Zum Radio hören am Mac ist nicht zwingend iTunes oder ein Streaming-Dienst wie Spotify oder Apple Music notwendig: Kostenlose Radio-Apps erledigen das deutlich einfacher.

Was gibt es Schöneres, als bei der Arbeit am Mac ein wenig Radio zu hören? Auf dem Laufenden bleiben, ein wenig Musik. Und das alles nebenher, ohne lästige Abos, Playlisten und Anwählen von Websites. Für MacOS gibt es eine Reihe von Radio-Apps, die einfach und effizient funktionieren – und vor allem kostenlos sind. Wir möchten Euch drei davon vorstellen.

MyTuner Radio: Der Standard

Wer „Radio“ im Mac-AppStore eingibt, erhält seit Jahr und Tag als ersten Treffer die App MyTuner Radio: Die übersichtlich gegliederte App ist auch für andere Plattformen wie Windows, iOS oder Android verfügbar, dabei aber nichts weiter als ein Frontend für den Webdienst Mytuner-Radio. Standardmäßig sind zahlreiche deutsche Stationen voreingestellt. Öffentlich-rechtliche Radiosender werden ohne zusätzliche Werbeeinblendung wiedergegeben; wer einen der zahlreichen Privatradio-Sender nutzen will, bekommt von Zeit zu Zeit vor dem Start des Streams eine Audio-Werbung eingeblendet. Auch die App selber enthält ein Werbebanner. Wer das nicht möchte, muss zur kostenpflichtigen Vollversion (10,99 Euro) greifen.

MyTuner Radio ist kostenlos. Werbefrei ist aber nur die Pro-Version.

MyTuner Radio ist kostenlos. Werbefrei ist aber nur die Pro-Version.

MyTuner Radio startet auf Wunsch beim Systemstart und bindet sich auf Wunsch auch direkt in die Menüleiste ein. Praktisch ist die Möglichkeit, Favoriten zu setzen, um auf Lieblingssender schnell zugreifen zu können. Dabei ist die App übersichtlich in Radiosender, Podcasts und Favoriten gegliedert. Zudem kann die Audioausgabe unter MacOS Mojave direkt über die App auf andere Lautsprecher gelegt werden, etwa Airplay- oder Bluetooth-Boxen. Per separatem Konto beim Anbieter können die Favoriten auch synchronisiert werden. Insgesamt ist MyTuner Radio auch in der kostenlosen Version eine feine Radio-App, die das Radio hören am Mac zu einem Kinderspiel macht. Leider nervt das Programm regelmäßig mit Kaufaufforderungen.

Praktisch: Die App zeigt den Sender und den aktuellen Song an.

Praktisch: Die App zeigt den Sender und den aktuellen Song an.

Radio FM: Die Alternative

Wer MyTuner Radio nicht mag, sollte einen Blick auf RadioFM werfen: Die kleine App funktioniert ähnlich wie MyTuner und bindet sich auf Wunsch beim Systemstart direkt in die Menüleiste ein. Die App hat ab Werk eine Auswahl deutscher Sender vorinstalliert, die basierend auf die dem Standort ausgewählt werden. Dadurch sind in Sendegebieten mit begrenztem Senderumfang – etwa Nordrhein-Westfalen – sofort die wichtigsten Sender verfügbar. Diese können in der übersichtlichen Oberfläche schnell ausgewählt werden. Schön gelöst ist die Suchfunktion, die nach Genres und nach Region (Deutschland, Europa, Welt) gegliedert ist. Sender können mit einem Klick auf das Plus-Symbol in die Favoritenliste übernommen werden. Vor dem Start von Privatsendern werden Audio-Werbespots eingeblendet, öffentlich-rechtliche Sender sind ohne diese Vorschaltung hörbar. Die in der werbefreien Vollversion mit 17,99 Euro sehr teure App besitzt als Sonderfunktion einen Timer, der das Radio nach einem bestimmten Zeitraum abschaltet. Leider nervt auch Radio FM regelmäßig mit Kaufaufforderungen für die Vollversion, die sich aber leicht wegklicken lassen.

RadioFM ist übersichtlich gegliedert. Werbung wird nur akustisch vor manchen Streams eingeblendet.

RadioFM ist übersichtlich gegliedert. Werbung wird nur akustisch vor manchen Streams eingeblendet.

SomaFM: Für Rocker und Exzentriker

Wenn Euch die Auswahl von Radio FM und MyTuner Radio nicht gefallen, obwohl diese ja tausende Sender anbieten, solltet Ihr Euch einmal SomaFM anschauen: Auch diese Radio-App ist ein Frontend für einen Web-Dienst, das gleichnamige SomaFM. SomaFM zeichnet sich dadurch aus, dass es werbefrei ist – und alternative Radiostationen anbietet. Dementsprechend interessant ist die Auswahl der „Sender“: „Underground 80s“ ist dabei das noch am wenigsten ausgefallene Genre, andere tragen die schönen Namen „Drone Zone“ oder „PopTron“, „Boot Liquor“ und „cliqhop idm“, letztere mehr eine Kakophonie aus Geräuschen, auch wenn die App sie mit „Intelligent Dance Music“ bewirbt. Schön ist hingegen der Kanal „Cover Versions“, alles aber weit entfernt von dem Kram, den das DasBesteder80er90erundvonheute-Formatradio-Massenpamp tagein, tagaus sendet. Die Bedienung ist denkbar einfach: Per Sternchen werden Favoriten markiert, die Ihr über das „Favorite Stations“-Menü auswählt. Sonst gibt es leider nichts, nicht einmal Optionen. Selbst ein Menüleisten-Icon fehlt. Insofern ist SomaFM eine interessante, minimalistische und werbefreie Alternative zu bestehenden Radio-Apps, die Radio hören am Mac um interessante Inhalte ergänzt.

SomaFM bietet eine interessante Stationen-Auswahl.

SomaFM bietet eine interessante Stationen-Auswahl.

Über den Autor

Christian Rentrop

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und manchmal in der echten Welt unterwegs.
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