Linux & Co.

Linux-Terminal-Basics 5: Dateien herunterladen

Herunterladen im Terminal ist nicht die alltäglichste Aufgabe - muss aber manchmal sein

Über Download-Möglichkeiten im Terminal ließen sich halbe Bücher verfassen, aber die gute Nachricht für Einsteiger – und um Euch geht’s ja hier: Grundsätzlich ist es furchtbar simpel. Hier seht Ihr drei Tools im Einsatz: Den Download-Spezialisten wget, den Torrent-Client aria2 und den URL-Crawler curl. Wobei curl fast nur für ganz bestimmte und nur temporäre Dateien gedacht ist …

In unserer Serie zu Linux-Terminal-Basics zeigen wir Euch, wie Ihr einige der wichtigsten Aufgaben auf der Kommandozeile erledigen könnt – vom Navigieren, über Dateioperationen, bis hin zu komplexen Suchaufträgen. Als Terminal verwenden wir Bash und auch wenn Linux im Vordergrund steht, funktioniert fast alles auch unter Windows. Und nun noch die Links zur Einleitung und zur Übersicht aller Artikel.

wget

Das Tool der Wahl für normale Datei-Downloads ist wget (web get), das eigentlich überall standardmäßig verfügbar ist. Wget kann extrem viele und durchaus komplexe Aufgaben erledigen, beispielsweise ganze Webseiten rippen oder Cookies verarbeiten. Für den Alltag sind aber im Grunde nur normale Downloads mit und ohne Passwort wichtig.

Einfacher geht es kaum:

wget example.com/eine-datei.zip

Man braucht also einfach nur die URL der Datei. Gespeichert wird in dem aktuellen Verzeichnis mit dem Originalnamen. Und wenn ein Passwort verlangt wird:

wget --user=peter --ask-password example.com/eine-datei.zip

Das Passwort müsst Ihr dann auf der Kommandozeile eingeben.

Und auch wenn das heute vermutlich nicht mehr so häufig von Belang ist: Natürlich kann wget auch Dinge wie das Herunterladen aller MP3-Dateien aus einem Verzeichnis:

wget --accept mp3,MP3 example.com/musik/

Das ganze Ausmaß der wget-Features zeigt Euch wie üblich ein wget --help – und diese Kurzhilfe liefert immerhin 195 Zeilen!

aria2

Neben Datei-Downloads sind auch Torrents nach wie vor häufig zu finden, vor allem für größere Dateien wie Images oder Filme. Mit aria2 verhält es sich ähnlich wie mit wget: Es kann unglaublich viel, aber die Grundfunktion ist simpel. Ihr müsst es aber zunächst installieren (Terminal-Basics: Installieren), unter Debian-/Ubuntu-Varianten:

sudo apt install aria2?

Das geht übrigens ganz ähnlich unter Windows mit

choco install aria2

sofern Ihr denn Chocolatey habt. Der Download über eine Torrent-Datei ist dann jedenfalls – fast – selbsterklärend:

aria2c example.com/ein-film.torrent

Achtung: Das Kommando heißt aria2c und nicht nur aria2, wie man es erwarten würde ;) Und wenn Ihr in ein anderes Verzeichnis speichern wollt:

aria2c -d ~/downloads/ example.com/ein-fiese.torrent

Auch aria2 kann wie wget mit Logins umgehen, von FTP-Servern saugen oder mehrere Versuche starten, die Integrität des Downloads prüfen, URI-Listen einlesen und vieles mehr. Wenn Ihr ein paar legale Torrents zum Testen sucht, schaut bei Webtorrent vorbei.

curl

curl ist eingentlich kein Downloader, sondern ein URL-Crawler, heißt: curl ruft eine URL auf und bekommt das Ergebnis zurück – also genau das, was auch ein Browser tut. Der Browser rendert aus dem Ergebnis die Website, curl empfängt den rohen Text. Und Text ist auch das Stichwort: Ihr werdet vielleicht über Fälle stolpern, in denen Ihr Software mittels curl installieren oder konfigurieren sollt. Dabei wird ein Skript angeboten, das Ihr auch mittels wget herunterladen und manuell ausführen könntet:

wget example.com/mein-skript.sh
sh mein-skript.sh`

Aber dieses Skript braucht man ja nur dieses eine Mal. Von daher erledigt man das mit curl:

curl example.com/mein-skript.sh | sh

curl ruft die URL auf und bekommt nicht die Skript-Datei, sondern den Skript-Inhalt geliefert. Dieser wird umgehend an die ausführende Shell (sh) weitergegeben und verarbeitet, ohne eine nutzlose Datei zu produzieren.

Nun könnte man natürlich …

curl example.com/mein-skript.sh > mein-skript.sh

In diesem Fall würde curl die Datei quasi auch herunterladen. Und natürlich: Auch curl kann wieder sehr sehr viel mehr ;) Aber für den Alltag genügt es wohl, sich für Download-Fragen die Tools aria2 und vor allem wget zu merken – die Aufrufe sind dann ja eigentlich intuitiv.

Mehr zum Thema Kommandozeile.

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.helpTestweise bei Mastodon

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