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Hardware

Hardware-Hut: Tongveo 360-Grad-Auto-Tracking, ohne App!

Immer im Kreis herum und die Kamera folgt automatisch. Und das sogar mit jedem Smartphone.

Also der offizielle Amazon-Name dieses Artikels ist doch komplizierter, als es das Gerät rechtfertig – finde ich: TONGVEO 360 ° Auto Tracking Mobiltelefon Bewegungsmontage Freihand Fotos & Videos Selfie Streaming Inhaber, Vlogs Gesicht & Körperverfolgung heißt das Ding. Es ist ein kleiner, motorisierter Drehteller mit Smartphone-Halterung, der Gesichtern folgen kann – das eigentlich Witzige: Kann er auch ohne Smartphone drin ;)

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Angenehm simples Face-Tracking

Zunächst mal zum rödeligen Teil: Die Auto-Tracking-Handyhalterung von Tongveo besteht aus günstigsten Materialien, ist ein wenig lüttig, sieht absolut nicht schick aus, hat als Zubehör eine grottige Klapp-Selfie-Stick-/Tripod-Kombination – immerhin mit Standardgewinde für Stative. Was aber auch zum guten Ton gehört: Mit 29 Euro ist es ein ziemlich günstiger Vertreter seiner Art. Es gibt eben auch keine Stabilisierung und keine ausgefeilten Funktionen.

Aber genau das macht das Tongveo-Gerät durchaus spaßig: Keine App, keine (keine!) Einstellungen oder Optionen – es ist ein Standalone-Gerät. Nein, auch kein Bluetooth. Die Halterung hat eine eigene Kamera und folgt einfach dem erstbesten Gesicht. Man kann das Teil einschalten, pausieren, ausschalten und aufladen, das war’s. Und das ist mal eine angenehme Abwechslung. Auch ist es absolut Laien-tauglich, damit kommen auch 4- und 110-Jährige ohne jegliche Technikerfahrung klar.

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tongveo-stativ.
Tripod mit drei Höhen und Selfie-Stickchen – für den Preis okay

Soweit die Theorie. Die Praxis: Erstaunlicherweise genauso spaßig! Gesichter werden ohne große Verzögerung erkannt wenn sie ins Bild kommen, fühlt sich vielleicht nach einer halben Sekunde an. Und die Verfolgung läuft ebenfalls ziemlich flüssig, selbst mit schnellen Sidesteps kommt man so schnell nicht aus dem Bild. Mit dem Körper nach links antäuschen und sobald sich die Halterung dreht nach rechts hüpfen – man kommt raus, wenn man sich bemüht ;)

Das Tracking erfasst übrigens auch Körper, sprich, Ihr könnt Euch auch den Hardware-Hut ins tief ins Gesicht ziehen und bleibt im Bild. Selbst bei schlechtem Licht, eigentlich nur noch als Schattenriss, hat das Tracking nicht versagt, auch wenn es dann träger reagiert.

Grenzen und Nutzen

Zugegeben, der Nutzen wäre wesentlich größer, gäbe es eine App mit tollen Filtern, lernfähiger KI, Tracking inmitten anderer Menschen, Zoom, einen Bildstabilisator und vielleicht noch einen Minikühlschrank. Aber dadurch würde es eben wieder komplizierter, fehleranfälliger, teurer.

Tongveo selbst führt als Einsatzbeispiel Kochvideos für Youtube & Co. auf – und das dürfte auch in der Tat wunderbar passen. Auch für Heimwerker-Tutorials, Sportvideos oder gar Spielszenen könnte man den Tracker verwenden, immer vorausgesetzt, man turnt (halbwegs) allein in der Gegen herum. Oder wie wäre es schlicht für die nächste Videokonferenz – endlich könntet Ihr vom Whiteboard zum Prototypen zum Computer wechseln und immer im Bild bleiben.

handyhalterung mit handy.
Die Universalhalterung hält alles bis 10 cm

Für den Betrieb an einem längeren Selfie-Stick würde ich den Tracker eher nicht empfehlen, dafür wirkt er eindeutig zu wenig stabil. Auf einem kurzen Stick, wie dem mitgelieferten, ist er aber auch für Selfie-Videos geeignet – vielleicht eher für die Museumsrunde als für die Berge.

Der Tongveo-Tracker ist eindeutig kein sonderlich hochwertiges Gerät, aber er ist günstig, erfüllt seine einzige Funktion erstaunlich gut und ist eine waschechte Plug&Play-Lösung. Ich mag’s. Wer täglich damit arbeiten will sollte freilich etwas anderes kaufen!

Aus dem Hardware-Hut ziehen wir in unregelmäßigen Abstand interessante Hardware-Gadgets aller Art und stellen sie Euch vor. Meistens, aber nicht immer, geht es dabei um Dinge, die wir mögen. Der Fokus liegt bei unseren Hardware-Hut-Berichten auf dem Praxiseinsatz. Dröge Messwerte und Tabellen verlinken wir lieber, statt Euch damit zu langweilen ;-). Weitere Ausgaben vom Hardware-Hut findet Ihr hier – und es sind noch viele in der Mache.

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.helpTestweise bei Mastodon

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