Das wahre Alter eines Macs wird nicht durch die Hardwareversion, sondern erst durch die Betriebsstunden des Systems oder den Akkustatus ersichtlich. Wir zeigen Euch, wie Ihr das herausfinden könnt.

Wenn Ihr einen gebrauchten Mac kauft, möchtet Ihr höchstwahrscheinlich wissen, wie alt das System wirklich ist. Sicher: Das Kaufdatum verrät, wann der Mac erstmals in Betrieb genommen wurde. Doch Abnutzung entsteht durch Benutzung – das reine Alter sagt, genau wie zum Beispiel bei einem Auto, nichts darüber aus, ob der Rechner viel oder wenig genutzt wurde. Während Autokäufer jedoch den Kilometerzähler haben, an dem sich der Nutzungsgrad schnell ablesen lässt, gibt es an Computern zunächst keine offensichtliche Möglichkeit, diesen „Kilometerstand“ zu erhalten. Es gibt jedoch zwei Möglichkeiten, Rückschlüsse auf die tatsächliche Nutzung eines gebrauchten Macs zu ziehen. Bei Preisverhandlungen kann das durchaus vorteilhaft sein. Wir zeigen Euch, wie es geht.

Möglichkeit 1: Betriebsstunden der Mac-Festplatte prüfen

Die interne Festplatte vieler Macs lässt sich nur mit erheblichem Aufwand austauschen. Deshalb ist der in die SMART-Funktion integrierte Betriebsstundenzähler der Festplatte oder SSD ein hervorragendes Mittel ist, um herauszufinden, ob ein Mac viel oder wenig genutzt wurde. Öffnet dazu das Festplatten-Dienstprogramm, wählt die interne Festplatte aus und klickt auf den blauen „Info“-Knopf: Im folgenden Fenster findet Ihr detaillierte Angaben über den Datenträger und den Punkt „Betriebsstunden“: Dieser ist hexadezimal angegeben, steht aber letztlich für eine Stundenzahl, nämlich die Betriebsstunden der Festplatte. Kopiert den Wert in einen Hexadezimal-Dezimal-Rechner, etwa den von Selfhtml.org, um die tatsächliche Betriebsdauer der Festplatte – und damit des Macs – in Erfahrung zu bringen.

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Der Abnutzungsgrad eines Macs wird durch die Festplatten-Betriebsstunden…

Möglichkeit 2: Ladezyklen der Mac-Batterie auslesen

Bei mobilen Macs gibt es eine zusätzliche Möglichkeit, das Alter herauszufinden: Gerade bei vielen älteren Macbooks ist das sehr praktisch, da sich dort mit relativ einfachen Mitteln die Festplatte tauschen lässt. Der Tausch des teuren Akkus hingegen wird üblicherweise erst dann durchgeführt, wenn der Energiespeicher bereits aus dem letzten Loch pfeift. Deshalb dürften die meisten Macs am Gebrauchtmarkt noch den Originalakku verbaut haben. Dessen Ladezyklen wiederum gibt Rückschlüsse auf die Härte des Einsatzes: Je höher der Wert, desto häufiger wurde das Macbook vollständig geladen, also auch unterwegs benutzt. Diesen Wert könnt Ihr auslesen, indem Ihr nach Klick auf das Apfel-Symbol „Über diesen Mac“ öffnet, im folgenden Fenster auf „Weitere Informationen“ klickt und anschließend den „Systembericht“ startet. Unter „Stromversorgung“ findet Ihr hier die „Informationen zum Batteriezustand“ sowie die Ladezyklen. Gut sind Werte unter 100, sind die Werte deutlich höher als 500, hat das Macbook viel von der Welt gesehen.

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… oder den Zustand des Akkus ersichtlich.

Am besten beide Werte einholen

Achtung: Diese Funktion hilft natürlich nicht, wenn das Gerät hauptsächlich stationär benutzt wurde. Mein seit zwei Jahren im harten Desktop-Einsatz befindliches Macbook Pro 2013 wurde selten unterwegs genutzt, hing immer am Strom und hat daher gerade einmal 75 Ladezyklen auf der Uhr. Am besten ist es also, beide Werte zu checken. Erwischt Ihr ein Gerät mit neuer Platte und neuem Akku, ist das aber auch nicht schlimm: Dann scheint der Besitzer es ja zumindest gepflegt zu haben.

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Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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