Nicht nur der Name ist super: BunsenLabs macht tatsächlich einige Dinge anders, besser als andere. Leichtgewichtig war vermutlich noch nie so ausgewogen.

Nach nunmehr 30 Linux-Distris am Stück fängt es an, mit der Motivation zu hapern. Schon wieder ein Debian-Derivat? Habe ich nicht schon alles gesehen? Debiane mit Gnome, Mate, Fluxbox und Ubuntus mit jedem anderen erdenklichen Desktop? Aber hey, BunsenLabs ist ein großartiger Name und die Distri verzichtet auf einen ausgewachsenen Desktop und setzt stattdessen auf den Fenstermanager Openbox. Und ich nehme es vorweg: Ich habe noch nicht alles gesehen ;)

Über Linux-Distri-Impressionen

Ausführliche Infos: Quartett-Artikel und Distri-Impressionen-Übersicht. Hier nur ganz kurz zur Einordnung: Die Distri-Impressionen sind für das Quartett quasi „nebenher“ entstanden und sind keine tiefschürfen oder technischen Analysen. Es geht hier um das, was mir bei Installation, Einrichtung und Herumspielerei mit Desktop, Einstellungen und Tools aufgefallen ist. Was mich langweilt, was mich begeistert.

bunsenlabs

Die Hilfe-Extras und die toll konfigurierte Openbox machen BunsenLabs sehr interessant.

BunsenLabs mit Openbox

Da BunsenLabs auf Debian basiert, funktioniert die Installation in VirtualBox einwandfrei, die Gast-Erweiterungen lassen sich problemlos einrichten. Aber dann wird es anders, besser! Nach dem Erststart läuft ein BunsenLabs-eigenes Skript, das bei der weiteren Einrichtung hilft, sprich Updates durchführt und diverse Pakete installiert. So hat man das Beste aus zwei Welten: Ein schlankes System, aber leicht und geführt auszubauen. Das ist nicht so ausgefeilt wie bei Antergos, aber fast.

Und genau diese Hilfestellung geht noch einen – wunderbaren! – Schritt weiter: Im Openbox-Menü gibt es in den einzelnen Software-Kategorien nicht nur die vorinstallierten Einträge, sondern auch einen Unterbereich „Install“. Unter Office/LibreOffice/ taucht beispielsweise anfangs nur Writer auf. Die weiteren Komponenten lassen sich im Install-Bereich finden und per Klick installieren. Finde ich absolut genial. Generell ist das Menü wunderbar aufgeräumt und vollständig. So wird Openbox tatsächlich zur Desktop-Alternative.

bunsenlabs

Viele naheliegende Tools lassen sich direkt über das Systemmenü installieren – top!

Man findet immer wieder nette Details, die BunsenLabs liebenswert machen. Schon die dezent in den Desktophintergrund integrierten Systeminformationen sind ein Hingucker. Der Drucker wird auch mit wenigen Klicks erkannt und eingerichtet, was nicht überall selbstverständlich ist. Mit 42 Sekunden ist auch die Boot-Zeit ziemlich gut, ein normales Debian mit Gnome lag hier zum Beispiel 58 Sekunden.

Wer auch immer ein leichtgewichtiges Linux mit Fenstermanager sucht, sollte dringend einen Blick auf BunsenLabs werfen. Spontan würde ich sagen, dass es mein Favorit wäre.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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