Mit Eurer normalen PC-Tastatur könnt Ihr direkt in Euer Android-Gerät tippen – und schneller whatsappen, smsen, mailen, spielen, notieren. So geht’s:

Mit Eurer normalen PC-Tastatur könnt Ihr direkt in Euer Android-Gerät tippen, beispielsweise um längere Notizen oder Mails zu schreiben. Auch jeder, der täglich am PC sitzt und arbeitet und ständig SMS- oder Whatsapp-Nachrichten zwischendurch absetzt, dürfte davon profitieren – richtige Tastaturen sind eben doch schneller und bei langen Texten vor allem bequemer. Mit der Open-Source-App WiFiKeyboard geht das im WLAN ganz einfach, zumal Ihr auf dem PC keine spezielle Software benötigt, der Zugriff läuft einfach über einen Browser. Das ist wiederum praktisch, wenn Ihr auf der Arbeit, in der Uni oder bei Freunden seid: Meldet Euch in deren WLAN an und schon könntet Ihr auch dort die Tastatur nutzen, um beispielsweise komplexe Passwörter per Cut&Paste zu kopieren. Und so geht’s:

1. Installation

Installiert WiFiKeyboard auf Eurem Android-Gerät – wie die meisten Open-Source-Apps, gibt es WiFiKeyboard nicht nur bei Google Play sondern auch bei F-Droid.org, das ausschließlich freie Apps anbietet. Wenn Ihr das Tool anschließend aufruft, gibt es auch gleich Hinweise zur Einrichtung/Nutzung. Wichtig ist hier aber nur die LAN-Adresse, die Ihr später am PC eingeben müsst.

Einrichtungshilfe von WiFiKeyboard

2. WiFiKeyboard aktivieren

Navigiert nun nach „Einstellungen/Sprache und Tastatur/Eingabemethode auswählen“ und aktiviert dort das WiFiKeyboard mittels Häkchen.

WiFiKeyboard aktivieren

3. Eingabemethode auswählen

Wenn Ihr nun in einer beliebigen App mit dem WiFiKeyboard arbeiten wollt, drückt lange auf ein Eingabefeld und wählt dann aus dem Kontextmenü den Punkt Eingabemethode.

Eingabemethode ändern

4. WiFiKeyboard einsetzen

Aus der Liste der verfügbaren Tastaturen/Eingabemethoden wählt Ihr jetzt die App – und später stellt Ihr genauso die Standardtastatur wieder her.

WiFiKeyboard als Tastatur wählen

5. Auf dem PC

Am Rechner ruft Ihr nun im Browser die oben angegebene IP-Adresse ein, hier 192.168.178.22:1111. Klickt in den Eingabebereich und fangt an zu tippen. Standardmäßig passiert auf dem PC gar nichts, aber die Zeichen landen live auf dem Android-Gerät. Mit F4 könnt Ihr in den Lokalmodus schalten. Dann tippt Ihr ganz normal in den Eingabebereich und sendet den fertigen Text dann wieder mit F4 ans Gerät.

Am PC lässt sich dann bequem per Browser ins Android-Gerät tippen

6. Auf dem Handy

Und keine Überraschung am Handy: Der zu erwatende Text.

Der fertige Text – keine Überraschung

7. Sonstige Steuerung

Übrigens: Mit den Pfeiltasten der Tastatur könnt Ihr auch durch Android-Menüs und Homescreens navigieren, mit F2 die jeweiligen Menüs aufrufen und mit Enter Links verfolgen/öffnen beziehungsweise Aktionen ausführen – aber ganz ehrlich, das geht dann doch schneller mit dem Finger auf Glas.

Navigieren mit der PC-Tastatur – das blau unterlegte Play-Icon zeigts an

Noch komfortabler wird WiFiKeyboard übrigens in der AOSP-Variante: Das AOSP WiFi Keyboard kombiniert das hier besprochene Tool mit einer normalen Tap-Tastatur, so dass Ihr, einmal eingestellt, nicht immer erst die Eingabemethode ändern – und natürlich gibt’s auch diese App kostenlos bei Google Play (leider nicht bei F-Droid).
Und wenn Ihr das ganze umgekehrt veranstalten und Tablet oder Smartphone als Tastatur/Maus am Rechner nutzen wollt, etwa für Medienserver, schaut mal in diesen Tutonaut-Artikel.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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