Google Chrome fehlt seit Jahren ein Lesemodus. Macht nichts: Per Open-Source-Erweiterung lest Ihr lange Texte in Chrome deutlich komfortabler.

Chrome ist für mich allen Kontroversen zum Trotz der Browser der Wahl – trotz diverser Versuche mit Firefox, Safari und sogar Opera. Ein Feature, das ich aber auch nach über zehn Jahren mit Chrome als Standardbrowser vermisse, ist der Lesemodus. Über eine Open-Source-Erweiterung könnt Ihr die minimalistische Artikelanzeige in Chrome oder auch Chromium nun aber ganz einfach nachrüsten. 

Lesemodus: Konzentration auf das Wesentliche

Was genau ist der Lesemodus, zuweilen auch „Reader-Ansicht“ oder ähnlich benannt, eigentlich? Nun, dabei handelt es sich um eine Browser-Funktion, die Online-Artikel auf die reine Textansicht reduziert. Störende Elemente wie die Seitennavigation, nicht zum Artikel gehörende Bilder und auch Werbebanner (Ihr seid ja sicher alle brav ohne AdBlocker bei uns, gell ;-) ) werden dabei ausgeblendet. Nebenbei könnt Ihr meist noch die Schriftart- und -größe ändern sowie den Hintergrund anpassen – weg mit dem Augen-verätzenden Weißraum. Während Firefox und Safari schon seit Jahren einen Ein-Klick-Lesemodus bieten, fehlt dem Marktführer Chrome diese Funktion bislang. Nur eine Vermutung: Google hat als Werbefirma kein Interesse an an ablenkungsfreien Webseiten. Vielleicht liegt es aber auch an anderen Dingen. Macht nichts! Ihr könnt den Lesemodus in Chrome nachrüsten. Möglich machen es Chrome-Erweiterungen. Ich selbst habe mir jahrelang mit Evernote Clearly beholfen. Leider hat Evernote die praktische Erweiterung aber aus dem Programm genommen.  Alternativen wie Justread haben mich bislang nur bedingt überzeugt. Zu oft waren sie umständlich zu bedienen oder wollen irgendwelche Premium-Funktionen durchdrücken.

Lesemodus Safari

Der Lesemodus von Safari in Aktion – vor allem für lange Texte ein Genuss.

Reeader für Chrome: Open-Source-Lesemodus ohne Schnickschnack

Die Lösung fand ich nun beim Marcel von techgdns: Reeader für Chrome ist eine simple Erweiterung für Google Chrome und die diversen Chromium-Derivate. Reeader ist minimalistisch und lässt sich mit einem Klick aktivieren. Das Ergebnis sind augenfreundliche Artikel, die Euch nicht mit Blingbling ablenken. Vor allem die diversen Linkblöcke, die viele Online-Seiten zwischen ihre Artikel packen, fallen dann weg. Ich habe Reeader für Chrome auf diversen Seiten ausprobiert und bin sehr zufrieden damit. Beispiele dafür sind Spiegel Online, Zeit Online, Caschys Blog oder auch… Naja, hier bei uns. Reeader ist Open Source, der Quellcode auf GitHub einsehbar. Erfreulicherweise verlangt die Erweiterung zudem keine besonderen Zugriffsrechte, etwa auf Euren Browserverlauf – hier zeigen sich die Alternativen oft deutlich neugieriger.

Reeader Chrome Extension

Reeader bringt einen simplen, aber gut funktionierenden Lesemodus für Google Chrome.

So nutzt Ihr den Lesemodus für Chrome

Die Einrichtung von Reeader für Chrome ist simpel. Besucht den Chrome Web Store und fügt die Erweiterung hinzu.  Reeader für Chrome zeigt sich als Button in der URL-Leiste von Google Chrome. Öffnet nun einen Online-Artikel und klickt auf eben jenes Symbol. Reeader lädt nun die Leseansicht der Seite. Hier könnt Ihr nun noch bei Bedarf die Schrift vergrößern oder verkleinern oder einen augenfreundlicheren Hintergrund wählen.

Lesemodus Google Chrome

Reeader für Chrome gestaltet das Lesen langer Online-Texte deutlich angenehmer.

Das war es es im Grunde auch schon: Zumindest Stand dieses Tutos kann Reeader noch nicht viel mehr, als Texte sauber anzuzeigen. Andere Schriftarten oder ähnliche Funktionen gibt es derzeit noch nicht. Auch mehrseitige Artikel stellen die Erweiterung derzeit noch vor Probleme. Mir macht das aber nichts: Bis Google selbst in Sachen Lesemodus aus dem Quark kommt, ist Reeader meiner Meinung nach die beste Lösung für entspanntes Bildschirmlesen. Nun hätte ich das Ganze gerne noch für die mobile Version von Chrome…

Noch mehr Tipps und Tricks rund um Google Chrome findet Ihr hier, mehr allgemeine Web-Themen sammeln wir hier.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, am Desktop Apple- und unterwegs Android-Fan, zockt unter Windows, kann nicht ohne Musik (von Classic Rock über Ska bis Punk) und Hörbücher, schießt gerne Postkarten-Fotos, hat immer mindestens zwei Handys dabei und freut sich riesig über eine Kaffeespende ;-)

Wie und womit ich tagtäglich arbeite, erfahrt Ihr hier.

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