Die letzte Distri im Linux-Quartett ist kein Linux: Das BSD-Derivat TrueOS spricht viel vom Desktop – aber es läuft doch eher auf andere Gefilde hinaus.

Endlich die letzte Distri für das Quartett ;) Einmal noch ISO ziehen, installieren, einrichten, screenshotten und Eindrücke auffangen. Wie es sich für ein echtes Linux-Quartett gehört, kommt zum Schluss ein BSD. TrueOS ist bei Distrowatch das populärste BSD nach FreeBSD, auf dem TrueOS auch beruht. Was ich mir verspreche? Ein BSD für normale Menschen, quasi das Ubuntu der BSD-Welt. Man kann das Feld ja nicht macOS überlassen.

Über Linux-Distri-Impressionen

Ausführliche Infos: Quartett-Artikel und Distri-Impressionen-Übersicht. Hier nur ganz kurz zur Einordnung: Die Distri-Impressionen sind für das Quartett quasi „nebenher“ entstanden und sind keine tiefschürfen oder technischen Analysen. Es geht hier um das, was mir bei Installation, Einrichtung und Herumspielerei mit Desktop, Einstellungen und Tools aufgefallen ist. Was mich langweilt, was mich begeistert.

trueos

BSDs stehen für Performance und Sicherheit – nicht aber für Endnutzer-Desktops.

TrueOS mit Lumina

Und schon möchte man kotzen. Auf der TrueOS-Seite werden genau zwei Downloads angepriesen: Stable und Unstable. Alles klar, also Stable. Leider bootet das Ding nur in den Terminal. Komisch. Anleitung? Muss man suchen. Hat man sie gefunden, zeigt sie einen grafischen Installationsassistenten, wie man es erwartet. Was ist falsch gelaufen? Angepriesen wird das das Server-Image – hätte man sehen können. Hätte man aber auch plakativer machen können!

Nächster Versuch, der Installer kommt – Danke! Die Maus? Nicht. Es geht auch per Tastatur, aber ziemlich umständlich. Irgendwann läuft der Lumina-Desktop, die Maus nicht. Gast-Erweiterungs-CD manuell eingehängt, Installation geht nicht. Autor hat keine Lust mehr. Ich habe meinen Screenshot, meine Boot-Zeit-Messung (maue 58 Sekunden – dürfte aber an den Sicherheitsfunktionen liegen) und dann soll es jetzt auch gut sein. Der Lumina-Desktop scheint mir auf den ersten einen Blick eher schlicht, vermutlich verpasse ich nichts. Außer viel Security-Kram – schade eigentlich. Wenn Ihr einen sicheren, schnellen Server aufsetzen wollt, solltet Ihr TrueOS etwas Zeit widmen und die Website durchlesen. Für Desktops und normale Privatanwender gilt: Finger weg.

lumina trueos

Immerhin ist der Lumina-Desktop eine Seltenheit – probieren ging dank streikender Maus leider nicht.

Erwartungshaltung geplättet. Das waren jetzt 32 Distris am Stück. Raussuchen, herunterladen, virtuelle Festplatte erstellen, ISO einlegen, installieren, Gast-Erweiterungen installieren, updaten, booten, kurz herumspielen, booten, Zeit messen, ein paar Worte schrieben – das zieht sich mehr, als ich anfangs gedacht hätte ;) Der Texteditor zeigt im Rohentwurf am Ende 101.529 Zeichen an und mir bleibt nur noch: Viel Spaß mit dem Quartett – ich hoffe, Ihr konntet wenigsten ein, zwei spannende Distris entdecken, die Ihr noch nicht kanntet. Eines garantiere ich Euch: Die nächsten Wochen bleibe ich bei Windows 7, Debian, (zwangsläufig) einigen Androids (Smartphone, TV, Shield), TinkerOS (Schlafzimmer-Mediacenter), Ubuntu und Mint (Testsyteme) – wo ich das jetzt so aufzähle … Vielleicht sollte ich einen auf Entwickler machen, in Emacs booten und Ruhe einkehren lassen.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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