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Linux & Co.Windows

Linux ist NICHT das Windows-Gegenstück

Immer wieder wird Windows mit Linux verglichen und immer wieder kommt dann das Clown-Argument, dass bei Linux alles so uneinheitlich ist. Bei dem einen Linux wird auf diese Art gearbeitet, bei dem anderen auf jene Art. Desktops sehen anders aus. Standard-Tools ebenso und so weiter. Dabei ist der Vergleich bescheuert: Windows meint Versionen, Linux meint Distributionen – hier werden Äpfel mit Obstbäumen verglichen.

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Version vs. Distribution

Windows 3.1 ist ein Windows. Windows 95 ist ein Windows. XP ist eines, Vista, 7, 8.1, 10 – alles Windows, nur eben jeweils neuere Versionen. Aber es ist immer ein und dasselbe Betriebssystem, gemacht von denselben Leuten, für dieselbe Kundschaft und mit denselben wirtschaftlichen Zielen.

Ubuntu ist ein Linux. Debian ist ein Linux. Arch ist ein Linux. Und Puppy auch. Und jedes dieser Systeme funktioniert in vielen Punkten anders als die anderen – was Windows-Verfechter immer wieder hassen (und macOS’ler lustigerweise auch). Aber der Vergleich stinkt: Ubuntu, Debian, Puppy & Co. sind eben keine Versionen eines Betriebssystems, sondern jeweils eigenständige Betriebssysteme! Von anderen Teams und mit jeweils eigenem Fokus. Zwar bauen alle auf demselben Kern auf, weshalb alle unter den Obergebriff Linux fallen, aber es sind eben Distribution, nicht bloß Versionen.

Der passende Vergleich: Ubuntu vs. Windows – da wird ein Schuh draus. Was für Windows 3.1, 95, XP, Vista, 7, 8.1 und 10 ist, ist für Ubuntu 1, …, 16, 17, 18 – eben die Versionshistorie.

Man kann es auch andersrum erklären: Das Gegenstück zu Linux wäre – aber auch nur zu Erklärzwecken – gewissermaßen Microsoft-Betriebssystem. Und da gäbe es dann einmal Windows und einmal DOS. Und ach, da könnte man doch auch meinen, dass diese beiden ein klein wenig unterschiedlich sind …

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Windows vs. Ubuntu

Wer also Windows mit Linux vergleicht, treibt von vorneherein groben Unfug. Und das hat nichts mit Pedanterie à la „Es heißt nicht Linux, sondern GNU/Linux“ zu tun. Man kann Windows mit einem Linux vergleichen. Zum Beispiel mit Ubuntu. Und dann ziehen plötzlich viele Argumente nicht mehr: Ubuntu lässt sich genauso einfach bedienen wie Windows, unterstützt so ziemlich alle gängige Hardware, kommt standardmäßig mit proprietären Grafiktreibern und Multimedia-Codecs, ist komplett einheitlich zu bedienen, perfekt dokumentiert und dürfte nicht einen Otto Normalwindowsnutzer in irgendeiner Art überfordern. Von Frickelei keine Spur.

Ubuntu Gnome vs. Ubuntu LXDE

Fairerweise muss man sagen, dass Linuxe im Gegensatz zu Windows generell einen großen Vorteil haben: Die Desktopumgebung kann man austauschen. Desktop meint hier, vereinfacht gesagt, einerseits die grafische Oberfläche und andererseits die Standard-Tools. Und ein Ubuntu mit Standard-Desktop bedient sich durchaus merklich anders als ein Ubuntu mit LXDE-Desktop. Herrgottnochmal, mit Lubuntu gibt es sogar ein eigenständiges Betriebssystem, das Ubuntu mit LXDE als Standard-Desktop ausliefert. Aber der Austausch des Desktops ist auch nicht unbedingt das, was ein Einsteiger als erstes tut. Und wenn man statt von Linux vs. Windows im Sinne der Fairness von Ubuntu vs. Windows spricht, darf man natürlich getrost die Standardversion von Ubuntu meinen. Und falls das einem Winler nicht passt: Man kann Windows in die Kommandozeile booten – was ist dann mit der einheitlichen Windows-Oberfläche?

Windows 10 vs. Ubuntu 18

Ein wirklich fairer Vergleich sollte so aussehen, dass ein Linux-Betriebssystem in aktueller Version mit einem Microsoft-Betriebssystem in aktueller Version verglichen wird, also beispielsweise das Microsoft-OS Windows in Version 10 mit dem Linux-OS Ubuntu in Version 18. Dann, und nur dann, kann man zu einem vernünftigen Ergebnis kommen. Wie das dann ausfällt ist eine ganz andere Frage.

Ich persönlich beispielsweise bleibe dabei, dass Windows bezüglich der Konfiguration deutlich besser aufgestellt ist. Geschätzte 98 Prozent der Dinge, die Otto Normalverbraucher einstellen will, sind unter Ubuntu genauso einfach wie unter Windows. Aber Windows bietet in der Systemsteuerung grafische Tools für fast jede erdenkliche Kleinigkeit, beispielsweise zum Anpassen von IPv4-Einstellungen für einzelne Netzwerkadapter. In dieser Tiefe verlangt Ubuntu dann doch irgendwann nach der Bearbeitung von Textdateien. Mööp – das Beispiel funktioniert nicht, gibt’s in Ubuntu auch. Dennoch gibt es Dinge, die nach wie vor über „manuell“ über Config-Dateien geregelt werden – zumindest standardmäßig. Aber braucht ein normaler User derlei Dinge? In der Regel eher nicht.

Normale User werden sich im Gegenteil eher über Ubuntus Ausstattung mit Anwendungsprogrammen freuen: Bildbearbeitung, Office, Mail, alles sofort startbereit. Softwareinstallationen? Aus einer Hand über das Paketmanagement. Sicherheit? Gegeben. Monatliche Neustarts für Updates? Nö. Nach-Hause-Funk? Auch nicht.

Normale Windows-geeichte User werden sich natürlich dennoch darüber aufregen, dass nicht alles so aussieht wie bei Windows und es folglich für schlechter und komplizierter halten. Das kommt dann davon, wenn produktindoktrinierte, nicht zur Objektivität fähige Konsumenten Aktivisten Urteile fällen.

Unvoreingenommene User, die noch nie an einem Rechner gesessen haben, werden mit Ubuntu ähnlich gut zurecht kommen wie mit Windows. Manche Dinge sind hier besser, andere dort. So lange es noch keine eingefahrenen Verhaltensmuster und angewöhnte Produkte (MS Office, Photoshop, etc.) gibt, ist das alles halb so wild.

Was dabei heraus kommt ist aber auch gar nicht so wichtig. Wichtig ist zunächst nur eines: Vergleicht bitte Äpfel mit Äpfeln, oder Birnen, und nicht Äpfel mit Obstbäumen. Wenn Betriebssysteme Äpfel sind, sind Microsoft und Linux Obstbäume. Nur dass Microsoft dann nur eine Sorte Apfelbaum ist (nun gut, es gibt noch hinten im Garten den alten verlotterten DOS-Apfelbaum, der reformhaustaugliche Ugly-Äpfel hervorbringt …). Linux hingegen ist eine komplette Streuobstwiese mit diversen Sorten von Apfelbäumen (Ubuntu, Debian, Mint, etc.), aber auch Birnbäumen (Suse Linux), Kirschbäumen (Arch Linux) und so weiter. Aber am Ende im Supermarkt müsst Ihr Entscheiden: Boskopp-Apfel oder Nashi-Birne, Windows 10 oder Ubuntu 18.

Hier haben wir noch mehr zu Linux und vielleicht ganz konkret interessant: 10 Desktops für Ubuntu und wie man sie installiert. Oder doch lieber was zu Windows?

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help

28 Kommentare

  1. Also ich finde ganz am Anfang ist ein sehr schräger Vergleich. Also Windows (3.1 – 10) sind Versionen, aber Linux Distris sind eigene Betriebssysteme. Wo liegt denn der große Unterschied zwischen bspw. Linux Mint und Arch Linux, wenn ich bei Arch ebenfalls Cinnamon verwende. Lediglich an den Tools, die Mint mitliefert. Aber ist es nicht eher so, als wenn ich mir meine Windows 10 so anpasse mit eigenen Theme, Startmenü, etc. und mit Chocolate meine Software beziehe hätte ich demzufolge ebenfalls ein eigenes Betriebssystem. Windows ist lediglich nur ein Name. Natürlich basieren die aufeinander. Aber spätestens zwischen Windows 98/Me und Windows 2000/XP ist es theoretisch ein anderes Betriebssystem. Während bei den Linuxe derselbe Kernel (evtl. nur angepasst) verwendet wird. Aber die Software ist zueinander fast immer Kompatibel. Unterscheiden tun sich die Distributionen doch nur in der Software Auswahl im Repo, dem Aktualisierungs- und Installationsprogramm und der vorgegeben Software Auswahl und vorkonfiguration.

    „Das kommt dann davon, wenn produktindoktrinierte, nicht zur Objektivität fähige Konsumenten Aktivisten Urteile fällen.“
    Das über Windows Benutzer zu schreiben kann falscher nicht sein. Hier waren Sie wohl der Aktivist, der nicht objektiv ist. Ich bin auch komplett auf Linux umgestiegen. Das aber aus Gründen, da ich die Richtung, in die sich Microsoft entwickelt nicht mehr mitgehen möchte. Aber selbst ich muss sagen, dass Windows 10 sich meiner Meinung nach erheblich Benutzerfreundlicher ist, wie die gängigen Linux Oberflächen. Aber ist für Sie nur eine Gewöhnung. Das ist aber falsch. Da ich mit meiner Entscheidung manche Brocken verdauen muss, dass bestimmte Sachen unter Linux nicht funktionieren, die unter Windows nie ein Problem waren. Ich rede nicht von, ist umständlicher oder mein Programm xy geht nicht, sondern Sachen, die Softwareunabhängig nicht gehen (z. B. bestimmte Probleme beim Mehrmonitor-Betrieb). Ich bleibe dennoch trotzdem dabei, aber ich fand es halt nicht so schön, dass alle Windows Benutzer, die dieses verteidigen als indoktrinierte Aktivisten hingestellt werden. Ich kann auch klar einige Dinge Sagen, in denen Linux besser ist, aber genauso fallen mir unzählige Sachen ein, in denen es schlechter ist. Und dabei ist die Distri (Ubuntu, Mint, OpenSuse, Debian, Arch) völlig egal. Die Entscheidung des Betriebssystem ist also nicht immer eine aktivistische, sondern vielleicht auch nur eine Gewichtung auf was man mehr wert legt.

    1. Eine Sache möchte ich da doch klarstellen, klingt ja so als würde ich jeden Windows-Nutzer beschimpfen der meint, dass Windows irgendetwas besser kann als Linuxe – ist aber nicht so. Daher erstmal das komplette Zitat:

      „Normale Windows-geeichte User werden sich natürlich dennoch darüber aufregen, dass nicht alles so aussieht wie bei Windows und es folglich für schlechter und komplizierter halten. Das kommt dann davon, wenn produktindoktrinierte, nicht zur Objektivität fähige Konsumenten Aktivisten Urteile fällen.“

      Hier geht es nicht um Funktionen, sondern um Usability. Natürlich funktionieren manche Dinge unter Windows besser als unter Linux. Mir geht es tatsächlich um die indoktrinierten Aktivisten (daher auch das durchgestrichene Konsumenten), die, die auch meinen, Office-Suite wäre gleichbedeutend mit „Microsoft Office“ oder Bildbearbeitung mit Photoshop. Die meisten Nutzer beginnen Ihr PC-Leben nun mal mit Windows und sind eben an die Windows-Oberfläche gewöhnt. Das Menü ist unten links, der Explorer sieht so und so aus, diese Einstellung ist dort, jene Einstellung dort und meinen Drucker finde ich unter Menpünkt XY. Bei Linux-Desktops sieht es aber anders aus, Einstellungen heißen anders, Klickpfade sind nicht identisch. Und das werten eben die gemeinten Windows-Fans als schlechter.

      Wenn ich aber beispielsweise einen Drucker einrichten will und ich in beiden Systemen intuitiv zum passenden Menüpunkt komme und dafür 4 Klicks benötige, dann ist Windows eben nicht besser, sondern nur anders. Dennoch würde der gemeinte User/Fanboy sofort sagen: „Bei Windows ist es besser, da finde ich es viel schneller.“ Subjektiv ist das korrekt – weil er daran gewöhnt ist und nicht suchen muss. Objektiv ist das Unsinn – weil beide intuitive, vierschrittige Klickpfade haben.

      „Aber selbst ich muss sagen, dass Windows 10 sich meiner Meinung nach erheblich Benutzerfreundlicher ist, wie die gängigen Linux Oberflächen. Aber ist für Sie nur eine Gewöhnung.“

      Eben – Meinung! Und eine solche Meinung bildet sich im Wesentlichen durch Gewöhnung. Usability ist aber auch eine wissenschaftliche Disziplin mit einigen wenigen Grundsätzen. Ein Beispiel für einen solchen Grundsatz: Dialoge müssen sich abbrechen lassen. Aus dem Stegreif fallen mir bei beiden Systemen keine Dialoge ein, die ich nicht abbrechen kann (Vorgänge, etwa Backups, natürlich schon). Weitere Grundsätze sind zum Beispiel selbsterklärende Dialog und Erwartungskonformität. Erwartungskonformität ist aber beispielsweise wieder schwierig: Für Windows-Nutzer war es bis Window 7 erwartungskonform, dass sich oben links in Explorer-Fenstern (und so ziemlich allen anderen) ein Datei-Menü befindet – dann kamen Ribbons, bye bye Erwartungskonformität. Das ist ein objektiver Minuspunkt für die Usability (was nicht heißt, dass dadurch nicht andernorts Pluspunkte gesammelt werden).

      Und hier fehlt es einfach an umfassenden objektiven Untersuchungen – geht auch kaum, da es massenhaft Desktops gibt, die sich auch noch ständig verändern. Zudem sind Dinge wie Augen-Tracking recht aufwändig. Und so lange es keine objektive Antwort gibt, sträube ich mich schlicht und ergreifend gegen die absolute Aussage, der Windows-Desktop sei die ultimativ beste tollste Superlösung, im Vergleich zu der alle Linux-Desktops abstinken. Frag mal Mac-Nutzer, die werden wieder ganz was anderes erzählen … Aber gut, natürlich kann man die Aussage tätigen, etwa in: „Die Windows-Shell ist viel nutzerfreundlicher als die Bash-Shell.“ Es mag unfair sein, eine grafische mit einer Text-Shell zu vergleichen, aber hier wird ganz klar: Windows ist unendlich viel intuitiver zu nutzen als Bash – ohne zumindest schon einen Befehl zu kennen funktioniert in der Bash nämlich exakt gar nichts. Aber solch eine klare und umfassende Aussage zu Windows-Desktop vs. jeder Linux-Desktop? Das halte ich doch für etwas gewagt …

      Und um es ganz klar zu sagen: Nutzer, die sich in dem Maße kritisch über Vor- und Nachteile beider Systeme äußern wie Du es im Kommentar hier tust, sind explizit nicht die von mit gemeinten indoktrinierten Aktivisten! Zumal wir ja eh halbwegs aneinander „vorbeigeredet“ haben – einmal über Usability, einmal über Funktionalität ;)

      „Die Entscheidung des Betriebssystem ist also nicht immer eine aktivistische, sondern vielleicht auch nur eine Gewichtung auf was man mehr wert legt.“

      Außer bei Hardcore-FSF-Fanatikern dürfte das vermutlich fast immer der Fall sein – und ich bin der Letzte, der das nicht gutheißen dürfte: Meine Laptops laufen nur mit Linuxen, mein Zweit-Tower auch, aber der Hauptrechner ist nach wie vor ein Windows-Rechner (mit ein paar Dutzend Linux-VMs …). Warum? Dieselbe Antwort wie eh und je: Spiele :O Denn darauf lege ich viel Wert!

      1. Durchgängig hab ich mich effektiv vielleicht gequälte 160 Stunden mit Linux beschäftigt und dabei fast NICHTS von den Selbstverständlichkeiten die ich unter Windows gewohnt bin wirklich auf die Reihe bekommen. Für mein Verständnis ist die Existenzgrundlage von Linux ausschließlich die Tatsache, dass es keine Lizenzkosten verursacht. Aus meiner heutigen Sicht ist es nur logisch, dass man dafür, unabhängig von der technischen Raffinesse dahinter, von normalen Menschen zumindest kein Geld verlangen kann. Was gleichzeitig wieder als eine Stärke ist, sonst würde da keiner Zeit für Entwickelung investieren, eben weil aus finanziellen Gründen (und davon nicht wenig) so oft im Serverbereich eingesetzt. Ich denke es ist gar nicht gewollt, dass Linux für die Allgemeinheit zugänglich oder brauchbar ist. Das fängt schon an, wenn ich als Beginner den SSH Server konfigurieren will. Erstmal zu wissen, dass das SSH das Wichtigste ist, was aber beim Setup per Default (Debian10) deaktiviert, da dieser mit Standardeinstellungen unsicher ist. Weiß ich das ? woher denn?
        na hervorragend! wo liegen die Config-Files? Achso…nach STUNDEN finde ich heraus, die muss ich erst erstellen -GEIL! , und welche von den 100000 Anleitungen dazu, die ich auch noch in meine Sprache übersetzen muss, ist denn nun die richtige? Als wäre man auf einem anderen Planeten. Total belanglos erscheinende Kleinigkeiten, etwa ein Eintrag in der Repostory source list, wie der der Installationsquelle des Isos von dem man das Linux installiert hat, sorgen dann dafür dass man die ersten schritte apt-get update und co (was heutzutage auch keiner mehr macht, aber auch erstmal wissen muss nur noch apt) nicht funktionieren und die Angezeigten Fehler in keinster weise auf die Reposotory list verweisen, was macht man dann als Anfänger nach stunden von Ratlosigkeit? Stunden in den man so viel andere Dinge erledigen könnte… Das Grundwissen in der Konsole find ich jetzt gar nicht mal so schlimm, aber mit was man da konfrontiert wird ist mit Meinen Kenntnisstand eine Ungeheuerlichkeit und wenn dann Leute meinen, die steigen von Windows auf Linux um, weil das ja viel besser ist, bekomm ich einen Lachanfall. Auch die Manpages, sind für mich Bildschirme voller Fragezeichen, da ich oft nicht weiß WIE das jetzt zu verstehen ist, und nicht mal ein Praktische Beispiel enthalten ist, von dem man die generische Benutzung der Dinge ableiten könnte, das bringt mich oft an meine Grenzen des Guten Willens zu Linux. Es gibt so viel Quellen wo man Hilfe bekommen kann, aber welcher von all den Bäumen im Walt, ist denn nun der Baum, den man sucht? (Bezüglich des Themas, der Version und gülltigen Umgebung? und auch tiefe überall steht nur der Befehl wie man den SSH Server installeirt, aber zur Config, das worum es wirklich geht Fehlanzeige, und davon gibt es dann auch wieder 1000 verschiedene Aussagen, wo ich nicht weiß was denn nun stimmt/aktuell ist. Das ist genauso sinnvoll wie ein Auto ohne Reifen sinnvoll ist)
        .. Als unwissender, steht man vor Problemen, die sich nicht mit linearer Logik lösen lassen. Es sind vor allem so viele, billige relativ einfach zu behebende Probleme vor der Auslieferung einer Linux Distro, die das Leben in den Linux Alltag so unerträglich machen (es sei denn man arbeitet ein Jahrzehnt schon damit) dass ich es für ausgeschlossen halte dass man wirklich daran interessiert sei, Linux für die Masse brauchbar zu machen. Das ist schlicht einfach nicht wirklich gewollt, sonst würde man anders handeln. Die Grafischen Guis sind schön und Gut, fühlen sich aber für mich wie Drahtseile über brennenden Boden in der Hölle an, weil die fast nix können, oder keine Tiefen haben. Das hat wohl philosphische Gründe dass es keine Qualität annehmen kann, wenn jeder nur sein Süppchen kocht, anstelle dass mal ein mal massiv und umfassend umgesetzt wird, und sich auf vorrausschauende Standards einigt. was die Benutzbarkeit anbelangt. Mein Problem an der Stelle ist dann die Frage warum sollte sich das ändern wenn es schon X Jahre so läuft, dann das hat Gründe wie Alles.
        Momentan empfinde ich Linux dass man wegen jedem Fliegenschiss, 20 Extra schritte machen mit dem Kompfort von vor 50 Jahren machen muss, JEDEN dieser Schritte, muss man sich hart und Nervenaufreibend erarbeiten. Es heißt dann Sinngemäß RTFM!, ja toll, welchen denn von Denen und dann auch noch festzustellen das Befehle daraus inzwischen gar nicht mehr existieren. Es ist so belastend dass es immer Spannungen zwischen Linux Anfängern und denen die das Verteidigen geben wird, wie sollte es auch anders sein können? Ich bin mal gespannt wie ich in 10 Jahren zu dem stehe, was ich hier abgelassen hab, und werde mich weiter mit Linux beschäftigen, weil Möglichkeiten die man damit hat einfach nur unglaublich Interessant sind, ich jedoch nicht im nativen Desktop Bereich (Std.User) sehe.

  2. @Thomas Hambrecht
    Eine ziemlich naive und weltfremde Argumentation. Und nein beim Umstieg auf Linux geht es nicht primär darum, Microsoft aus Prinzip loszuwerden, sondern um Jahrzehnte an massiven Mängeln und dem nicht existenten Vertrauen entgegenzuwirken. Es geht darum Freiheit wiederzuerlangen, ausserordentlich mehr an Sicherheit und Datenschutz zu gewinnen, und nicht zuletzt die Selbstbestimmung zu forcieren, die unter Apple oder gar Microsoft zu 100% abgegeben wird. Wer weiterhin fremdbestimmt leben will soll das tun, der Rest kann seinen Verstand benutzen und auf Alternativen setzen. Des weiteren wurden sehr viele überaus erfolgreiche Filme mit OSS erstellt, wobei bspw. das Animationsstudio Pixar nur darauf setzt. Und man muss wohl kaum erwähnen, welche Filmperlen dort erschaffen wurden, und das gänzlich ohne die angeblich so unverzichtbaren kommerziellen Programme, die ja bis in alle Ewigkeit so überlegen sein sollen. Willkommen in der Realität. Niemand braucht heute noch Apple oder Microsoft, und erstrecht nicht die Abhängigkeiten daran, die einem ohnehin nur eine Illusion vermitteln man hätte noch irgendetwas unter Kontrolle. Und heute geht es mehr denn je darum, ganz genau zu wissen was die Software und insbesondere Hardware tut, was für eine vertrauliche Umgebung unerlässlich ist.

  3. Es kommt auch auf die Anwendungen an. Wenn jemand professionell – gewerblich – im Tonstudio arbeitet, also Software wie ProTools, Logic, Cubase, Nuendo … hat er die Wahl zwischen OSX und Windows. keines der gewerblichen HiEnd-Programme läuft unter einer Linux-Distribution. Kein professionelles AudioInterface, keine digitale Mischpultconsole, keine Software im oberen professionellen Bereich wie iZotope, UAD, Waves … laufen unter irgendeinem Linux. Die unter Linux verfügbaren Programme sind nicht für den gewerblichen Einsatz für gewerbliche Studios / TV / Rundfunk konzipiert, wo mit Automatisierungskonsolen (digitale Mischpulte) gearbeitet wird. Daher ist auch der Anwendungszweck entscheidend für die Auswahl des Betriebssystems.

    1. Yep, das ist leider wahr, manch eine Programmkategorie kann einem Linux schon etwas madig machen … Selbst sowas ordinäres wie Spiele.

      Aber vor allem passt der letzte Satz: Das Ding soll ja im Wesentlichen nur Anwendungssoftware laufen lassen können.

    2. Also erst einmal Danke Mirco fuer den sehr guten Artikel. Endlich einmal ein Kommentar der die Sache so darstellt wie sie ist und das ganz ohne Polemik.

      Was die fehlende Anwendersoftware betrifft kann ich nur immer wieder den Kopf schuetteln. Dass das Linux angelastet wird kann ich nicht mehr hoeren. Das liegt doch an den Herstellern. Waeren die nicht bescheuert, wuerden sie fuer ihre Software z.b.: Qt benutzen. Damit konnten sie ohne grossen Aufwand ihre Programme fuer Mac, Windows und Linux zur Verfuegung stellen, koennten ihren Markt erweitern und alles waere gut. Aber irgendwie scheint mir das nicht gewollt. Mit welchem Hintergrund auch immer.

      1. Die Problematik mit fehlender Software, ist für viele nunmal ein elementares Problem. Und diejenigen die hierbei am lautesten schreien, sind meist auch die dümmsten und primitivsten Menschen, die sich wie trotzige Kinder geben und keinen Millimeter von bislang gelerntem abweichen. Da geht es ausschließlich darum, dass etwas unter Windows funktioniert, jedoch unter Linux nicht, ergo ist Linux automatisch wertloser Müll. Es gibt keine Abweichungen, noch ein erkundigen nach Alternativen, womit quasi Hopfen und Malz verloren ist. Doch weitaus bedenklicher sind stupide Workflows, wo erst gar nicht hinterfragt wird was da genutzt wird. Da fängt man auch nicht mit Diskussionen an, sondern ignoriert die Leute schlichtweg. Es gibt genug andere Leute da draussen, die noch lernfähig sind, und nicht unumstößlich festlegen, dass alles 1:1 wie unter Windows zu sein hat. Dank vielfältiger Entwicklungen der letzten Jahre, laufen auch insbesondere immer mehr Games nativ unter Linux. Und wie immer gilt: Wer wahrhaftig umsteigen will, kann das auch weitgehend problemlos. Nebenbei erwähnt ist es durchaus ok Linux mit Windows zu vergleichen, da mit Linux meist ohnehin eine Linux-Distribution assoziiert wird.

    3. Im Bezug auf kommerzielle Software hast zwar weitgehend recht, auch wenn es durchaus Ausnahmen wie Lightroom gibt, die auch nativ für Linux existieren. Doch auf Seiten professioneller Audio-Hardware, sieht es hinsichtlich Linux wieder erheblich besser aus. Aber sowas wie Cubase, Steinberg und Co., die selbst im Jahre 2019 noch feindlich gegenüber OSS agieren, kannst auch weiterhin abhaken. Mir sind dutzende Leute bekannt, die privat oder auch in der Firma, nur wegen solch asozialer Hersteller noch ein Windows herumstehen haben, was alle paar Monate mal gestartet wird. Aber so ist es eben wenn man sich in proprietäre Abhängigkeit begibt. Doch glücklicherweise begreifen immer mehr Institutionen bzw. Unternehmen, dass hier eindeutig Handlungsbedarf besteht.

      1. Welchen Grund gibt es in der Musikproduktion von Windows oder OSX auf Linux umzusteigen? Man ist dann nicht mehr kompatibel mit der Industrie (Import, Export der Daten von Kunden, die mit Industriestandard ProTools, Cubase … arbeiten). Und hat nur noch 10% der Funktionen von Cubase oder Protools …. Statt von Profi-Plugins wie UAD, NI, iZotope … das „Beste vom Besten“ zu haben verzichtet man auf fast alles – und landet im Amateuer-Lager.
        Kann dann quasi seinen Betrieb erst mal schliessen, von Hartz4 leben – und warten auf den Tag bis „irgendjemand“ alles auf Linux umgesetzt hat. Denn vorher bleiben alle Kunden aus.
        Unsere Rechner laufen auch ohne Linux zu 100% stabil – und ich weiss echt nicht, welchen Grund man hätte das Betriebssystem zu wechseln.
        Ich halte das für eine dumme Trotzreaktion, einfach weil man gegen Microsoft oder Apple ist.
        Dass Standards wie Steinberg oder AVID keine Linux-Varianten machen wurde mir mal damit erklärt, dass dafür quasi kein Bedarf exisitiert. Die Leute geben für Ihre Anlage einen 5- oder 6-stelligen Betrag aus, und sind nicht gezwungen auf ihre Rechner ein kostenloses System zu installieren.
        Wer hier vom „Suchen nach Alternativen“ redet, hat schlichtweg keine Ahnung welche Funktionsvielfalt hinter solchen Programmen wie Nuendo steckt, und hat noch nie einen Kinofilm in 15 Sprachen mit 5.000 Tonschnipsel synchronisiert.
        Ich vermute, wer mit Linux arbeitet, will meist auch kein Geld für Software ausgeben. Daher gibt es nur Freeware mit eingeschränkten Funktionen. Daher programmieren auch keine Firmen sauteure Software ähnlich wie ProTools für Linux.
        Wenn ich einen starken File- oder Webserver benötige – dann greife ich zu Linux.

  4. Ich kann die Aufregung nicht verstehen. Betriebssystem als Ideologie? Ok, ich nutze seit vielen Jahren Linux…. müssen nun wohl 12 Jahre sein, aber im Dual Boot. Denn was mache ich, wenn ich auf dem Rechner das Bios updaten muss, oder, wie gerade geschehen, die Firmware einer Festplatte!? Die Hersteller, mit denen ich es aufgrund meiner Hardware zu tun habe, bieten jene kleinen, aber wichtigen Progrämmchen ausschließlich für Windows an.

    Und mal ehrlich: Für den normalen User fühlt es sich so an als wäre Windows kostenlos, da es vorinstalliert bei fast jedem Rechner mitgeliefert wird. Der Vorteil dabei ist, dass Hardware und Betriebssystem miteinander harmonieren.

    Sind wir weiter ehrlich, arbeitet unter Linux nicht jede Grafikkarte, nicht jeder WLAN- oder Bluetooth Adapter sofort nach der Installation. Dank Google und Kollegen kann man sich allerdings darauf verlassen, dass andere das gleiche Problem schon vorher hatten. Dann gibt es noch diverse Foren, in denen Nerds gierig darauf warten, dass ein Unwissender sich anmaßt in die heiligen Linux-Foren-Hallen einzutreten. Entsprechend harsch werden Hilfesuchende von jenen ungewaschenen, völlig entsozialisierten Nerds behandelt.

    Übrigens gibt es neben den sog. Distributionen auch noch die sog. Derivate!

    Was Ubuntu angeht, so kann man als Linux-User wirklich glücklich sein. Zum einen was die Leistungen von Canonical, aber auch das hervorragende Wiki von ubuntuusers.de angeht. Völlig wurscht, ob ich Debian –> Ubuntu –> Mint benutze, beim Wiki von ubuntuusers.de werde ich geholfen. Im Forum warten allerdings die gleichen ungewaschenen, entsozialisierten Nerds, wie im Debianforum oder ähnlichen. Die fahren dann Linux auf ihren Maschinen und arbeiten natürlich nur auf der Konsole. Keine Ahnung was die tagaus, tagein an ihrem Betriebssystem herumfummeln!? Denn für mich ist Linux ein VW-Käfer: Läuft und läuft und läuft….. Und Ubuntu ist für mich, wie ein Debian-LKW, dem Servolenkung, ABS und ähnliches eingebaut wurde. Richtige Männer, die ihre Maschinen beherrschen, rümpfen darüber natürlich die Nase. Ich bleibe aber beim Debian Tuner Canonical. Nur auf den Servern läuft das Original Debian.

    1. Sehr schöner Vergleich, so ein Ubuntu-LKW ist für den Alltag eine gut Wahl ;) Zumal die Qualität von ubuntuusers.de wirklich lobenswert ist, auch wenn ich die Beobachtungen zu den Foren allgemein leider teilen muss.

      Was das Arbeiten im Terminal angeht – da gibt es tatsächlich Dinge, die dort einfach besser oder gar nur gehen. Mein Plädoyer gab’s schon mal:

      https://www.tutonaut.de/10-gruende-warum-die-kommandozeile-nicht-tot-ist/

      Aber mal ein Beispiel aus dem Alltag: Gestern eine neue Domain registriert, wollte Bescheid haben, sobald sie erreichbar ist und ein

      while [ $(ping -c1 cli.help 2>/dev/null) -z ]; do echo nope && sleep 600; done; cat beep-file

      war dann die schnelle Antwort – alle 10 Minuten anpingen und bei Erfolg melden. Sobald ganz grundlegende Scripting-Fähigkeiten vorhanden sind, ergeben sich die Einsatzmöglichkeiten doch schnell.

    2. @Volker:
      Danke für die ehrliche Beschreibung, insbesondere den dritten Absatz kann ich nur zu 100 % unterschreiben. Manche User in Linuxforen sind wirklich mehr als abgehoben, sodass man einfach die Freude am System verlieren kann und wieder zum Fensterprodukt wechseln möchte.

      Ich nutze seit über 30 Jahren Produkte von Microsoft – angefangen von DOS 3.x bis Windows 7. Seit es Kacheln in der Oberfläche gibt, liebäugle ich mit Linux. Doch es ist die Macht der Gewohnheit die einen immer wieder fast zur Verzweiflung bringt: Wie binde ich unter Linux bspw Gasterweiterungen über die Kommandozeile in eine VM ein? Die Installation eines Programms ist immer wieder eine Herausforderung. Unter Windows reicht der berühmte Doppelklick und die Sache läuft. Ganz anders bei Linux. Paketverwaltung & Co sind eine feine Sache, Abhängigkeiten ebenfalls. Besonders wenn beide zum funktionierenden Endprodukt führen.
      Was mich noch immer irritiert: Mountpunkte vs Laufwerksbuchstaben, eingeschränkte Benutzerrechte (unter Windows kann ich speichern wo ich will), die Struktur eines Linux-Systems ist nach wie vor völlig „chaotisch“ für mich, trotzdem bei näherer Betrachtung durchaus Logik dahinter steckt.
      Ubuntu und Mint habe ich bereits ausführlich auf älteren Notebooks getestet – erfreulich ist der relativ geringe Hardwarebedarf. Surfen geht flotter als beim Produkt aus Redmond. Üppige Oberflächen und Animationen brauche ich nicht, deshalb gefällt mir Mint sehr gut. Vergleiche ich letztgenanntes Produkt mit Windows 10, dann gewinnt Linux jedenfalls. Wäre ich ein „normaler“ Anwender, würde ich wahrscheinlich schon seit 10 Jahren Windows den Rücken gekehrt haben, doch leider ist es die große Erfahrung mit Windows, die mich unter Linux ziemlich alt aussehen lässt. So wird es wohl auch weiter nur bei Versuchen bleiben.
      Noch ein Satz zur berühmten „Sicherheit“ von Linux: Vom Konzept her bedarf es überhaupt keiner Diskussion, doch wenn man unter Windows etwas selbstkritisch unterwegs ist, bestimmte Seiten meidet und nicht auf alles klickt was nach Präsentation oder Video aussieht, dann wiegt man sich bestimmt nicht in falscher Sicherheit…
      @Mirco
      Als LKW würde ich Ubuntu (noch) nicht bezeichnen, eher als SUV.
      Und zum Abschluss die Kommandozeile: Bedenkt man, dass in meiner Anfangszeit alles, ja auch wirklich alles, an der Kommandozeile ablief, so frage ich mich heute wiederholt, wovor ich mich eigentlich unter Linux fürchte?

  5. Sehr gut beschrieben von Mirco.
    Meine Erfahrungen: Als jemand der in sowohl in der Windows- und Linux Welt langjährig, administrativ unterwegs ist, kann ich nur sagen das Windows von der Seite der Einstellmöglichkeiten alles andere als aufgeräumt ist gegenüber Linux. Man ist es einfach nur seit Jahren so gewöhnt. Windows10 oder auch die neuen Servervarianten sind schon besser als früher, aber wer wirklich mal vollkommen unvoreingenommen prüft, wo überall Einstellungen vorgenommen werden können, wird das Chaos bemerken, ganz zu schweigen von den unzähligen Einstellungen innerhalb der Registry – Admins können ein Lied davon singen.
    Anders in Linux. Die modernen Desktopsysteme Gnome, KDE, LXDE, Budgie, Pantheon, Deepin …. haben sehr gute und vor allem zentrale Einstellmöglichkeiten für alle wesentlichen Funktionen für den normalen Benutzer „eigentlich“ ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
    Admins müssen in beiden Welten tiefergehende Kenntnisse haben. (Windows-Registry vs. Linux-Configs). Aber auch da ist der Umfang bei Linux geringer, jedoch für die meisten ungewohnt obwohl es unzählige sehr gute technische Beschreibungen dafür gibt. Technische Beschreibungen von Microsoft sind dagegen meistens grauenhaft, die meistverwendetste Floskel ist „großartige Lösung“ ;-)

    1. Also nichts gegen man-pages, aber den Unterhaltungsfaktor der automatisch eingedeutschten TechNet-Seiten erreichen sie selten ;)

      Und ja, die Registry. Immerhin hat sie zwei Gruppen als Fans: Entwickler von „Windows-Tuning-Programmen“, die oft genug einfach nur ein Frontend für Registry-Einstellungen sind – womit jeder sowas entwickeln kann.
      Und Journalisten, die simple Registry-Tweak als die „Ultimativen Windows-Hacks“ oder so verkaufen. Haben wir früher bei der PC Praxis natürlich nieeee, also nie nie nicht gemacht, niemals. Auf keinen.

      1. Ich weiss noch zu XP-zeiten konnte man durch die Registry sogar Windows ohne Lizenzschlüssl freischalten. Man konnte es auf die Echtheit online prüfen. Geniune :D

  6. Ein wunderbarer Artikel, der die Linux-Situation wirklich exakt, aber auch sehr liebevoll darstellt. Als Linuxer und BSDler mit etwas mehr als 20 Jahre Erfahrung finde ich persönlich die Vielfalt im Linux/BSD-Umfeld nahezu faszinierend.

    Aber ich kenne selbst viele eingefleischte Unixer (bspw. AIX) die Linux gerade wegen der Vielfalt „grauenhaft“ finden. Dies auch wohl umso mehr, je mehr das Unix vom System V-Standard abweicht. Solaris-Admins haben bspw. wenig Probleme mit Linux. Allenfalls ist es denen schon manchmal zu sehr an Windows angelehnt.

    1. Oh ja, ich erinnere mich auch an lange, entnervende Suchen, als ich mich das erste mal mit awk beschäftigt habe – und nichts von der Existenz von gawk, nawk, mawk, jawk und WTFawk wusste. Und den pissigen kleinen Unterschieden ;)

      An solchen Stellen kommt meine Symphatie für Vielfalt auch an ihre Grenzen …

  7. Doch – man kann Linux durchaus mit Windows messen. Das geht aber nur unabhängig vom Distribution und Desktop (z.B. Ubuntu/Gnome)
    Denn Linux und Windows unterscheiden sich in den grundlegenden Eigenschaften: Zugriffsrechte, Einbindung von Treibern, Integration von Sicherheitsstandards usw.
    Das ist dem Nutzer, der nur die bunten Desktops bedient schwierig zu erklären, höchstens an Beispielen: Wenn Windows alle 2 Wochen Updates macht bist Du eine ganze Zeit zur Untätigkeit verdammt und wenn Du Pech hast, beim nächsten Reboot auch noch einmal.
    Bei Linux laufen die Updates im Hintergrund und zwar immer dann, wenn eines fällig ist. Das ist oft mehrmals in der Woche. Das hängt zwar auch von der Linux-Distribution ab (wie es eingestellt ist), macht aber deutlich wie die Modularität und das Multitasking funktionieren.
    Bei Linux kannst Du (oder eben der der es kann) alle denkbaren Einstellungen in einer Konsole erledigen – das ist zwar manchmal richtig komplex, aber es geht und ist vollständig dokumentiert. Bei Windows sind nur die Hausfrauen-Optionen überhaupt einstellbar -alles weitere (Registry-Einstellungen) sind nicht dokumentiert und Geheimwissen.
    Wenn grundlegende Funktionen implementiert werden entscheidet das bei Windows Microsoft und zwar so, dass die eigenen Vorteile gewahrt bleiben (z.B. prorietäre Dokumenten- oder E-Mail-Standards). Bei Linux gibt es weitgehend demokratische (oder eher technokratische) Entscheidungsfindung – oder jeder kann seine eigenen proprietären Dinge bauen.
    usw

    1. Vorab: Also das mit den Updates ist so ein Klischee, das ich auch von Apple-Menschen ständig höre – das ist Käse. Die Updates laufen auch bei Windows im Hintergrund. Nerven tun sie in der Tat bei den Zwangsneustarts. Untätigkeit? Nur bei der Einrichtung nach eben jenen Neustarts. Und auch Linuxe verlangen ab und an nach Neustarts, wenn auch selten. Ich für meinen Teil habe schon sehr sehr viele Update-Probleme in der Linux-Welt gehabt. Ich mag’s auch lieber, aber es ist weit weg von diesem oft gehörten „Problemlos im Hintergrund“ – da sprechen doch eher Linux-Enthusiasten denn nüchterne Beobachter. Oder Menschen, die sich seit Vista von Windows verabschiedet haben ;)

      Ist aber auch egal, mir geht es ja um saubere Vergleiche, nicht die Resultate. Klar kann man die Gemeinsamkeiten von Linuxen mit einigen Aspekten von Windows vergleichen. Noch besser NIX-Systemen. Auf technischer Ebene ist das auch interessant. Aber welchen normalen User juckt das? Es geht um Betriebssysteme für normale Menschen – und da bleibe ich dabei, dass man das nicht vergleichen kann. Nicht mit diesem Wording. Tiny Core Linux ist ein Linux. Gparted ist ein Linux. OpenSuse ist ein Linux. Das ist aus Endnutzersicht nicht unter einen Hut zu bringen. Klar sind die alle frei, es gibt keine Microsoft-Ketten und aus ideologischer Sicht verliert Windows eh auf ganzer Linie. Dennoch kann man nicht sagen, dass Linux mist ist, nur weil Tiny Core und Gparted im Vergleich mit Windows – zwangsläufig – als Desktop-Betriebssysteme abstinken. Man kann aber sehr wohl sagen, dass OpenSuse 15 besser als Windows 10 ist (oder meinetwegen umgekehrt). Weil das vergleichbare Produkte sind. Mit ähnlichem Leistungsumfang und vor allem ähnlicher Zielgruppe.

      Was man natürlich vergleichen kann, sind Microsoft- und Linux-Philosophie. Open Source und Proprietarität. NT- und Linux-Kernel. MS Office und LibreOffice. ODT und DOCX.

      Ein sauberer Vergleich geht nunmal nur mit vergleichbaren Dingen. Aber nicht die „Idee“ Linux mit dem Produkt Windows. Und das ist, was ich immer höre: Linux sei schlechter als Windows, weil dort alles uneinheitlich und wenig nutzerfreundlich sei. Uneinheitlich? Ja logo – weil es Hunderte verschiedener Produkte sind. Nutzerunfreundlich? Mal ja, mal nein – weil es unterschiedliche Produkte sind. Man könnte auch nicht sagen, ein Polo sei schlechter als BMW – Polo ist ein Produkt, BMW eine Marke mit vielen Produkten (sorry für den verkackten Autovergleich …). Nochmal, es geht mir um die Methodik, nicht die Inhalte. Da gehören dann auch Dinge wie Dokumentenformate nicht hin – egal ob Linux, BSD oder Windows, ich nutze überall LibreOffice und ODT. Das ist aber Anwendungsschicht, nicht OS. (Ich glaube, dass nichtmal macOS Nutzer bestimmte Dateiformate aufzwingt …)

      Die Aussage Linux/Windows ist besser/schlechter als Windows/Linux ist einfach Quatsch.

      Und jetzt wo das da steht: Klar mag ich Linux lieber als Windows ;) Als persönliche Aussage gegenüber jemandem, der die Thematik versteht, erlaube ich mir so eine Meinungsäußerung. Aber wenn mich ein PC-Laie (aka Otto Normalverbraucher!) fragt, ob Linux oder Windows besser ist, werde ich ihm immer erstmal erklären, dass man das so nicht sagen kann. Hinterher sage ich Ja, der besorgt sich Gentoo und bewirft mich dann mit Polo-Sitzen …

  8. ich habe zum glück „linux“ als Unix kennen gelernt, später dann mit X11 oberfläche.
    DANN kam Apple mit dem ersten plastik-würfel in der anmutung und optik eines e-schweiss-gerätes.

    da lief der anstoß der diskussion noch unter MS-Dos.

    so bekam auch linux die start-philosophie von Unix, : alles im laufenden system ist ein FILE.
    so ist unix und damit in der folge auch linux mit einer gewissen logik entstanden.
    und jedes einzelne teilsystem ist als solches auch zu verwalten.
    es gibt keine Registry, die alles zentral verwalten möchte und dies zu dem moloch macht, der sie heute ist.
    nicht ohne grund hat sich auch APPLE für dieses klar strukturierte konzept von Unix entschieden.

  9. Ja, der Vergleich Windows-Linux hinkt total!

    Ich habe vor einiger Zeit einer älteren Dame auf einem gebrauchten Laptop Mint installiert und damit ist sie happy.
    Warum?
    Weil sie nichts anderes kennt…

    Aus DOS-Zeiten kommend und dann über Win 3.11 weitergewandert, bin ich irgendwann Anfang der 90er einfach die Bedienung von Win gewohnt. Damals kaufte ich mir eine der ersten SuSe-Distris und der erste Gedanke bei der Installation war:
    Was ein Mist!

    Das kam aber durch die Gewöhnung daran, daß das Betriebssystem mir alles abnimmt (Win) und ich kaum eingreifen muss,bzw. grafisch geführt werde.

    Das damalige SuSe verlangte plötzlich Entscheidungen bei der Installation:
    – welche Partition und wie formatieren
    – welche Hardware benutze ich
    usw.

    Ich war damit total überfordert, weil ich die Basics meines Systems so noch nicht kannte und es mir egal war, wie mein Drucker funktioniert und welche Treiber er braucht.

    Aber Linux ist über die Jahre schuld daran, daß ich viel gelernt habe, wie Systeme funktionieren, welche Hardware ich benutze und wie ich mein System selbst anpassen kann.

    So ist heute eben ein Linux meine Homebase und Win 10 läuft in der virtuellen Umgebung.

    Ansonsten sind wir 2018 schon mitten in der Linux/Unixwelt, siehe OSX oder Android.

    Daher hat mich der Anblick eines Geldautomaten vor kurzem irritiert:
    Das Display war eingefroren und der Automat nicht benutzbar; im Display stand fett:
    Windows 7…..
    :-)

  10. „beispielsweise zum Anpassen von IPv4-Einstellungen für einzelne Netzwerkadapter. In dieser Tiefe verlangt Ubuntu dann doch irgendwann nach der Bearbeitung von Textdateien. Aber braucht ein normaler User das? Eher nicht.“

    Geht doch viel einfacher über das grafische Interface in Ubuntu? Einfach oben rechts auf die Verbindung klicken -> „Edit Connections“ -> Verbindung auswählen -> IPv4 Settings -> Manual -> Add -> Eingeben, Speichern, fertig.

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