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Gimp: Pfeile zeichnen – dritte und beste Variante

Komplexe Stile, Vorlagen, deutsche Benutzeroberfläche - so funktionieren Pfeile mit "HN: Pfeil zeichnen"

Wir haben bereits zwei Anleitungen, wie man Pfeile in Gimp zeichnet – einen etwas älteren Artikel und einen vom Juli des Jahres für ein minimal anderes Tool. In beiden Fällen heißt es: Pfad zeichnen, Pfeil konfigurieren, Rendern lassen – und die Konfiguration ist alles andere als selbstverständlich. Mit einem weiteren, noch recht jungen Plug-in geht das einfacher und mit mehr Optionen.

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Tja, Pfeile …

In vielen Zeichen- und Malprogrammen sind Pfeile eine furchtbar simple Angelegenheit: Tools auswählen, Anfangs- und Endpunkt festlegen, fertig. Das ist fix gemacht, bietet nicht viele Optionen, reicht aber vermutlich in 80 Prozent aller Fälle. Gimp versteht sich vielleicht eher als Bildbearbeitung, da sind Zeichenwerkzeuge nicht ganz oben auf der Agenda. Und so geht es ganz ohne Erweiterung eben nicht.

Das Grundkonzept bleibt auch beim jungen Tool (Start 2018) HN: Pfeil zeichnen gleich: Ein Pfad legt Start- und Zielpunkt sowie den Weg dazwischen fest und die sonstigen Eigenschaften des Pfeils bestimmt Ihr in einem Dialogfenster. Dazu gehören zum Beispiel die Dicke des Pfeils, Größe und Form der Pfeilspitze und so weiter. Allerdings wird der Pfad beim Aufruf des Tools automatisch angelegt, was das Ganze vor allem für Laien wesentlich intuitiver macht. Zudem gibt es noch ein paar nette Funktionen, die es vorher nicht gab.

Und noch eine Sache macht die Pfeilerei hierzulande einfacher: Das Plug-in von Herbert Nemeczek ist originär auf Deutsch!

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Pfeile zeichnen

Den Download findet Ihr hier (Englisch) und hier (Deutsch) – genauer gesagt beide Downloads: Ihr benötigt die Dateien HN-Pfeil-zeichnen_XXX.zip und HN_Bibliothek_XXX.zip (XXX steht jeweils für Datum/Version). Erstere extrahiert Ihr ins private Plug-ins-Verzeichnis, standardmäßig unter C:\Users\NUTZERNAME\AppData\Roaming\GIMP\2.10\plug-ins, und die Bibliothek ins private modules-Verzeichnis unter C:\Users\NUTZERNAME\AppData\Roaming\GIMP\2.10\modules.

Ihr findet das Plug-in anschließend unter Filter/Shapes/HN: Draw arrow … Beim Aufruf passieren drei Dinge:

  • Der Dialog des Plug-ins öffnet sich,
  • ein Pfad wird in der Mitte des Bilds angezeigt und
  • es werden Ebenen für Pfeile allgemein und den aktuellen Pfeil angelegt.

Das Tool arbeitet innerhalb dieser Ebenen – Ihr könnt nicht einfach einen Pfad zeichnen und diesen zum Pfeil machen!

gimp pfeil-plug-in screenshot
Die rote Linie ist der automatisch angelegte Pfad.

Wenn Ihr nun einfach mal auf Zeichnen klickt, bekommt Ihr einen Pfeil in den just bei Euch aktiven Farben. Den Pfad könnt Ihr selbstverständlich anpassen, sprich zunächst mal Start- und Endpunkt per Maus verschieben. Und wenn Ihr einen weiteren Pfeil zeichnen wollt, klickt auf Nächster -, dann wird eine weitere Ebene hinzugefügt und Ihr könnt wieder den bereits vorhandenen Pfad bearbeiten.

gimp pfeil-plug-in screenshot
Ein simpler Pfeil mit Standardeinstellungen.

Interessant wird es vor allem mit dem Stil Flex-Pfeil: Hier darf der Pfad mehrere Segmente haben, die Ihr bei aktivem Pfad-Tool wie immer in Gimp per STRG+Linksklick auf den Pfad selbst anlegt. Wie auch bei anderen Pfeiltypen dürft Ihr statt Vorder- und Hintergrundfarben auch Verläufe und Muster verwenden, spielt einfach ein wenig damit herum.

gimp pfeil-plug-in screenshot
Mit dem Flex-Pfeil lässt sich schon allerhand anfangen.

Bei den vielen Optionen ist es sehr erfreulich, dass Ihr Vorlagen speichern könnt.

gimp pfeil-plug-in screenshot
Dank eigener Presets lässt sich das Plug-in auch wirklich produktiv einsetzen.

Gut, es wird die ewigen Photoshop-Propagandisten geben, die dieses Vorgehen kompliziert finden – aber bedenkt: Wenn man immer wieder sehr spezielle und verschiedene Pfeile benötigt, ist „HN: Pfeil zeichnen“ eine effektive wie effiziente Lösung, selbst wenn sie für Laien nicht unbedingt intuitiv ist.

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Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help

3 Kommentare

  1. Es ist eine neue Version 2020-11-03 mit einem weiteren Pfeiltyp, dem „Explosionspfeil“, Verbesserungen und einigen nützlichen Funktionen vorhanden.

    1. Da es sich bei dem Plugin um ein Python-Programm (wird interpretiert) handelt, wird es wie unter Windows einfach in die entsprechenden Benutzerverzeichnisse (Plugin und Bibliothek) entpacket.
      Sie beispielsweise „https://www.bettertechtips.com/linux/install-gimp-plugins-linux/“.

      Übrigens: Habe gerade eine neue Version mit einem weiteren Pfeiltyp abgelegt!

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