Ganz einfach Dateien und Ordner mit eigenen Icons versehen, PNG-Dateien nach ICNS umwandeln oder sogar eigene Icon-Sets für MacOS erstellen. So geht’s.

Manchmal muss man auch am Mac mal ein Icon wechseln. Etwa dann, wenn es darum geht, einen Ordner sinnvoll optisch hervorzuheben. Grundsätzlich ist das Wechseln der Icons unter MacOS ziemlich simpel, doch wie erstellt man ein eigenes? Mit den richtigen Werkzeugen geht das kostenlos und mit jeder Grafik. Allerdings ist ein wenig Vorarbeit nötig. Wir zeigen Euch, wie es geht.

1. Mac-Icon erstellen: Grafik aussuchen und verschiedene Größen erstellen

Zunächst solltet Ihr für Euer Mac-Icon natürlich eine Grafik aussuchen. Das kann ein Foto sein, ein heruntergeladenes Bild oder ein mit dem praktischen Tool Graphic selbst erstelltes Clipart. Wir nehmen unseren Weihnachts-ElTuto, weil der ein hübsches Mac-Icon abgeben würde. Wichtig ist: Sie sollte mindestens 1024 Pixel an der kurzen Seite haben. Der Hintergrund sollte außerdem transparent sein, weshalb sich ein PNG empfiehlt.

Wir nehmen einen ElTuto, den wir mit Graphic auf dem iPad erstellt haben.

Wir nehmen einen ElTuto, den wir mit Graphic auf dem iPad erstellt haben.

2. Bild für Mac-Icon quadratisch beschneiden

Nun solltet Ihr die Grafik, wenn sie nicht bereits quadratisch ist, noch quadratisch beschneiden. Dazu braucht Ihr keine spezielle Software, die Vorschau unter MacOS tut’s vollkommen ausreichend: Legt das Bild, sofern es aus einer E-Mail oder der Fotomediathek kommt, zunächst in einen Ordner: Etwa auf den Desktop.
Öffnet das Bild per Doppelklick oder über die rechte Maustaste -> Öffnen mit in Vorschau. Hier könnt Ihr jetzt einen quadratischen Crop aufziehen, wenn Ihr dabei die Shift-Taste gedrückt haltet. Zieht den Beschneiderahmen so zurecht, dass die Grafik gut positioniert ist. Drückt jetzt die Tastenkombination (cmd)+(K), um den quadratischen Crop in Vorschau zu erstellen. Zwar speichert MacOS automatisch, Ihr könnt die Grafik jedoch zusätzlich separat über den Export-Dialog als PNG abspeichern.

Was viele nicht wissen: Mit gedrückter Shift-Taste könnt Ihr quadratische Ausschnitte in Vorschau erstellen.

Was viele nicht wissen: Mit gedrückter Shift-Taste könnt Ihr quadratische Ausschnitte in Vorschau erstellen.

3. Mac-Icons: Der fummelige Weg

Als nächstes benötigt Ihr die Icons in verschiedenen Größen. Die könnt ihr natürlich manuell erstellen und sie nach einem speziellen Schema benennen. Das ist eine ziemlich fummelige Arbeit. Zunächst aber ein Blick auf die benötigten Dateien, die Ihr sonst manuell exportieren müsst. Jede Datei muss einmal „normal“ und einmal als Retina-Icon (x2) mit doppelter Höhe und Breite vorliegen. Außerdem muss das Ganze in einem Ordner namens (Iconname).iconset abgespeichert werden:

Dateiname Bildgröße (in Pixeln)
icon_512x512@2x.png 1024 x 1024
icon_512x512.png 512 x 512
icon_256x256@2x.png 512 x 512
icon_256x256.png 256 x 256
icon_128x128@2x.png 256 x 256
icon_128x128.png 128 x 128
icon_32x32@2x.png 64 x 64
icon_32x32.png 32 x 32
icon_16x16@2x.png 32 x 32
icon_16x16.png 16 x 16

Wie das geht, zeigt dieses Video:

Die Konvertierung der korrekt beannten (!) PNG-Dateien in ICNS macht Ihr im Terminal mit dem Befehl iconutil -c icns /Pfad/zum/Iconset-Ordner. Danach habt Ihr im Idealfall eine funktionierende ICNS-Datei zur Hand. Allerdings ist das ausgesprochen fummelig und fehleranfällig. Zumal kostenlose Helfer-Apps wie Icon Set Creator von Nicolás Miari gar nicht so hilfreich sind, da sie nicht alle Icongrößen und vor allem nicht die richten Dateinamen ausgeben.

ICNS-Dateien erstellt Ihr im Terminal.

ICNS-Dateien erstellt Ihr im Terminal.

4. Der einfache Weg, um Mac-Icons zu ändern

Da Ihr als unsere Leser vermutlich nach einem einfachen Weg sucht, Icons von Dateien und Ordnern zu ändern, solltet Ihr daher einfach zur im System integrierten Icon-Funktion greifen. Dazu nehmt Ihr die quadratisch gecroppte Datei aus Schritt 2 und öffnet sie noch einmal in Vorschau. Drückt anschließend auf (cmd)+(C), um sie in die Zwischenablage zu kopieren. Öffnet anschließend die Dateiinformationen der Datei oder des Ordners, deren Icon Ihr ändern wollt: Markiert die Datei dafür und drückt (cmd)+(I).

Icon-PNG in Vorschau öffnen und in die Zwischenablage kopieren, anschließend die Informationen der Zieldatei öffnen.

Icon-PNG in Vorschau öffnen und in die Zwischenablage kopieren, anschließend die Informationen der Zieldatei öffnen.

So einfach könnt Ihr ein Mac-Icon ändern.

So einfach könnt Ihr ein Mac-Icon ändern.

Markiert jetzt links oben in den Dateiinformationen das Ordner- oder Dateisymbol und klickt (cmd)+(V), um das PNG-Bild als Ordner- oder Datei-Icon zu verwenden. Das war es auch schon: Ihr könnt die Info-Datei jetzt schließen. Die Datei oder der Ordner werden jetzt mit dem neuen Icon angezeigt.

Einfügen und fertig: Der Ordner hat ein neues Icon.

Einfügen und fertig: Der Ordner hat ein neues Icon.

5. Und was ist mit der ICNS-Datei?

Natürlich ist das nicht die einzige Lösung. Denn manchmal sind ICNS-Dateien, also dedizierte Icon-Files, schlicht praktischer, etwa um Icons zu archivieren. Hierfür gibt es entweder die Bezahl-App img2icns, deren Preisgestaltung wir aber frech finden. Oder Ihr verwendet schlicht einen Online-Converter wie den Cloudconverter: Der PNG-nach-ICNS-Konverter erstellt Euch aus dem PNG-Bild aus Schritt 2 mit zwei Klicks eine herunterladbare ICNS-Datei, die Ihr künftig verwenden könnt.

Mit dem CloudConverter sind ICNS-Dateien in zwei Klicks erstellt.

Mit dem CloudConverter sind ICNS-Dateien in zwei Klicks erstellt.

Per Apple-Script PNG nach ICNS konvertieren

Und falls Ihr der Cloud nicht vertraut, könnt Ihr die Icons natürlich auch lokal erstellen: Dabei hilft Euch das kostenlose Apple-Script iconmaker 2 von Eon: Zieht das PNG aus Schritt 2 einfach auf die Skript-Datei, anschließend liegt im gleichen Ordner eine korrekt erstellte ICNS-Datei.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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