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Beliebige Ordner mit iCloud synchronisieren (inklusive Notfall-Backup)

Apples iCloud erlaubt keine Synchronisation beliebiger Ordner – oder doch? Dank symbolischer Links ist ein Notfall-Backup samt Sync kein Problem.

Jeder Mac-Nutzer, der mehrere Geräte nutzt, kennt das Problem: Wie können beliebige Daten und Ordner synchron gehalten werden, ohne die geliebten Ordnerstrukturen aufzugeben? Die Antwort ist denkbar einfach: Mit iCloud! Allerdings sollte man tunlichst vermeiden, den Schalter „Ordner Schreibtisch & Dokumente“ zu aktivieren. Es gibt einen deutlich praktischeren Weg.

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Backup oder nicht?

Zunächst eine kleine Begriffserklärung: Im Zusammenhang mit Cloud-Diensten fällt schnell der Begriff „Backup“. Beim Cloud-Sync handelt es sich aber nicht um ein Backup im klassischen Sinn wie etwa Time Machine. Das zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus:

  • Inkrementelle Sicherung jeder Änderung einer Datei…
  • … dadurch Wiederherstellung alter Bearbeitungsstände…
  • … oder längst gelöschter Dateien.
  • Zudem sichert Time-Machine das gesamte System.

Allerdings stellt die Cloud-Synchronisation auch eine Art Sicherheitskopie, wenn auch nicht ein vollständiges Backup dar: Alles, was Ihr per iCloud synchronisiert, wird automatisch auf Apples Servern gespeichert, wodurch Ihr die dort abgelegten Daten auch bei Totalverlust Eurer Rechner und Time-Machine-Backups nicht verliert. Sollte Euch also die Bude abbrennen, könnt Ihr diese Daten aufgrund der Synchronisation wieder aus der Cloud herstellen. So gesehen handelt es sich beim iCloud-Sync also um ein Notfall-Backup, wenn auch um ein sehr basales.

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Beliebige Ordner per iCloud sichern

Dummerweise legen Macs derzeit keine vollständige Kopie der Ordnerstrukturen eines Macs in der iCloud ab. Vielmehr wird nur synchronisiert (und gesichert), was sich innerhalb der Ordnerhierarchie der iCloud befindet. Womit auch schon der erste Schritt des automatischen Sync-Backups klar ist: Ihr müsst eure wichtigen Ordner in die iCloud verschieben. Das hat allerdings einen dicken Nachteil: Ihr verliert Eure „normalen“ Ordnerstrukturen auf dem Mac. Was also tun? Ganz einfach: Ihr legt einen symbolischen Link an!

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Ein Alias ist schnell erstellt, allerdings nicht immer sinnvoll.
Ein Alias ist schnell erstellt, allerdings nicht immer sinnvoll.

Symbolischer Link statt Alias

Wieso kein einfacher Alias? Nun: Natürlich ist ein Alias nur ein Verweis oder Verknüpfung und damit selbst eine Datei. Das hat einen dicken Nachteil: Manche Software mag Aliase nicht als Ordner erkennen, wodurch Ihr durch den Alias möglicherweise Probleme bekommt. Genau deshalb ist es sinnvoll, statt des Alias einen sogenannten symbolischen Link zu erstellen.

Dabei handelt es sich um „Aliase auf Steroiden“, die direkt im Dateisystem verankert sind. Sie verhalten sich für Euch wie Aliase, werden vom System aber als Ordner erkannt. Ihre Erstellung unter MacOS ist tendenziell lästig: Gebt im Terminal den Befehl

ln -s QUELLE ZIEL

ein, um einen solchen symbolischen Link zu erstellen. Wenn Ihr mehrere Ordner verlinken wollt, ist das natürlich sehr anstrengend und fehleranfällig.

Symbolische Links einfach per Tool erstellen

Genau deshalb gibt es das kostenlose Tool Symbolic Linker: Ladet die aktuelle Version herunter und mountet das Disk-Image. Kopiert anschließend auf all Euren Macs die enthaltene Datei SymbolicLinker.service in den Ordner ~/Library/Services/ bzw. /Library/Services/. Klickt das Tool dann einmal doppelt an, um es zu starten. SymbolicLinker fügt Eurem Finder-Kontext-Menü den Eintrag „Symbolischen Link erstellen“ hinzu.

Der Symbolic Linker hilft bei der Erstellung von Symlinks am Mac.
Der Symbolic Linker hilft bei der Erstellung von Symlinks am Mac.

Beliebige Ordner in der Cloud ablegen

Die weitere Vorgehensweise ist nun denkbar einfach: Verschiebt den Ordner, den Ihr immer synchron halten wollt, in das iCloud-Verzeichnist. Anschließend klickt Ihr den Ordner mit der rechten Maustaste (oder Ctrl+Klick) an und wählt im Kontextmenü „Dienste -> Symbolischen Link erstellen“. Diesen kopiert Ihr nun in das ursprüngliche Verzeichnis zurück und entfernt das „symlink“ aus dem Namen. Schon verhält sich dieser Symlink, als wäre der Ordner an der ursprünglichen Position. Stattdessen liegt der Ordner in der iCloud und wird automatisch synchronisiert.

Ein symbolischer Link ist vielseitiger als ein Alias.
Ein symbolischer Link ist vielseitiger als ein Alias.

Eine kleine Einschränkung gibt es leider: Die Systemordner wie Dokumente oder Bilder können komplett verschoben werden. Das Workaround ist aber simpel: Verschiebt die Inhalte dieser Ordner in ein iCloud-Verzeichnis, das zum Beispiel „Sync-Dokumente“ heißt und erstellt anschließend den passenden Symlink.

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und mit der Vespa GTS 300 oder meinem Hund in der echten Welt unterwegs. Neuerdings Girldad. Spendier‘ mir einen Kaffee.

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