Ihr braucht einen USB-Boot-Stick oder eine bootbare SD-Karte für Raspberry Pi und Co? Dann braucht Ihr Etcher – egal, ob unter Windows, macOS oder Linux.

Das Thema „USB-Boot-Stick“ ist fast so alt, wie der USB-Standard selbst. Ob Ihr ein Wiederherstellungsmedium für Windows oder macOS benötigt oder auch ein frisches System installieren wollt, immer mal wieder braucht Ihr einen bootbaren USB-Stick. Es gibt für alle Systeme passende Tools (von denen wir Euch auch schon einige vorgestellt haben), doch eine systemübergreifende Lösung hat bislang gefehlt. Mit Etcher ändert sich das: Das Tool erstellt sowohl bootbare USB-Sticks als auch auch bootbare SD-Karten (wichtig für den Raspberry Pi und mehr) aus beliebigen ISO-Dateien. Doch nicht nur das: Etcher läuft sowohl unter Windows als auch unter macOS und Linux – und zwar jeweils mit der gleichen, aufgeräumten Benutzeroberfläche.

Etcher: Quelloffen und zuverlässig

Bei Etcher handelt es sich um ein Open-Source-Projekt von resin.io. Ich habe damit in meinen Tests unter anderem bootbare Medien mit Ubuntu, Windows 10 sowie dem von Christian vorgestellten Pixel-OS erstellt. Ob Stick oder SD-Karte, ob unter Windows oder macOS (Linux konnte ich nicht testen 😉 ), das Booten hat immer funktioniert. Vor allem für Raspi-Bastler ist das Tool grandios, da es eben auch auf SD-Karten schreiben kann.

1. Etcher herunterladen und installieren

Ladet Euch die aktuellste  Version von Etcher herunter und installiert diese auf Eurem PC oder Mac. Ihr findet diese auf der Downloadseite des Projekts.

Etcher Download

2. Image für den Boot-Stick oder die Boot-Karte auswählen

Die Oberfläche von Etcher besteht nur aus einem Bildschirm. Klickt nach dem Start auf Select Image. Im nun geöffneten Auswahldialog navigiert Ihr zur heruntergeladenen ISO-Datei, die Ihr auf einen bootbaren Datenträger bannen wollt.

Boot-Stick Etcher

3. Ziellaufwerk auswählen

Schließt nun den Boot-Stick an bzw. legt die SD-Karte ein, von dem/der ihr später booten wollt. Anschließend klickt Ihr auf Select drive. Hier listet Etcher die verfügbaren Optionen auf.  Vorsicht: Etcher bewirbt zwar die Tatsache, dass das Programm hier keine internen Festplatten auflistet, für externe Platten gilt dies aber nicht. Im Beispiel zeigt das Programm meine externe Time-Machine-Platte an. Da Etcher das Zielmedium löscht, müsst Ihr genau darauf achten, welches Laufwerk Ihr hier auswählt. Im Beispiel installiere ich Pixel-Linux auf einer SD-Karte.

Boot-Medium Auswahl

4. ISO auf SD-Karte oder USB-Stick übertragen

Das war es auch schon! Klickt Ihr nun auf Flash, beginnt Etcher mit der Arbeit. Dabei löscht das Tool in einem Rutsch die Daten auf dem Zielmedium und schreibt anschließend das gewählte ISO auf den Stick oder die Karte. Eine Fortschrittsanzeige hält Euch auf dem Laufenden, außerdem checkt Etcher am Ende, ob alle Daten sauber auf dem Boot-Stick angekommen sind. Passt alles, könnt Ihr einen anderen PC, Mac oder einen Raspi starten. Alles in allem eine sehr schöne All-in-One-Lösung, die vor allem Menschen zugute kommt, die mit mehreren Betriebssystemen arbeiten.

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Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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