funktioniert, wird man sehen (aber wie ich Apples Softwareabteilung einschätze, wird man sich hier wie gewohnt an der bewährten Android-Technik bedient haben 😉 ). Auch die Akkulaufzeit und die echte Qualität der Kamera muss sich in Tests beweisen. Dass das Ding rasend schnell ist, darüber müssen wir wohl nicht diskutieren – selbst der A10-Chip wischt mit der Qualcomm-Konkurrenz noch heute den Boden auf. Kurzum:  Ich denke mal, dass in Sachen iPhone-X-Test alles auf einem hohen bis SEHR hohem Niveau landet. Weil Apple so etwas nun einmal kann. Trotzdem, für mich gilt beim iPhone X: Ich passe.

Apple iPhone X Specs

Technisch scheint das iPhone X über alle Zweifel erhaben (Bild: Apple)

Nach 8 kommt 10 – das kennen wir doch?

So, das iPhone X (also: 10) ist also die Zukunft des Smartphones. Für Apple. Okay. Doch was ist dann das iPhone 8? Die Gegenwart? Die Vergangenheit? Ein Nebenschauplatz? Ich bin mir nicht sicher. Jedenfalls kommt bei Apple nach 8 die 10, oder genauer gesagt, gleichzeitig. Apples Freunde von Microsoft waren immerhin so konsequent, den Sprung von Windows 8 auf Windows 10 erst nach ein paar Jahren zu vollziehen…

Apple iPhone X

Hallo, Zukunft. (Bild: Apple)

Doch nun haben wir den Salat: Welchem iPhone gehört denn nun die Zukunft? Werden die Wischgesten des iPhone X auch irgendwann per iOS-Update auf älteren Geräten funktionieren? Muss ich als iPhone-User künftig zwei Arten lernen, um das Telefon zu bedienen? Wischen von unten oder von oben rechts oder was nun?

Apple iPhone 8

Hallo, öhm… Gegenwart? Vergangenheit? Parallelwelt? (Bild: Apple)

Und überhaupt: Mittlerweile verkauft Apple so viele Modelle, da wird ja selbst Samsung neidisch. Natürlich ist Auswahl nicht verkehrt, im Gegenteil. Dennoch werden sich die neuen Modelle verkaufen. Doch ich bin jetzt schon gespannt, wie es nächstes Jahr weitergeht: Kommt ein iPhone 11? Ein iPhone 9? Ein iPhone X 10.1 Puma? Feiert der Homebutton sein Comeback? Stirbt er ganz? Und was ist dann mit dem iPad? Dieses Zweigleisige ist so Apple-untypisch, dass ich selbst noch nicht weiß, ob ich es cool, blöd oder irgendwas ganz anderes finde. Ich bin verwirrt. Dank Tim Cook 😀

iPhone Modelle 2017

Das iPhone-Portfolio wird doch so laaaaangsam unübersichtlich (Bild: Apple)

Persönlich hat Apple mich als potenziellen iPhone-Käufer übrigens durch die Doppel-Schiene verloren. Tatsächlich habe ich nach Jahren der Android-Treue überlegt, dieses Jahr dann doch mal so richtig ins Apple-Lager zu wechseln. Schließlich arbeite ich fast nur noch am Mac und bin seit Sommer hochzufriedener iPad-Pro-Nutzer, verwende außerdem jobbedingt das sehr schöne iPhone SE. Das wäre mir als Hauptgerät aber zu klein. Doch das iPhone X überzeugt mich nach dem Gesehenen nicht genug, um den exorbitanten Preis zu rechtfertigen. Beim iPhone 8 hätte ich hingegen das Gefühl, für sehr viel Geld Ware aus der zweiten Reihe zu erhalten. Ich weiß, das ist eigentlich quatsch, kann es doch in vielen Punkten das gleiche wie Luxus-iPhone (drahtloses Qi-Aufladen, A11-Chipsatz…). Aber es fehlt auch was. Das bessere Display, die optimalen Kameras. Gefällt mir nicht. Also bleibe ich vorerst beim biederen, aber grundsoliden Google Pixel. Mal schauen, was die Apple-Keynote 2018 bringen wird…

Fazit: Meh – auf sehr hohem Niveau

Vielleicht lag es an den unzähligen Leaks und den faktisch nicht vorhandenen Überraschungen, die das neue Wunder-Smartphone brachten. Aber ich fand die Präsentation des iPhone X unfassbar… Sagen wir… dröge. FaceID ist sicherlich eine tolle Lösung, wenn sie denn funktioniert. Die Kamera(s) des iPhone X werden traditionell grandios, das Display sicher auch – wie gesagt, Hardware bauen kann Apple wie kaum ein zweiter Hersteller. Aber wenn die Zukunft des Smartphones wirklich animierte Emojis bringt, dann bleibe ich lieber in der Gegenwart. Mir ist natürlich klar: Egal, was ich hier schreibe, das Ding wird sich verkaufen wie geschnitten Brot und ist sicherlich ein sehr gutes Gerät. Doch im Endeffekt ist es einmal mehr nur ein Smartphone. Mit dem man telefoniert, im Internet surft, WhatsApp nutzt und Fotos knipst. Ich warte daher noch ein Jahr, in dem ich den Wechsel ins iPhone-Lager überdenke. Tatsächlich finde ich es fast überraschend, dass das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus gegenüber dem iPhone X so wenig eingeschränkt wurden. Vielleicht ist man sich auch bei Apple noch nicht ganz sicher, wohin die Reise eigentlich gehen soll.

iPhone Qi

Kabelloses Laden: Ein stilles Highlight der neuen iPhones

Der Rest vom Fest in Sachen Apple-Keynote?: Für Fans sicherlich cool, für mich eher unspannend. Beim Smart-TV bleibe ich bei meinem geliebten Nvidia Shield TV, am Handgelenk verrichtet hoffentlich noch lange die semi-smarte Garmin Forerunner 735 XT ihren Job. Also, Tim Cook und Co: Ihr wart gut, doch für mich als Skeptiker hat es nicht ganz gereicht. Zumindest nicht in Sachen iPhone X. Vielleicht klappt es ja beim iPhone X2, iPhone XI, iPhone Perfect 11, iPhone Drölf – immerhin hat mich das iPad Pro auch erst im zweiten Anlauf so richtig gepackt. Und Ihr wolltet ja bald noch was in Sachen Mac Pro machen, habe ich gehört – ich warte in angespannter Vorfreude 😉

Alle Infos zum iPhone X bei Apple

Alle Infos zum iPhone 8 bei Apple

Über den Autor

Boris Hofferbert

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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1 Kommentar

  • Schöner Bericht! Ich bin auch am hadern – soll ich es wirklich machen oder lass ich es lieber sein?

    Das iPhone X muss man mal in der Hand halten um beurteilen zu können wie das neue „Feeling“ ist. Nachdem Google es in meinen Augen nicht geschafft hat dem Pixel einen würdigen Nachfolger zu schenken, gibt es auch 2017 lediglich einen Hersteller, der Hard- und Software aus einem Guss bietet.