Mitte des Urlaubs – aber Handy-Speicher schon voll? Kein Platz mehr für Fotos? Kein Problem, lagert sie einfach aus – das geht sogar ohne Cloud-Speicher!

Urlaubsfotografie bis in die 90er: Film voll – Film wechseln, alten Film in die Tasche. Ab den 00ern: SD-Karte voll – SD-Karte wechseln, alte Karte in die Tasche. Und Heute? Fotografieren die meisten nur mit dem Smartphone. Und das hat oft keinen Wechselspeicher mehr. Oder es hat einen, aber dann liegen da auch andere Dinge als Fotos drauf. Die Lösung für Techies ist simpel: Cloud-Speicher – kennt und hat aber nicht jeder. Es gibt Alternativen.

Standard: Cloud

Falls Ihr kein Problem mit Technik habt, braucht ihr keine Alternativen: Besorgt Euch einen der vielen kostenlosen Cloud-/Online-Speicher und schickt die Fotos einfach direkt dorthin. Das geht mit Google Drive (habt Ihr schon, falls Ihr ein Google-Konto habt!), Dropbox, Microsoft und vielen mehr. Wenn Ihr daheim eine NAS habt, könnt Ihr sogar einen eigenen Cloud-Speicher aufsetzen – aber das ist dann schon nichts mehr für Mutti (jaja, Ihr wisst schon, wen ich meine …).

Falls Ihr diesen Cloud-Kram vielleicht sogar noch gar nicht kennt:
Beim Cloud-Speicher meldet Ihr Euch kostenlos bei zum Beispiel Dropbox an und bekommt dann auf deren Computern einige Gigabyte Speicherplatz. Über eine App auf dem Handy, einen Browser oder auch eigene Programme für Windows meldet Ihr Euch dort an und könnt Dateien dorthin oder von dort kopieren. Das kostet nichts (außer gegebenenfalls Datenvolumen natürlich) und ist einfach. Natürlich landen die Bilder auf fremden Servern – je „privater“ die Aufnahmen, desto mehr müsst Ihr überlegen, ob das OK ist.

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Mit der ownCloud-App landen Fotos optional automatisch auf Eurem eigenen Cloud-Speicher – besser geht’s nicht.

Bilder-Teilen-Alternativen

Wenn die Cloud nicht Eure Sache ist, könnt Ihr es mit Alternativen versuchen – die sind technisch gesehen schlechter, für Euch aber unter Umständen einfacher verfügbar. Vielleicht fällt Euch ja erst am Strand auf Malle ein, dass das scheiss Smartphone voll ist – und wer hat da schon Lust, sich mit Cloud-Anbieter-Auwahl zu beschäftigen? Wenn doch kalter Mojito auf Verzehr wartet …

Der klassische Weg: Mail. Vermutlich habt Ihr ein Mail-Programm auf dem Smartphone – und natürlich könnt Ihr Fotos schlicht per Mail an Euch selbst schicken. Das geht nur in begrenztem Maße, aber wer Mails verschicken kann, muss eben nichts Neues mehr dazulernen.

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Der Klassiker – mailt Euch einfach die Bilder.

Der einfache Weg: Messenger

Chat-Apps wie Telegram, Whatsapp & Co. eignen sich bestens zum Sichern von Fotos – hat jeder, kann jeder bedienen. Teilt die Fotos einfach mit Euch selbst. OK, daheim müsst Ihr sie je nach Anwendung einzeln wieder herunterladen, aber immerhin.
Update: Natürlich könnt Ihr die Bilder auch in ein Archiv packen und dieses dann teilen – so passt der Weg auch für viele Fotos und macht den Download später einfacher. Schaut einfach mal in Euren Dateimanager und sucht eine Option, die Packen/Archiv/Zip oder ähnlich heißt. Eventuell kommt die Option auch direkt zu Tage, wenn Ihr mehrere Bilder auswählt – das ist leider von Dateimanager zu Dateimanager unterschiedlich.

telegram

Selbstgespräch gefällig? Für wenige Fotos sind Messenger eine ordentliche Notlösung.

Der Fotografen-Weg: Flickr

Die Foto-Community Flickr ist zum Speichern und Verwalten von Fotos gedacht und ein entsprechend guter Weg, Bilder komplett von Offline-Speichern zu verdammen. Nun gut, genau genommen ist Flickr nichts weiter, als Spezial-Cloud-Speicher.

flickr

Flickr – als Foto-Community prädestiniert für Bilder-Uploads.

Der öffentliche Weg: Instagram

Warum Fotos überhaupt noch offline haben? Statt die Bilder mühselig vom Handy-Speicher woanders hin zu verschieben, fotografiert doch einfach direkt in die Welt! Mit der Instagram-App lassen sich vernünftige Fotos machen und etliche Filter gibt es obendrein. Und wenn Ihr einen privaten Kanal habt, sind die Bilder auch nur für Mitglieder, im Zweifel also nur für Euch sichtbar. Einfacher lässt sich der Speicher kaum schonen – allerdings kann Eure normale Foto-App vielleicht doch etwas mehr als Instagram. Zumal Instagram die Bilder auch furchtbar beschneidet und kleinrechnet – wirklich toll ist das nur für 08/15-Schnappschüsse.

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Instagram fotografiert „direkt ins Internet“ – keine lokalen Platzprobleme mehr.

Der Offline-Weg: Externer Speicher

Im Urlaub ist das hier wohl der Königsweg: Über einen so genannten OTG-Adapter. So ein On-the-Go-Adapter kommt in den USB-Anschluss des Smartphones und bietet am anderen Ende einen normalen, großen USB-Anschluss – und da könnt Ihr Speichersticks, externe Festplatten oder sonst was anschließen und Eure Fotos drauf schaufeln. Zwar müsst Ihr ein weiteres Gerät mit in den Urlaub nehmen, das Ihr verlieren könntet, aber es ist die schnellste Option und die einzige, die weder Datenvolumen noch fremde Server noch irgendwelche Accounts benötigt. Wenn Ihr im Urlaub Hunderte Smartphone-Fotos machen werdet und keine Internet-Flatrate (auch fürs Ausland) habt und/oder keinen Cloud-Service nutzen wollt, ist ein OTG-Adapter die beste Lösung – und kostet gerade mal 1,67 Euro!

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Perfekt für große Mengen: Ein USB-Stick per OTG.

Offline 2: Kabellose Hardware

Externen Speicher könnt Ihr aber auch kabellos anbinden – zwei nette Beispiele: Von RAVPower gibt es ein WLAN-Teil, das Powerbank, Router (!), DLNA-Medien-Server und Karten-/USB-Leser in einem Gerät ist – für 39,99 Euro bekommt Ihr damit einen universellen Notfallhelfer für den Urlaub. So lässt sich auch ein WLAN-Netzwerk für die Familie betreiben. Alternativ gibt es auch WLAN-Festplatten wie die Intenso Memory 2 Move Pro – eine 1-Terabyte-Festplatte mit WLAN und Kartenleser für derzeit 93,89 Euro.

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Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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