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Anleitung: Raspberry Pi als NAS einrichten

Der Bastelcomputer Raspberry Pi eignet sich in Version 4 wunderbar als NAS. Die könnt Ihr mit wenigen Handgriffen auf dem Bastelrechner einrichten.

NAS-Systeme sind teuer und in vielen Fällen völlig überkandidelt. Wenn es nur darum geht, Austauschlaufwerke im Netzwerk bereitzustellen oder ein Datengrab einzurichten, reicht meistens auch eine kleinere und vor allem stromsparendere Lösung. Wer noch eRaspberry Pi und eine USB-Festplatte herumfliegen hat, kann sich seine NAS mit Hilfe der Gratis-Software OpenMediaVault auch ganz einfach selber bauen. Wir zeigen Euch, wie es geht.

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Teileliste: Das braucht Ihr für die Raspberry-Pi-NAS

Bevor wir loslegen, zunächst ein kleiner Blick auf die Teileliste. Viel wird nicht benötigt, wichtig ist aber, dass die Komponenten möglichst reibungs- und kabellos zusammenarbeiten. Genau deshalb empfehlen wir an dieser Stelle auch eine Raspberry Pi 4: Er ist flott und besitzt dank USB-C-Stromversorgung auch jederzeit genug Spannungsreserven für externe Festplatten ohne eigene Stromversorgung. Und wo wir gerade von USB-Festplatten reden: Der Pi4 hat endlich USB 3.0-Anschlüsse, was den Datentransfer zur NAS später deutlich beschleunigt. Ihr könnt aber auch ältere Modelle ab dem 2B verwenden, vom Funktionsprinzip her sind die Anleitung und das Ergebnis identisch.

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1. Raspberry Pi für die Installation vorbereiten

Schnappt Euch jetzt die Speicherkarte und formatiert sie mit einem Tool wie SD-Formatter. Ladet danach die Anschließend könnt Ihr einen Blick in unsere detaillierte Anleitung zur Schnelleinrichtung des Raspberry Pi zu Gemüte führen. Hier die Kurzfassung: Kopiert Raspbian mit Etcher auf die Karte, SSH benötigten Datei an und steckt die SD-Karte anschließend in den Raspberry Pi. Ihr könnt den Einplatinenrechner danach anschließen und hochfahren. Wichtig: OpenMediaVault “krallt” sich die Netzwerkeinstellungen des Pi: Ist das Tool einmal installiert, ist er zunächst nur per Ethernet ansprechbar. Das heißt, dass es sehr sinnvoll ist, die ganze Einrichtung direkt per Ethernet-Verbindung durchzuführen.

Ein Raspberry Pi 4B ist eine gute Wahl für das Projekt. (Foto: Tutonaut)
Ein Raspberry Pi 4B ist eine gute Wahl für das Projekt. (Foto: Tutonaut)

2. Raspberry Pi starten und aktualisieren

Nach dem Hochfahren sollte Euer Pi mit Eurem WLAN verbunden sein. Ihr könnt ihn direkt mit dem Terminal bzw. der Eingabeaufforderung mit dem Befehl
ssh pi@raspberrypi
aufrufen und den RSA-Fingerprint mit “yes” bestätigen. Anschließend könnt Ihr Euch mit dem Passwort “raspberry” einloggen. Bringt das Raspberry-System jetzt mit
sudo apt update && sudo apt upgrade
auf den neuesten Stand. Das kann eine Weile dauern. Anschließend könnt Ihr noch mit dem Befehl
passwd das Standardpasswort des Raspbian-Systems ändern. Startet den Pi danach mit
sudo reboot
einmal neu. Dadurch stellt Ihr sicher, dass die Updates auch wirklich aktiv sind. Nach dem Hochfahren müsst Ihr Euch natürlich wieder per SSH mit dem Raspberry Pi verbinden.

Schon drin? Das war ja einfach!
Schon drin? Das war ja einfach!

3. OpenMediaVault installieren

Als nächstes installiert Ihr die OpenMediaVault-NAS-Software. Das geht ebenfalls ganz bequem über Euer bereits geöffnetes Terminal-Fenster: Kopiert einfach den folgenden String ins Fenster und drückt die Eingabetaste:
wget -O - https://github.com/OpenMediaVault-Plugin-Developers/installScript/raw/master/install | sudo bash
Dadurch wird die Installation von OpenMediaVault ausgelöst. Die Software ist recht umfangreich, weshalb die Installation eine Weile dauern kann. Kocht Euch einen Kaffee und freut Euch auf den nächsten Schritt.

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Die Installation ist per Terminal schnell erledigt.
Die Installation ist per Terminal schnell erledigt.

4. OpenMediaVault das erste Mal starten

Sobald die Installation durchgelaufen ist, könnt Ihr die externe USB-Festplatte anschließen. Danach solltet Ihr den Raspberry Pi noch einmal mit
sudo reboot
neu starten. Anschließend könnt Ihr Euch endlich an die eigentliche NAS-Einrichtung machen: Wartet, bis der Pi hochgefahren ist und startet Euren Webbrowser. Gebt hier http://raspberrypi ein, um die OpenMediaVault-Oberfläche aufzurufen. Stellt zunächst die Sprache ein loggt Euch mit dem Benutzernamen admin und dem Passwort openmediavault auf Eurer neuen NAS ein. OpenMediaVault ist einsatzbereit und Euer Raspberry Pi als leistungstarkes NAS im Netzwerk erreichbar.

Läuft die NAS? Perfekt!
Läuft die NAS? Perfekt!

5. OpenMediaVault-Festplatte einrichten und im Netzwerk freigeben

Als nächstes könnt Ihr die Festplatte am Pi einrichten. Öffnet dazu im OpenMediaVault-Menü den Punkt Datenspeicher -> Dateisysteme und wählt die externe Festplatte aus (“sda” oder “sdb”). Klickt auf “Erstellen”, um das Laufwerk für die NAS in EXT4 zu formatieren, was eine Weile dauert. Gegebenenfalls müsst Ihr das Laufwerk anschließend noch einbinden. Mit einem Klick auf “Anwenden” bestätigt Ihr die Einstellungen.
Anschließend aktiviert Ihr unter Dienste -> SMB/CIFS den Samba-Share. Nun könnt Ihr zunächst einen öffentlichen Share aktivieren, indem Ihr den Reiter “Freigaben” auswählt. hier “Gäste sind zugelassen” wählt. Eine feinere Nutzereinstellung ist nur vonnöten, wenn Ihr das NAS mit mehreren Nutzern teilt. Diese könnt Ihr über die Einstellungen “Zugriffskontrolle” setzen. Vergesst nicht, danach den Gastzugriff wieder einzuschränken. Das war es auch schon: Die Raspberry-Pi-NAS ist unter smb//raspberrypi im Netzwerk erreichbar und kann – zunächst – als Austauschordner verwendet werden.

Mit der Freigabe-Option könnt Ihr Eure neue NAS testen.
Mit der Freigabe-Option könnt Ihr Eure neue NAS testen.

Übrigens: Es ist ratsam, Standard-Passwörter und gegegebenfalls auch den Namen des Raspberry Pis im Netzwerk anzupassen. Das geht direkt in OpenMediaVault oder per SSH mit dem passwd-Befehl oder über Raspi-Config.

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und mit der Vespa GTS 300 oder meinem Hund in der echten Welt unterwegs. Neuerdings Girldad. Spendier‘ mir einen Kaffee.

4 Kommentare

  1. Hallo,
    ein wirklich toller Beitrag, das Aufsetzen war hiermit wirklich einfach – Klasse und vielen Dank.
    Ein Problem besteht bei mir leider aktuell noch. Leider scheitere ich nach der erfolgreichen Installation auf dem PI an der Einbindung unter MacOS 10.15.5.
    Ich versuche es unter SMB/CIFS im Finder und erhalte nach Eingabe der Zugangsdaten nur ein “schüttelndes” Fenster bzw. Verdingung Fehlgeschlagen.
    Habt Ihr hier noch einen Tipp wie ich vorgehen kann?
    Gruß

  2. Danke für die tolle Erklärung,

    habe trotzdem eine Frage dazu.
    Kann ich auch eine schon teilweise beschriebene NTFS-formatierte Festplatte
    an das OpenMediaVault-System anschließen, OHNE diese löschen zu müssen?

    Danke

    Gruss

    1. Nur Windows will ständig keine Platten formatieren, da OMV auf einer Linux Distribution aufbaut, ist das hier nicht der Fall. sollte also problemlos funktionieren.

  3. Wer eine „drehende“ 2,5“-Festplatte an den Raspi anschließen will, sollte einen USB-Hub mit eigener Stromversorgung dazwischen schalten. Natürlich mit USB 3.0, sonst geht die Geschwindigkeit in den Keller. Ansonsten ziehen alle USB-Geräte und der Raspi selbst an der doch etwas mickerigen Stromversorgung, die über den USB-C-Port rein kommt.
    Wenn es eine 3,5“ sein soll, hat man die Probleme nicht – die benötigen immer ein eigenes Netzteil.

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