Kino-Feeling für Kodi: Werbung – Trailer- Werbung – Eis-Pause – Licht aus – Vorhang auf – Film ab. Wer sich daheim kinomäßig in Stimmung bringen will, kann mit CinemaVision ein ganz eigenes Vorprogramm gestalten – mit automatischer Trailer-Versorgung.

Für das echte Kino-Feeling daheim ist es mit Riesenmonitor, Hightech-Sound und Popcorn nicht getan – oder geht der Film in Eurem Kino sofort los? Es fehlen Trailer, (gute) Werbung, THX-Einspieler oder der Gong, der den Hauptfilm einleitet. Und mit CinemaVision gestaltet Ihr Euer eigenes Vorab-Programm.

Vorprogramm für Kodi

Mit CinemaVision baut Ihr eine Sequenz aus Video-, Audio- und Bilddateien rund um den Hauptfilm herum, oder auch um mehrere Titel. Ihr könnt Dinge wie aufgehende Vorhänge einfügen, Videos für die Eis-Kauf-Pause vor dem Film, Anti-Piraterie-Spots …, Altersfreigaben, Featurettes oder die allseits beliebten Trailer – Trailer landen natürlich automatisch aus dem Netz auf dem Screen. Und wer kennt sie nicht, die typische Kino-Werbung, die dann doch wieder für die richtige Stimmung sorgt – Like Ice in the Sunshine weckt wohl bei vielen nostalgische Gefühle. Und wenn das noch nicht reicht: CinemaVision beherrscht auch Heimautomation und kann mit der richtigen Anbindung zum Beispiel die Lichter dimmen!

Die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig, daher zeigen wir, wie Ihr eine Sequenz anlegt, mit Inhalten versorgt und abspielt. Nicht Euer Ding? Egal, hier geht’s zu Dutzenden weiterer Kodi-Artikel.

1. CinemaVision installieren

Installiert CinemaVision aus dem offiziellen Kodi-Repo und startet es anschließend über das Kontextmenü; Allgemeines zu Add-ons haben wir hier.

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CinemaVision findet Ihr im Standard-Repo.

2. Der erste Screen

Das Tool begrüßt Euch mit einer Demo-Sequenz, die könnt Ihr aber ignorieren – anfangs sieht das noch recht kryptisch aus. Weiter geht es mit dem Kontextmenü, also dem Button links neben der rechten Strg-Taste (rechte Maustaste funktioniert nämlich nicht).

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Sieht gewöhnungsbedürftig aus, ist aber ganz simpel.

3. Basiskonfiguration aufrufen

Startet zunächst die Add-on-Einstellungen.

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Das zentrale Kontextmenü braucht Ihr immer wieder.

4. Content-Pfad setzen

Wechselt hier zum Content-Reiter und legt einen Ordner für die Inhalte fest. Da CinemaVision eine ganze Ordnerstruktur erstellt, legt Ihr am besten einen eigenen Ordner an, beispielsweise in einem Eurer Medienordner. Ganz wichtig: Hier findet Ihr auch den Punkt „Update content“ – den müsst Ihr immer aufrufen, wenn Ihr neue Videos, Bilder oder Musik in die Ordnerstruktur kopiert!

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Der Pfad zu Euren Nicht-Trailer-Inhalten.

5. Die Ordnerstruktur

CinemaVision legt Ordner für jede Art von Content an, die das Tool kennt. Der Ordner „Video Bumpers“ hat noch eine ganze Reihe Unterordner. Bumpers sind im Grunde alle Videos, die nicht in die anderen Kategorien passen, wie Lückenfüller oder Werbung. Videos kopieren: Zur Demo legt ein paar kurze Testvideos in den Ordner „Video Bumpers/Intermission“, beispielsweise die guten alten Coke-vs-Pepsi-Spots.

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Die Ordnerstruktur im Explorer.

6. Eigene Sequenz anlegen

Ruft nun erneut das Kontextmenü auf und legt über New eine neue Sequenz an. Über das Menü fügt Ihr nun einen Video Bumper hinzu (natürlich müsst Ihr nicht so anfangen, das gilt jetzt nur für diese Anleitung).

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Das Hinzufügen-Menü gibt es zwischen allen Objekten.

7. Bedienkonzept verstehen

Ein Wort zur Bedienung: Unter jedem zugefügten Objekt bekommt Ihr nun ein kurzes Menü mit Optionen. Zwischen zwei Objekten gibt es immer das Hinzufügen-Menü aus dem vorigen Schritt. Ihr könnt Objekte aber auch später noch verschieben. Weiter geht es über den Edit-Button.

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Das Objekt-eigene Menü ist abhängig vom Inhaltstyp.

8. Video Bumper konfigurieren

Hier könnt Ihr nun mehrere Einstellungen machen, allem voran: Als Typ legt Ihr Intermission fest – das heißt nichts weiter, als dass CinemaVision in eben diesem Ordner nach Inhalten guckt. Hinzu kommen Abspielreihenfolge und Anzahl der Videos sowie die Lautstärke – nett, um Werbung und Trailer leiser als den Hauptfilm abzuspielen. Übrigens: Ähnliche Einstellungen findet Ihr zu den diversen Content-Typen in den Add-on-Einstellungen.

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Meist genügt die Angabe der gewünschten Anzahl von Videos/Bildern.

9. Trailer einfügen

Das Hauptaugenmerk dürfte für viele auf den Trailern liegen. Relevant ist hier vor allem wieder die Anzahl der Spots – die Quellen legt Ihr in den allgemeinen Einstellungen fest. Was läuft? CinemaVision besorgt Trailer automatisch aus diversen Online-Quellen, standardmäßig anhand Eurer Mediendatenbank. Im Grunde müsst Ihr Euch um nichts kümmern.

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Trailer dürfen ruhig etwas leiser sein.

10. Sequenz vervollständigen und starten

Wie eine Sequenz aussehen könnte, seht Ihr hier im Bild. Durch die umbenannten Objekte sollte klar sein, was passieren wird. „Features“ ist übrigens der Hauptfilm – und dieses Objekt muss zwangsläufig verbaut werden. Logisch irgendwie. Jetzt solltet Ihr die Sequenz zunächst über das Kontextmenü speichern. Und jetz geht es ans Starten über eine von zwei Möglichkeiten: An dieser Stelle könnt Ihr einfach Filme in die Playlist legen und dann die Sequenz aus Kontextmenü heraus abspielen. Auf Dauer ist es natürlich lästig, ständig das Add-on aufrufen zu müssen. Daher könnt Ihr alternativ das CinemaVision-Kontextmenü aus dem Kodi-Repo installieren und anschließend über das Kontextmenü von Filmen starten. Das Add-on findet Ihr im Bereich „Kontextmenüs“ – da es hier nicht laufen mag (Theme: Confluence), gibt es leider keine Bilder.

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So könnte eine Sequenz aussehen – wenn man viel Vorlauf mag.

Film ab.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule …

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn – als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und „Hundedinger“ steht – und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, Ex-BSI’ler, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 26 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch …

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