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qubes os xfce

Linux-Quartett – Distri-Impressionen 14: Qubes OS

Ein Linux, komplett auf (App-)Virtualisierung ausgelegt – tolle Idee. Aber bei Fedora- und somit Red-Hat-Derivaten, bin ich mittlerweile erst mal vorsichtig.

Qubes OS ist ein Derivat von Red-Hat-Linux-Nachfolger Fedora mit Fokus auf Sicherheit. Und da mir Fedora im Rahmen des Quartetts schon gut gefallen hat, bin ich gespannt. Zumal das System mit Edward Snowden auch einen prominenten Fürsprecher hat, der selbst auf Qubes OS setzt. Auch das Konzept lockt: Man kann seine unterschiedlichen digitalen Aktivitäten von einander isolieren, in so genannte Qubes packen. Dann los.

Über Linux-Distri-Impressionen

Ausführliche Infos: Quartett-Artikel und Distri-Impressionen-Übersicht. Hier nur ganz kurz zur Einordnung: Die Distri-Impressionen sind für das Quartett quasi „nebenher“ entstanden und sind keine tiefschürfen oder technischen Analysen. Es geht hier um das, was mir bei Installation, Einrichtung und Herumspielerei mit Desktop, Einstellungen und Tools aufgefallen ist. Was mich langweilt, was mich begeistert.

qubes os
Wer findet den Fehler? DAU-Faktor 7 ist natürlich Quatsch – die finale Karte wird noch korrigiert.

Qubes OS mit Xfce

In der bisherigen Reihe zum Linux-Quartett ist Qubes OS die erste Distri mit Xfce-Desktop – und schlanke Desktops finde ich schon mal gut. Auch wenn mir LXDE nach wie vor der liebste Schreibtisch von allen ist. Aber ach, bis dahin dauert es noch, die Installation in VirtualBox streikt, es gibt Probleme mit X, also mit der grafischen Ausgabe. Und wie man die Text-Install-Option ausführt, wird nur angedeutet … So weit, so supertoll.

Also gebe ich auf und besorge mir eine fertige Qubes-Box. Der Start funktioniert einwandfrei und es wartet ein äußerst schlichter Xfce-Desktop, auf dem lediglich Systemwerkzeuge installiert sind, keinerlei Office-Suite, Bildbearbeitung oder sonst etwas. Wie es sich für ein Security-Betriebssystem irgendwie auch gehört. Soweit alles richtig gemacht 😉

qubes os xfce
Ein simpler Xfce-Desktop – sehr gute Wahl.

Kannte ich aber schon. Gefreut habe ich mich auf die App-Virtualisierung, die Qubes. Aber selbst das Erstellen mit den vorgegebenen Standardwerten führt zu einer Fehlermeldung. Mehr als ein Hinweis, dass es sich wahrscheinlich um einen Bug im Qubes Manager handelt, ist damit nicht hinzubekommen. Und schon darf es sich wieder verabschieden … Wenn es funktionieren würde, scheint es mir recht einfach umgesetzt und äußerst nützlich. Aber wie gesagt, ich konnte auch nicht vom original Installationsdatenträger selbst installieren, sondern musst auf einen fertigen virtuellen Datenträger mit Qubes-Installation zurückgreifen. So oder so: Einen wirklich guten Eindruck hinterlässt man so nicht.

Letztlich ist Qubes OS voll auf Virtualisierung ausgelegt. Ihr könnt/sollt zum Beispiel ganze Betriebssysteme wie macOS, Windows oder eben Linuxe aufsetzen. Insofern ist es mühselig, über das Look&Feel von Qubes OS selbst nachzudenken. Doch auch die reine App-Virtualisierung ist eine tolle Angelegenheit: Virtualisierte Apps sind voneinander und vom System abgeschirmt und können so keinen Schaden anrichten. So etwas einfach umgesetzt, ist großartig – selbst für manch einen Nicht-IT-Security-Fachmenschen.

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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2 Kommentare

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