Nachts sollten auch iMac, Macbook Pro und Co. schlafen. Falls es mit dem Durchschlafen nicht klappt, solltet Ihr herausfinden, woran es liegt. Wir helfen Euch dabei.

Als ich 2003 auf den Mac umstieg, hatte das vor allem zwei Gründe: Einerseits waren Apples iBooks damals die Notebooks mit der mit Abstand längsten Batterielaufzeit: Bis zu sechs Stunden waren drin. Andererseits konnte man Macs schon damals einfach zuklappen, damit sie sich schlafen legten und problemlos wecken. Ein Vorgang, der bei den damaligen Windows-XP-Notebooks jedesmal zum Glücksspiel wurde. Inzwischen leiden leider viele Macs unter Schlaflosigkeit und wachen ständig aus dem Sleep-Mode auf. Wir helfen Euch, die Ursache zu finden.

Mac-Insomnia ist die Pest

Schlaflosigkeit beim Mac tritt bei allen Modellen und MacOS-Versionen auf und ist ausgesprochen lästig. Während Desktop-Geräte wie iMac, Mac Pro oder Mac Mini dabei vor allem mit lästigen Geräuschen nerven, saugt dieses Verhalten bei Macbooks konstant den Akku leer. Morgens folgt die böse Überraschung: Das scheinbar voll aufgeladene Macbook Pro verlangt plötzlich nach dem Netzteil, was im Zweifel zu Problemen führen kann. Außerdem schlägt sich die Schlafwandelei des Macs auch auf die Stromrechnung nieder, und für die Lebensdauer des Macs kann das auch nicht gut sein. Deshalb solltet Ihr das Verhalten abstellen.

1. Energie-Einstellungen überprüfen

Wenn Ihr Schlaflosigkeit bei Eurem Mac bemerkt, sollte Euch der erste Schritt in die Energie-Einstellungen führen. Öffnet dazu die Systemeinstellungen und wählt „Energie sparen“. Hier gibt es gleich mehrere „erwünschte“ Haken für Schlaflosigkeit, die Ihr allesamt deaktivieren solltet:

  • Automatisches Aktivieren des Computerruhestands bei ausgeschaltetem Display außer Kraft setzen.
  • Ruhezustand bei Netzwerkzugriffen beenden.
  • Power-Nap aktivieren.
Gleich mehrere Energie-Einstellungen sind für Schlaflosigkeit am Mac verantwortlich.

Gleich mehrere Energie-Einstellungen sind für Schlaflosigkeit am Mac verantwortlich.

Zudem gibt es unter „Zeitplan“ noch eine mögliche Einstellung: „Starten und Ruhezustand beenden“ sollte deaktiviert sein, wenn Ihr die automatische Startfunktion nicht benötigt. Schließt anschließend die Systemeinstellungen und startet den Rechner einmal neu. Prüft danach, ob er jetzt schlafen kann.

Automatisches Aufwachen zu bestimmten Uhrzeiten sollte deaktiviert sein.

Automatisches Aufwachen zu bestimmten Uhrzeiten sollte deaktiviert sein.

2. USB-Geräte entfernen und überprüfen

Wenn die Systemeinstellungen nichts gebracht haben und iMac und Macbook weiterhin nicht durchschlafen können, solltet Ihr einen Blick auf Eure USB-Geräte werfen. Was ist eigentlich angeschlossen? Viele USB-Geräte verhindern effektiv den Schlafmodus am Mac, weil sie Strom aus dem USB-Anschluss entnehmen und möglicherweise ab und zu Signale senden, die den Mac dann aufwecken.

Geräte am USB-Anschluss sind häufig schuld, wenn der Mac ständig aufwacht (Bild: markusspiske/Pixabay)

Geräte am USB-Anschluss sind häufig schuld, wenn der Mac ständig aufwacht (Bild: markusspiske/Pixabay)

Um den Störenfried zu identifizieren, solltet Ihr zunächst alle USB-Geräte – egal ob USB-Hub, Cardreader oder externe Festplatte – vom Mac entfernen. Wenn er danach schlafen kann, solltet Ihr ein Gerät nach dem anderen anstecken, immer nur eines, und anschließend testen, ob der Mac im Sleep-Mode bleibt. Bei mir war es übrigens ein China-USB-Hub mit Cardreader, den ich für bequemere USB-Nutzung am iMac installiert hatte. Der andere Hub ohne Cardreader macht diesbezüglich keine Schwierigkeiten.

3. PRAM und SMC zurücksetzen

Manchmal ist ein ständiges Aufwachen des Macs auch von den internen Low-Level-Systemfunktionen verursacht. Der SMC oder PRAM speichern manchmal falsche Parameter, wodurch unruhiger Schlaf verursacht wird. Setzt also PRAM und SMC an Eurem Mac zurück, um sicherzustellen, dass das nicht die Ursache der Durchschlafprobleme Eures Macs ist.

4. Software-Updater können die Ursache sein

In seltenen Fällen wird das seltsame Sleep-Verhalten eines Macs auch von Software-Updatern verursacht. Vor allem Google oder Microsoft sind hier typische Knallerbsen, die Euren Mac am Schlafen hindern. So prüft der Google-Software-Updater regelmäßig nach Updates – und weckt den Mac dafür auf. Seht also zu, dass Ihr Eure Software aktuell haltet und vor allem alle Programme restlos entfernt, die Ihr nicht mehr benutzt. So werden Fehlerquellen aussortiert.

Drittanbieter-Software kann die Ursache für Sleepmode-Probleme am Mac sein.

Drittanbieter-Software kann die Ursache für Sleepmode-Probleme am Mac sein.

5. System-Log checken und Ursache finden

Wenn alle obenstehenden Maßnahmen keine Linderung bringen, kann es im Grunde nur noch zwei Ursachen geben: Entweder, irgendein Event am Mac weckt das Gerät weiterhin auf. Oder Ihr habt – in ganz seltenen Fällen – einen Hardware-Defekt, den Ihr im Alltag nicht merkt, der aber ausreichend Fehlerstrom verursacht, um den Mac zu wecken. Einen solchen Fehler zu finden, ist nicht einfach und kostspielig – besser, Ihr schaltet den Mac dann immer aus. Ist hingegen ein Software-Event schuld am Aufwachen des Macs, könnt Ihr das im System-Log herausfinden: Startet dafür die „Konsole“ aus /Programme/Dienstprogramme/ und klickt dort „System.log“ an. Schaut hier nach Einträgen wie „Wake Reason“ und prüft anhand der Uhrzeit der Einträge, wie oft Euer Mac eigentlich aufwacht. Leider ist das Log nicht immer hilfreich, kann aber einen Hinweis auf die Ursache der Schlaflosigkeit liefern.

Das System-Log kann Aufwach-Gründe entlarven.

Das System-Log kann Aufwach-Gründe entlarven.

Über den Autor

Christian Rentrop

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und manchmal in der echten Welt unterwegs.
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