Parallels Update-Politik nervt Euch? Dann zieht Eure Parallels-VMs doch zu VirtualBox um. Das geht mit wenigen Handgriffen.

Parallels ist eine tolle Software, um Windows unter MacOS zu virtualisieren. Leider ist das Geschäftsmodell, nunja: Innovativ. Letztlich läuft es bei Parallels nämlich auf ein jährliches Abo hinaus. Das kann man mögen oder nicht, Fakt ist, dass VirtualBox in vielen Fällen genauso gut läuft – und das ist kostenlos! Wenn Ihr wechseln wollt, könnt Ihr eine bestehende Linux- oder Windows-VM von Parallels nach VirtualBox konvertieren.

1. Backup der Parallels-VM machen!

Bevor Ihr loslegt, solltet Ihr ein Backup der virtuellen Parallels-Maschine anlegen. Das geht am einfachsten, indem Ihr Parallels startet und hier alle VMs herunterfahrt. Klickt anschließend in der Übersicht mit der rechten Maustaste auf eine der Virtuellen Maschinen und wählt „Im Finder anzeigen“.

Zeigt die VM im Finder an...

Zeigt die VM im Finder an…

Anschließend könnt Ihr die PVM-Datei, die so heißt, wie die VM, die Ihr in VirtualBox verwenden wollt, ganz einfach sichern, indem Ihr sie mit der rechten Maustaste anklickt und „Duplizieren“ wählt. Mit der Kopie könnt Ihr jetzt weitermachen. Verschiebt sie am besten auf den Desktop.

... und dupliziert sie.

… und dupliziert sie.

2. Paketinhalt der virtuellen Maschine anzeigen und HDS extrahieren

Klickt jetzt die PVM-Datei mit der rechten Maustaste an und wählt „Paketinhalt anzeigen“. Hier findet Ihr unter anderem eine große Datei mit der Endung .hdd, die genauso heißt wie Eure virtuelle Maschine. Dabei handelt es sich aber nicht um eine „Festplattendatei“, sondern ein weiteres Paket.

Innerhalb der PVM-Datei verbirgt sich eine HDD-Datei.

Innerhalb der PVM-Datei verbirgt sich eine HDD-Datei.

Klickt die .hdd-Datei also ebenfalls mit der rechten Maustaste an und wählt „Paketinhalt anzeigen“: Hier seht Ihr jetzt eine große .hds-Datei. Die braucht Ihr für den Umzug nach VirtualBox. Kopiert die HDS-Datei einfach auf den Desktop und benennt sie in eine .hdd-Datei um. Aus „Windows.hds“ macht Ihr also „Windows.hdd“. Diese verschiebt Ihr am besten in einen Ordner, auf den VirtualBox zugreifen kann, etwas ~/VirtualBox/.

Die HDD-Datei enthält eine HDS-Datei. Die braucht Ihr für VirtualBox.

Die HDD-Datei enthält eine HDS-Datei. Die braucht Ihr für VirtualBox.

3. Virtuelle Festplatte in VirtualBox einbauen

Falls Ihr es noch nicht gemacht habt, solltet Ihr jetzt VirtualBox installieren. Anschließend klickt Ihr in VirtualBox auf „Neu“ und legt eine neue Windows- oder Linux-VM an. Wichtig ist es jetzt, keine neue Festplatte zu erzeugen, sondern die gerade extrahierte zu verwenden. Klickt dazu auf „Vorhandene Festplatte verwenden“ und wählt die in Schritt zwei aus der HDS-File erstellte HDD-Datei aus. Klickt danach auf „Erzeugen“. Die VM sollte eine ähnliche RAM-Ausstattung wie das Original in Parallels haben.

Erstellt jetzt eine VirtualBox-VM mit der Parallels-HDD als Festplatte.

Erstellt jetzt eine VirtualBox-VM mit der Parallels-HDD als Festplatte.

4. VirtualBox-VM starten und aufräumen

Das war es auch schon: Klickt in VirtualBox auf „Starten“, um die VM das erste Mal in der neuen Virtualisierungsumgebung zu starten. Es kann eine Weile dauern, bis Windows oder Linux hochfahren, weil die virtualisierte Hardware ja eine andere ist als unter Parallels. VirtualBox wird möglicherweise eine Reihe von Fehlermeldungen ausgeben, aber die virtuelle Maschine sollte trotzdem ohne groß zu Murren starten. Auch wird das System zunächst sehr träge sein – das liegt an den Treibern und daran, dass Ihr die VM noch nicht für VirtualBox optimiert habt.

Die VirtualBox-VM sollte problemlos starten. Die Fehlermeldungen könnt Ihr zunächst ignorieren.

Die VirtualBox-VM sollte problemlos starten. Die Fehlermeldungen könnt Ihr zunächst ignorieren.

Jetzt müsst Ihr nur noch die Parallels-Tools aus der neuen VirtualBox-VM deinstallieren und die VirtualBox-Treiber installieren. Wählt dazu unter Windows in der VM zunächst Einstellungen -> Apps und Features und deinstalliert die „Parallels Tools“. Die Parallels Toolbox könnt Ihr übrigens behalten, falls Ihr die Funktionen braucht – dabei handelt es sich nur um eine Zusatzsoftware. Nach der Deinstallation muss die VM einmal neu starten.

Weg mit den Parallels-Tools.

Weg mit den Parallels-Tools.

5. VirtualBox-VM optimieren

Zuguterletzt könnt Ihr jetzt die neue VirtualBox-VM für den Betrieb in VirtualBox optimieren. Klickt in die Menüzeile von VirtualBox und wählt Devices -> Insert Guest Additions CD Image. Führt die Installation der Guest-Additions in der virtuellen Maschine aus, um diese für den Betrieb mit VirtualBox zu optimieren. Nach einem weiteren Neustart ist Eure alte Parallels-VM unter VirtualBox einsatzbereit.

Nun müsst Ihr nur noch die VirtualBox-Guest-Additions installieren.

Nun müsst Ihr nur noch die VirtualBox-Guest-Additions installieren.

Ihr könnt die VM natürlich noch weiter über die Einstellungen von VirtualBox optimieren, um die maximale Performance zu erzielen. Wiederholt alle Schritte mit Euren anderen Parallels-VMs, um den Umzug komplett abzuschließen.

Über den Autor

Christian Rentrop

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und manchmal in der echten Welt unterwegs.
Spendier‘ mir einen Kaffee.

Kommentieren:

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Anleitung: Parallels-VM zu VirtualBox umziehen

0