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Einfach, aber unter Umständen mit Fußweg verbunden - ziemlich oldschoolig ...

Anleitung: Dateien auf laufende Raspberry Pis bringen

So bekommt Ihr Dateien auf einen laufenden Raspberry Pi: Per USB, Browser oder ganz einfach über das Netzwerk.

Wenn ein Raspberry Pi im Netzwerk beispielsweise als Mediacenter läuft, müsst Ihr manchmal Dateien darauf kopieren. Zum Beispiel, um Erweiterungen in Kodi zu installieren, die nur als ZIP-Datei existieren. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten – auch ohne zum Raspi zu laufen.

Per Browser

Wenn der Raspi an einem Monitor hängt, könnt Ihr – je nach System – einfach einen vorhandenen Browser nutzen und Dateien direkt auf dem Raspi herunterladen. Wenn es sich um eigene Dateien handelt, könnt Ihr sie etwa über einen Freigabelink von DropBox, Google Drive oder sonst einem Cloud-Speicher saugen. Oft wird aber nur ein reines Kodi-System laufen, beispielsweise Xbian. Dann könnt Ihr zwar über die Add-ons einen Browser installieren, aber erfahrungsgemäß macht der keinen Spaß … Dann lieber anders.

kodi scp raspi
Spaß geht anders: Ein Browser in Kodi.

Per Datenträger

Ja, so einfach kann das Leben sein: Kopiert die Dateien auf einen USB-Stick, steckt ihn in den Raspi – fertig. Über einen Dateibrowser, falls vorhanden, lassen sich die Dateien dann kopieren. Kodi-Add-ons könnten dann auch direkt vom Stick installiert werden, der schlicht als lokales Laufwerk auftauchen sollte. Aber auch das funktioniert nur, wenn der Raspi an einem Monitor hängt.

raspi usb
Einfach, aber unter Umständen mit Fußweg verbunden – ziemlich oldschoolig …

Per Netzwerk – die beste Lösung

Vielleicht läuft der Raspi im Keller. Vielleicht läuft er headless, also ohne Monitor und grafische Oberfläche. Vielleicht habt Ihr auch schlicht keine Lust, zum Raspi zu laufen. Die vielleicht sinnvollste Variante – kennen solltet Ihr sie sowieso! – geht über das Programm scp, was für Secure Copy steht. Unter Linux funktioniert das standardmäßig sofort, unter Windows müsst Ihr nachrüsten. Das geht mit WinSCP mittels grafischer Oberfläche, empfehlen würde ich aber Git for Windows und den Weg über den Terminal – einfach, weil das universeller ist. Bei Git for Windows kann Euch das Git (eine Versionskontrolle) egal sein, aber das Paket bringt die Git Bash mit, einen Terminal, wie man ihn unter Linuxen kennt – inklusive scp. Installiert also Git for Windows.

Öffnet den Windows-Explorer, navigiert zu der Datei, die Ihr kopieren wollt und öffnet den Git-Bash-Terminal über einen Rechtsklick auf den Ordnerhintergrund – dann seid Ihr im Terminal direkt im richtigen Ordner. Das eigentliche Kopieren sieht dann wie folgt aus:

 scp MeineDatei.zip mirco@192.168.178.69:/home/linaro/Downloads

Zunächst gebt Ihr die gewünschte Datei an – entweder mit dem ganzen Pfad oder wie hier nur den Dateinamen, wenn Ihr schon im richtigen Pfad seid. Dann folgt das Ziel, verallgemeinert: Nutzername@IP-Adresse:Ziel-Pfad. Zum Kopieren wird natürlich noch das Passwort des Raspis abgefragt.

Wenn Ihr Euch vorher auf dem Raspi umschauen wollt, um das richtige Verzeichnis zu finden, könnt Ihr das per SSH machen. Unter Windows machen das die meisten Menschen wohl mit Putty, aber mit der Git Bash geht es auch sofort:

ssh mirco@192.168.178.69

Es folgt beim Erst-Login eine Sicherheitsabfrage (einfach mit yes beantworten) und Ihr müsst Euer Passwort eingeben. Anschließend könnt Ihr Euch mit wenigen Kommandos umschauen – falls Ihr null Linux-Erfahrung habt: ls listet den aktuellen Ordnerinhalt auf, cd wechselt in den angegebenen Ordner, cd .. wechselt eine Ebene nach oben, cd / wechselt in das Grundverzeichnis und Nutzerverzeichnisse finden sich in der Regel unter /home/BENUTZERNAME.

scp in aktion
Kopieren mit scp und kontrollieren mit ssh – wer ein Netzwerk hat, sollte das kennen 😉

Hier geht’s zu weiterem Input zu Kodi, zum Raspberry Pi oder auch zum Terminal.

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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