Display gebrochen? Keine Reaktion auf Berührungen? Kein USB-Debugging? Dann könnt Ihr Eure Daten immer noch retten – für 2,81 Euro. Oder nicht für 50 …

Ärgerlich genug, wenn das Smartphone-Display bricht, aber wenn dann noch wichtige Daten drauf sind … Wenn USB-Debugging vorher aktiviert war: Kein Problem, Handy mit dem PC verbinden und einfach dort auslesen. Und wenn nicht? Zumindest wenn das Display noch lesbar ist und nur die Touch-Bedienung nicht mehr funzt, gibt es eine furchtbar simple 2,16-Euro-Lösung.

Hier kommt die Maus

Die Lösung ist eigentlich ziemlich nahe liegend: Die gute alte Maus. Jawohl, auch in Touch-Zeiten hat der olle Curser-Schubser noch seine Daseinsberechtigung. Über einen OTG-Adapter, den es bei Amazon derzeit ab 2,16 Euro gibt, schließt Ihr einfach irgendeine beliebige Maus an und schon erscheint ein Mauszeiger. Und damit könnt Ihr nach Lust und Laune Daten retten oder einfach das USB-Debugging einschalten. Und das war’s auch schon. Einen allgemeinen Artikel zum Thema OTG und USB-Geräte am Smartphone haben wir hier.

Leider unterstützen nicht alle Smartphones OTG, insbesondere bei älteren Modellen solltet Ihr vor einem Adapter-Kauf mal im Netz schauen, ob Euer Gerät kompatibel ist.

display kaputt bild

Moderner Touch-Blödsinn? Da lacht die Maus.

Schwarzes Display

Wenn das Display völlig tot ist, bleibt Euch eigentlich nur der Weg über USB-Debugging – oder ein wenig Glück. Die Software Android Data Recovery kann genau in solchen Fällen Daten retten. Nun, die Software behauptet das zumindest. Nach einem ersten kurzen Anspielen: Die Software scheint, sagen wir mal durchwachsen, teils mit völlig obskuren, unverständlichen Screens – und vor allem kommt beim Durchklicken irgendwann die Anweisung: USB-Debugging aktivieren. Toll, Danke Ihr Penner. Auf den dritten Blick scheint das Teil zumindest bei einigen (Samsung-) Geräten ohne USB-Debugging zu funktionieren. Wohlgemerkt „scheint“. Naja, es gibt eine kostenlose Demo-Version der 50-Euro-Software, insofern könnt Ihr problemlos testen und immer noch kaufen, wenn das Recovery klappen würde.

Um solchen Situationen vorzubeugen – ja, wenn Ihr hier seid, ist es wohl zu spät und Ihr wollt es nicht hören, aber dennoch … -, hier ein paar Kurztipps: USB-Debugging vorsorglich aktivieren, regelmäßige Online-Backups, automatischer Upload von Fotos, Kontakte etc. bei Google speichern.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, Ex-BSI'ler, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 26 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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