Diese Hard- und Software wird mich 2024 fest im Griff haben

Frohes Neues! Und wenn das Jahr gut starten soll, hier zwei Tipps, die bis 2025 Spaß machen!

Auch in 2023 habe ich mich mit allerlei Hardware, vor allem aber etlichen Dutzend Software-Produkten befasst. Nicht alle haben Spaß gemacht. Confluence hat mich fast veranlasst, in Australien einzumarschieren. Dank Green Ant Gin habe ich es dann gelassen ;) Details folgen. Aber es war auch viel Gutes dabei und für 2024 möchte ich Euch meine Favoriten ans Herz legen: Cursor und SmplTrek.

Cursor: AI-First-IDE

Natürlich geht es nicht ohne künstliche Intelligenz: Cursor ist eine AI-First-IDE, sprich eine IDE, beziehungsweise ein Code-Editor, mit eingebautem KI-Assistenten. Bislang hat KI meist in Form von Plugins Einzug in IDEs wie Visual Studio gehalten, nun plöppen Tools ans Tageslicht, die von vornherein mit KI-Assis geplant waren.

Cursor ist dabei nichts weiter als ein Visual-Studio-Code-Fork mit OpenAI-Funktionen. Allerdings sind diese wirklich gut eingebaut, trotz der frühen Version läuft Cursor hier absolut rund. Das Großartige: Dank Cursor habe ich endlich den Sprung von Shell Script und AutoHotkey hin zu Python geschafft. Da hatte ich nämlich nie groß Lust zu, weil es immer lange dauert, bis man sich an Style, Syntax und Stilblüten (f-Strings, unsichtbare, aber relevante Zeichen ...) gewöhnt hat. Mit Cursor verschwinden solche Hürden fast gänzlich.

Wenn Ihr bereits Erfahrung mit Scripting habt, wird Euch Cursor zum einen deutlich komplexere Projekte ermöglichen und Euch zum anderen beim Learning-by-Doing helfen. Ihr könnt Cursor ganze Code-Blöcke erzeugen oder "nur" Fehler beheben lassen. Oder Ihr wollt Euch in Code von Dritten einarbeiten? Cursor kann helfen, Funktionen und Zusammenhänge zu verstehen. Und das alles auch noch gut umgesetzt! Nur mal ein Beispiel: Wenn Cursor etwa Code ändert, unterlegt er den alten, geänderten Code rot, den neuen grün - und dann könnt Ihr entscheiden. Andere KI-Tools neigen dazu, pauschal große Blöcke zu ändern und Nutzer müssen sich dann alles selbst zusammenreimen.

Einen ausführlichen Beitrag zu Cursor habe ich für Dev-Insider geschrieben.

Für wen? Cursor ist perfekt für alle, die immer schon mal mit Scripting anfangen wollten, auf eine andere Sprache umsteigen wollen oder schlicht Dinge entwickeln wollen, die die eigenen Fähigkeiten übersteigen.

cursor gui.
Cursor: Code Editor mit eingebautem KI-Assistenten

SmplTrek: Groovebox

Das SmplTrek ist mein neuestes Musik-Spielzeug - wobei Spielzeug massiv untertrieben ist. Im Wesentlichen ist das Ding ein Sampler, plus Sequencer, Mixer und allerlei Effekte und im Endeffekt somit eine so genannte Groovebox. Und zwar als Stand-alone-Gerät! Sprich samt Lautsprecher, Mikrofon und sogar Betrieb per Batterien ist möglich. Man kann sich also wunderbar auf die Couch fläzen und Beats basteln. Nachtrag: Eine (sehr) ausführliche Einführung haben wir nun auch.

Man kann mit dem SmplTrek komplette, professionelle Songs produzieren, sei es rein auf Sample-Basis oder unter Einbeziehung von externen Instrumenten, Mikrofonen und sonstigem elektronischen Musik-Equipment, wie Synthesizern, Effektgeräten, MIDI-Controllern und so weiter. Vor allem das Sampeln macht wirklich Spaß: Mikrofon aktivieren, eine Tonleiter auf der Gitarre spielen, per Auto-Chop automatisch in einzelne Samples aufteilen lassen, fertig ist die virtuelle Version Eurer Gitarre.

Spaßfaktor 2: Effekte. Effekte lassen sich auf alle 10 Tracks/Instrumente separat legen (Insert), auf eine Auswahl der Tracks (Send) und auf alle Tracks (Master). Und wenn Ihr eine Gitarre, ein Mikrofon oder sonst ein Instrument per Klinkenstecker anschließt, können die (Insert-)Effekte auch direkt für das externe Gerät genutzt werden - der SmplTrek dient also als Live-Multi-Effekt-Gerät.

Spaßfaktor 3: Workflow. Das Zusammenstellen von Songs braucht etwas Einarbeitung, freundlich gesagt. Wer Erfahrung mit Musikproduktion hat, wird vermutlich schnell reinkommen, für absolute Neulinge düfte es ein ziemlicher Brainfuck sein. Hat man aber erstmal die vielen Funktionen und Menüs im Griff, macht es wirklich Spaß, mit dem SmplTrek zu spielen.

Im Zweifelsfall könnt Ihr sogar ganz ohne externe Instrumente oder fertige Samples Spaß haben - per Stimme und gut eingesetzten Effekten lässt sich auch schon grooven.

Für wen? Perfekt für alle, die ein Stand-alone-Gerät für die Couch haben wollen - und etwas mehr Funktionalität als die hervorragenden Pocket Operators von Teenage Engineering. Wobei beide super zusammenpassen! Das Teil ist absolut einsteigertauglich. Wie gut sich der Sampler in ein (semi-)professionelles Setup integriert sei mal dahingestellt, tendenziell gibt es da bessere Optionen. Allerdings kostet der SmplTrek unter 500 Euro und funktioniert als Stand-alone - da ist die Konkurrenz dünn.

smpltrek mit pocket operator.
Tolles Duo für die Couch: SmplTrek mit Pocket Operator

Der Standardpreis ist derzeit übrigens 499 Euro - sowohl bei Thomann als auch bei Music Store und anderen Musikläden. Dass es sich um ein professionelles Gerät handelt sieht man auch daran, dass es bei Amazon nur einen Anbieter gibt, und der verlangt derzeit stattliche 567 Euro! Zu informativen Zwecken hier trotzdem der obligatorische Amazon-Kasten mit dem jeweils aktuellen Preis:

Sonicware SmplTrek Sampler
567,00 €
(Stand: 21.06.2024 23:18 - Details)
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Wie wäre es jetzt mit Musik-am-PC-Grundlagen? Oder ein weiteres Musikspielzeug? Versucht es mit dem Akai MPK mini.

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help und VoltAmpereWatt.de. Neu: Mastodon

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