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Anleitung: Rechte reparieren unter MacOS Catalina

Die Rechtereparatur unter MacOS ist Geschichte. Wir zeigen, wie Ihr sie trotzdem durchführen könnt.

Mit MacOS 10.11 „El Capitan“ hat Apple die praktische Möglichkeit der Rechtereparatur zu Wartungszwecken entfernt. Inzwischen – Stand MacOS 10.15 – gibt Apple zur Rechtereparatur offiziell den Ratschlag, das System neu zu installieren. Das ist, mit Verlaub, lächerlich: Es gibt nämlich Mittel und Wege, auch in aktuellen MacOS-Versionen die Rechte zu reparieren.

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Die Apple-Methode

Lustigerweise ist das Programm zur Rechtereparatur nicht aus MacOS verschwunden: Es wurde nur versteckt. Um es aufzurufen, müsst Ihr den Mac zunächst herunterfahren und anschließend mit der Tastenkombination (cmd)+(R) in die Recovery-Umgebung booten. Unter „Dienstprogramme“ in der Menüzeile ruft Ihr danach das Terminal auf und gebt hier
repairHomePermissions
ein. Achtung: Die Groß-Kleinschreibung ist wichtig. Danach wird gegebenenfalls Euer Passwort verlangt und die Rechtereparatur startet. Einzige Einschränkung: Es werden nur die Rechte des Home-Ordners des jeweils angemeldeten Benutzers repariert.

Rechte reparieren per Zusatztool

Genau deshalb ist es sinnvoll, die Rechte per Zusatztool zu reparieren. Hierfür gibt es das kostenlose Kommandozeilenprogramm RepairPermissions von Firewolf, dass Ihr unter MacOS installieren und ausführen könnt.

  1. Ladet die Datei am besten direkt per Browser von Github herunter, Safari entpackt das ZIP automatisch, ansonsten müsst Ihr das ZIP im Downloadordner einmal doppelt anklicken.
  2. Ihr findet jetzt ein Kommandozeilen-Tool namens „RepairPermissions“ in Eurem Downloadordner. Um das Tool systemweit dauerhaft nutzen zu können, müsst Ihr es /usr/local/bin/ verschieben. Das geht am einfachsten via Terminal:
    cd Downloads
    sudo mv RepairPermissions /usr/local/bin/
  3. Anschließend müsst Ihr dem Tool noch die nötigen Zugriffsrechte geben. Gebt im Terminal folgendes ein: sudo chmod +x /usr/local/bin/RepairPermissions. Das war es auch schon: RepairPermissions ist einsatzbereit.
  4. Gebt nun sudo RepairPermissions / ein, um die Zugriffsrechte in Eurem Benutzerordner zu prüfen. Das Tool legt eine Log-Datei im TXT-Format auf dem Desktop an, die Euch anzeigt, was gemacht wurde.
  5. Um die Rechte systemweit zu reparieren, müsst Ihr allerdings noch die System Integrity Protection abschalten. Das geht über das Terminal in der Wiederherstellungsumgebung und den Befehl csrutil disable; reboot
  6. Anschließend könnt Ihr mit dem Befehl sudo RepairPermissions / die Zugriffsrechte systemweit reparieren.
  7. Um RepairPermissions zu aktualisieren, gebt einfach sudo RepairPermissions --update im Terminal ein.

Rechtereparatur: Sinnvoll oder nicht?

Grundsätzlich kann die Rechtereparatur dabei helfen, seltsame MacOS-Fehler zu beseitigen. Allerdings gibt es einen Grund, warum Apple das Feature nach und nach deaktiviert hat: Es wird in modernen MacOS-Versionen kaum noch benötigt. Tatsächlich hat RepairPermissions auf meinem seit Jahren installierten Mac gerade einmal zwei fehlerhafte Dateiberechtigungen aufgespürt, die wie sooft vom Druckertreiber kamen. Ansonsten gab das Tool grünes Licht. Ist RepairPermissions einmal auf dem System, ist es natürlich praktisch, es ab und zu zu starten. Wichtig ist aber, dass die System Integrity Protection dabei deaktiviert sein muss. Die wiederum schützt Euch aber vor der ungewollten Manipulation von Systemdateien, was weit größere Probleme als fehlerhafte Rechte hervorrufen kann. Letztlich sollte das Tool nur von Anwendern genutzt werden, die wissen, was sie tun.

(via)

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Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und mit der Vespa GTS 300 oder meinem Hund in der echten Welt unterwegs. Neuerdings Girldad. Spendier‘ mir einen Kaffee.

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