Rechte unter Linux sind für Ein- und Windows-Umsteiger leider eine recht rätselhafte Angelegenheit – wir erklären, was chmod 755, rwx–rw–x & Co. bedeuten.

Rechte unter Linux sind für Einsteiger und Windows-Umsteiger leider eine recht rätselhafte Angelegenheit, dabei sind Begriffe wie „chmod“, „775“ und „rwx“ ganz einfach zu nutzen, wenn man den Zusammenhang kennt – die folgende Matrix zeigt das auf einen Blick. Linux vergibt Rechte für Besitzer einer Datei (Verzeichnis), für die der Datei zugeordneten Gruppe und für „Andere“. Besitzer ist dabei der Ersteller der Datei, in die Gruppe der Datei können beliebige Nutzer eingeordnet werden und „Andere“ sind eben alle anderen. Als Rechte stehen zur Verfügung: Lesen (r für read), Schreiben (w für write) und Ausführen (x für execute) – zusammen also etwa rwx-rw-r.

Dateirechte setzen

Euer Ordner könnte also dem Besitzer alle Rechte einräumen (rwx), der Gruppe Lese- und Ausführrechte (rx) und den anderen nur Leserechte (r). In der Praxis nennen Euch Anleitungen nun meistens einen Befehl wie „chmod 755“. Dabei ist chmod (change mode) der Befehl zum Rechtesetzen, die erste Ziffer steht für den Besitzer, die zweite für die Gruppe und die dritte für die anderen Nutzer. Und jetzt der Grund dafür – andere Schreibweisen/Notationssysteme:

Oktal Binär Kürzel Menschlich

0         000              nichts
1         001   x         ausführen
2         010  w         schreiben
3         011  rw       schreiben, ausführen
4        100  r           lesen
5        101  rx         lesen, ausführen
6        110  rw       lesen, schreiben
7        111  rwx     lesen, schreiben, ausführen

Unix-Dateirechte verstehen

Die Tabelle zeigt alle Möglichkeiten zum Setzen der Rechte und die beim chmod-Befehl angegebenen Ziffern bezeichnen schlicht und ergreifend die entsprechenden Zeilen – insofern wäre unser obiges Beispiel rwx-rw-r dasselbe wie 111-110-100 oder eben in Spalten 7-6-4. Gängig ist zum Beispiel der Befehl „chmod 755“, mit dem der Besitzer alles darf (7), Gruppe und andere dürfen ausführen und lesen (5). Alternativ könnt Ihr natürlich auch auf das Kontextmenü zurückgreifen! Und hier das ganze nochmal zusammen als Bild:

chmod-grafik

Wenn man die oktale Schreibweise kennt, sind Linux-Rechte einfach zu verstehen.

Und hier noch eine kleine Eselsbrücke:
lesen = 4
schreiben = 2
ausführen = 1
lesen + schreiben + ausführen = 4 + 2 + 1 = 7 –> Zeile 7 = 111 = rwx
lesen + ausführen = 4 + 1 = 5 –> Zeile 5 = 101 = rx
und so weiter …

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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