Wenn sich der Raspberry Pi bei Euch anders verhält als beim Rest der Welt, bisweilen hängt oder abstürzt, könnte es ganz schlicht am Netzteil liegen.

Der verdammte Raspberry Pi: Alle Nutzer haben die gleiche Platine, alle setzen auf die gleiche Handvoll Systeme, alle verwenden standardisierte SD-Karten, WLAN-Sticks und sonstige Hardware – und dennoch funktionieren Anleitungen nicht, Systeme stürzen unerklärlicherweise ab und überhaupt, irgendwie scheint das Teil nicht so zu laufen, wie bei allen anderen? Im hiesigen Setup beispielsweise bestand folgendes Problem: Pi lief mit Xbian als Streaming-Server direkt am TV, im Netzwerk via Ethernet-Kabel. Alle paar Tage (teils Wochen), wollte der liebe Pi nicht mehr und blieb hängen. Meist halfen Neustarts, manchmal aber auch nicht. Also ein neu aufgesetztes, sauber laufendes Xbian als Image gezogen, auf eine zweite SD-Karte gespielt, davon gebootet, kein Erfolg.

Wieder von der ersten Karte gebootet, ging jetzt aber auch nicht mehr. Beide Karten im zweiten Pi probiert, nichts. Xbian (und weitere Systeme) neu aufgespielt, getestet und wieder nichts auf Pi 1. Also wieder die Kabel umgesteckt und irgendwann lief dann endlich ein Rasbian auf Pi 2. An der (Standard-) Software konnte es also nicht liegen, an Pis und SD-Karten ebenfalls nicht und die Temperatur ließ sich auch ausschließen, da beide Pis ohne Gehäuse existieren, beim Test nicht unter Last standen und Pi 1 zudem mit Kühlkörpern versehen ist.

Die Lösung: Zu wenig Saft für den Raspberry Pi

Und dann endlich, die Volldeppenlösung des Problems, eher durch Zufall ans Tageslicht gezerrt, beim Testen der Stromverbrauchsmessung der Heimautomationsfunksteckdose (ist Deutsch nicht eine schöne Sprache?!) Fritz! DECT 200: Das Netzteil (damals zum Pi mitgeliefert!) konnte den Raspberry Pi zwar anwerfen und teils über Wochen HD-Video ausgeben lassen, aber die (korrekten) 5 Volt und zu schwachen 0,5 Ampere sorgten für extrem zufällig verteilte Aussetzer, die sich mal durch Hängen, mal durch Nicht-Booten, mal durch Video-Fehler manifestierten. Also wieder das gute Xbian-Image aufgezogen, ein 5V/0,7A-Netzteil angeschlossen und siehe da, alles bootet sauber und läuft seitdem Stabil. Also greift wieder der gute alte Tipp, mit dem ich Kunden und Freunde bereits seit ’96 auf die Palme bringe: Überprüft die Kabel! Habt Ihr schon? Gut! NOCHMAL!

Pingeliger Knilch: Der Raspi läuft auch mit 500 mA, für stabilen Betrieb müssen es aber mindestens 700 mA sein.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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Kommentare

  • Kann ich genau so bestätigen, hatte im XBMC-Betrieb ständig mit Abstürzen zu kämpfen, seit dem Wechsel auf ein neues Netzteil rennt der Raspi unterbrechungsfrei!

  • Hallo Mirco, guten Abend! Bitte, um welches Netzteil handelt es sich denn bei deinem „5V/0,7A-Netzteil“. Wäre dir super dankbar, wenn du das bekannt machen könntest… Danke Dir sehr im Voraus!

    • Das ist ein Samsung-Netzteil – von irgendeinem Smartphone übrig geblieben schätze ich; es sollte aber jedes Netzteil mit mindestens 0,7A funktionieren – mehr ist kein Problem.