Ihr wollt Fotos auf Eurer Festplatte schnell und effizient verkleinern? Per Stapelverarbeitung ist das unter Windows, macOS oder Linux schnell erledigt.

Wir haben Euch bereits gezeigt, wie Ihr mit dem Allzwecktool XNView MP einzelne Fotos unter Windows, macOS oder Linux verkleinern könnt. Wollt Ihr aber beispielsweise ein komplettes Urlaubs-Album schrumpfen, um dieses beispielsweise per Mail zu verschicken, ist die gezeigte Methode umständlich. Doch keine Problem: Ihr könnt beliebig viele Fotos in einem Rutsch optimieren und damit verkleinern. Das Zauberwort heißt Stapelverarbeitung – wir zeigen Euch, wie es funktioniert. 

Platz sparen per Stapelverarbeitung

Wie schon im ersten Teil beschrieben belegen Fotos von Digicams oder Smartphones einen Haufen Speicherplatz. Ein Beispiel: Die im Screenshot zu sehenden Fotos vom Kölner Mini-Winter 2019 stammen aus der 12-Megapixel-Knipse des Google Pixel 3 und wurden nicht bearbeitet. Obwohl es sich gerade einmal um acht Fotos handelt, belegen sie über 22 Megabyte auf der Festplatte. Das ist zwar grundsätzlich kein Problem, will ich die Dinger aber via Mail verschicken, wird es in den meisten Fällen schon kritisch. Nun könnt Ihr natürlich jedes einzelne Bild manuell bearbeiten und kleinrechnen – das sorgt sicherlich für die besten Ergebnisse, ist in der Summe aber ein Haufen Arbeit.

Effizienter ist die Stapelverarbeitung. Dieser vielleicht schönste (…) aller PC-Begriffe umschreibt die automatische Bearbeitung mehrerer Dateien mit den gleichen Parametern. Bei Fotos könnt Ihr mit der Stapelverarbeitung (auch Batch-Konvertierung genannt) beispielsweise die Auflösung aller Fotos im gleichen Verhältnis reduzieren und diverse Optimierungen auf die Fotos anwenden. Im Ergebnis bekommt Ihr eine deutlich schlankere Fotosammlung, ohne allzu große qualitative Einbußen. Es gibt viele Möglichkeiten zur Stapelverarbeitung von Bildern – manche sogar direkt mit System-Bordmitteln. Wir setzen im Folgenden aber erneut auf den Foto-Allrounder XNViewMP. Warum? Weil das gute Stück nicht nur kostenlos ist, sondern auch auch für Windows, macOS und Linux verfügbar. Den Download von XNViewMP findet Ihr unter diesem Link.

Fotos Bild Dateigröße

Acht Fotos, 23 Megabyte: Moderne Kameras und Smartphones geizen bei den produzierten Bilddateien nicht eben mit der Dateigröße.

So verkleinert Ihr Fotos per Stapelverarbeitung in XNView MP:

1. Fotos für die Stapelverarbeitung auswählen

Wählt die Fotos aus, die Ihr kleinrechnen möchtet. Das kann wahlweise im Explorer/Finder oder direkt in XNView MP erfolgen. Um mehrere Fotos auszuwählen, klickt sie einfach mit gedrückter Strg-Taste an; unter macOS müsst Ihr hingegen die CMD-Taste bemühen.

XNView Bilder Auswahl

2. Stapelverarbeitung aufrufen

Wählt  im Menü Werkzeuge die Funktion Stapelverarbeitung. Alternativ dazu nutzt Ihr die Tastenkombination Strg + U bzw. CMD + U. Im aufklappenden Fenster könnt Ihr auf dem Reiter Eingabe bei Bedarf weitere Fotos für die Umwandlung hinzufügen oder Bilder entfernen. Das funktioniert beispielsweise per Drag & Drop aus dem Windows Explorer oder dem Mac-Finder.

XNView Stapelverarbeitung

3. Bildgröße anpassen

Wechselt jetzt auf den Reiter Verarbeitungen und klickt auf Verarbeitung hinzufügen. Im aufklappenden Menü wählt Ihr unter Bild die Option Größe ändern. Anschließend bestimmt Ihr bei Modus, welche Art der Größenänderung Ihr vornehmen wollt. Im Beispiel reduzieren wir die Bildgröße über den Modus Längste Seite auf eine TV-typische Auflösung von 1920 Pixeln in der Breite. Ihr könnt aber auch Anpassungen der Bildgröße nach Prozenten oder Zentimeter-Angaben vornehmen. Generell solltet Ihr auf jeden Fall darauf achten, dass die Option Verhältnis beibehalten aktiviert ist. Das sorgt dafür, dass die XNViewMP die Fotos nicht verzerrt. Beim Modus Längste Seite ist die Option automatisch aktiviert.

Stapelverarbeitung Größe ändern XNView

Die Größenänderung ist die effizienteste Methode, große Bilder kleiner zu rechnen.

4. Weitere Verarbeitungen hinzufügen

Optional dürft Ihr nun noch weitere Verarbeitungen hinzufügen, etwa die Anpassungen von Farbeinstellungen oder grafischen Effekten. Die Vorschau auf der rechten Seite gibt einen Eindruck davon, wie sich die Einstellungen auf die einzelnen Fotos auswirken. Über die Pfeile unten links könnt Ihr die gewählten Bilder nacheinander prüfen.

XNView Batch-Einstellungen

Ihr könnt beliebig viele Verarbeitungen durchführen.

5. Zielordner für die Stapelverarbeitung festlegen

Seid Ihr mit den Einstellungen glücklich, geht es auf dem Reiter Ausgabe weiter. Hier legt im Feld Ordner das Verzeichnis fest, in dem die verkleinerten Fotos ausgegeben werden. Bei Dateiname tragt Ihr das Namensschema ein, mit der XNView MP die konvertierten Bilder benennen soll. Die Vorlage ergänzt den aktuellen Namen einfach um den Zusatz Ergebnis.

XNView Zielordner

6. Ausgabeformat angeben und anpassen

Im Feld Format aktiviert Ihr in der Regel die Option JPG. Optional könnt Ihr Sie mit Einstellungen noch Details einstellen. Den Regler Qualität solltet Ihr mindestens bei der Voreinstellung 80 belassen. Niedrigere Einstellungen sorgen zwar für kleinere Dateien, nagen allerdings auch stark an der Bildqualität. Wollt Ihr zusätzlich die Metadaten aus den Fotos löschen (also beispielsweise Kameramodell, Aufnahmeort und Einstellungen), entfernt die entsprechenden Haken bei XYZ-Daten beibehalten.

JPG-Einstellungen Metadaten

In den Einstellungen könnt Ihr die Metadaten aus den Fotos entfernen und die Bildqualität anpassen.

7. Stapelverarbeitung starten

Passt alles? Dann übernehmt die Einstellungen mit einen Klick auf Ok. Anschließend starten Ihr die Umwandlung Eurer Fotosammlung mit einem Klick auf Konvertieren. Je nach Menge an Dateien der Geschwindigkeit Eures PCs bzw. Mac kann dieser Vorgang einige Zeit in Anspruch nehmen. Das Ergebnis: Eine deutlich schlankere Fotogalerie, die Ihr nun perfekt per Mail oder anderweitig teilen könnt. Falls es noch nicht reicht, führt die Konvertierung einfach nochmal durch und passt dabei die Einstellungen an.

Stapelverarbeitung starten Fotos

Über den Autor

Boris Hofferbert

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, am Desktop Apple- und unterwegs Android-Fan, zockt unter Windows, kann nicht ohne Musik (von Classic Rock über Ska bis Punk) und Hörbücher, schießt gerne Postkarten-Fotos, hat immer mindestens zwei Handys dabei und freut sich riesig über eine Kaffeespende ;-)

Wie und womit ich tagtäglich arbeite, erfahrt Ihr hier.

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