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HardwareMeinung

1000 Tastaturen, doch nur eine ist brauchbar

Als bekennender Keyboard-Messie habe ich eine ganze Schublade voller Schreibgeräte. Richtig toll sind aber nur wenige.

Tastaturen, Tastaturen, Tastaturen… wenn man wie ich Vielschreiber ist, weiß man den Mehrwert einer vernünftigen Tastatur zu schätzen. Die ist allerdings nicht ganz einfach zu finden: Apples neue Notebook-Tastaturen sind eher igitt, der Ramsch, der als Standard-Microsoft-Keyboard durchgeht, ist eine Qual für die Finger. Und dann gibt es noch all die kleinen Keyboards, die man zum Beispiel für den Raspberry Pi oder den Wohnzimmer-PC anschafft. Nerds schwören auf „mechanische Keyboards“, aber das Schreibmaschinen-Getippe ist nicht meins. Und dann sind da noch all die tollen Modelle von Apple, Dell, Microsoft und Co., die einfach alle irgendwie nerven. Die Suche nach der richtigen Tastatur gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

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Wenn man nichts anderes kennt…

Was hatte ich schon an Tastaturen: Apples USB-Keyboard, die furchtbaren Tastatur eines iBook G3, den Acryl-Krümelfänger eines eMac, das Magic-Keyboard 1 und 2, den ganzen anderen Notebook-Tastaturkram, wenn ich mal kein Apple benutzt habe. Dazu natürlich jahrelang das klotzige Amiga-Keyboard und ramschige Plastikbrecher für die Windows-PCs der 90er. Ich habe auf winzige Netbook-Tasten und am das Smart-Keyboard am iPad eingedroschen, habe USB-Keyboards gequält und bei diversen Arbeitgebern an ollen Riesen-Keyboards mit Nummernblock geschrieben. Ich habe versucht, die Kommandozeile mit einer winzigen integrierten Touchpad-Funktastatur zu bedienen. Und ich sage Euch: Das alles ist Mist. Inzwischen habe ich einen ganzen Stapel Tastaturen hier, doch am Ende bin ich bei einem Modell hängen geblieben. Und das aus gutem Grund.

Bei Herstellern beliebt: Winzige Tasten ohne Abstand – auf sowas kann kein Mensch tippen.
Bei Herstellern beliebt: Winzige Tasten ohne Abstand – auf sowas kann kein Mensch tippen.

Warum sind gute Keyboards so schwer zu bauen?

Was mich an allen Keyboards immer stört, ist, dass sie entweder völlig lieblos entworfen sind, um einfach billig zu sein. Oder der Hersteller packt sie mit allerlei „Features“ voll, die einfach nur nerven. Integrierte Akkus und Micro-USB-Ladefunktion, seltsame Tastenhübe, ramschige Beschriftungsqualität und seltsam angeordnete Tasten, die noch dazu winzig oder blöd geformt sind. Zu viel oder viel zu wenig Hub ist ebenfalls ätzend, riesige Formate auch. Gerade die Premiumhersteller bekleckern sich in Sachen Tastatur auch nicht gerade mit Ruhm: Apples neue Keyboards sind am Desktop brauchbar, verlieren aber relativ bald die Tastaturbeschriftung und nerven mit dem integrierten Akku.

Die Notebook-Keyboards der Thunderbolt-3-Macbooks seit 2016 sind hingegen richtig furchtbar: Zu wenig Hub, zu schmutzanfällig. Dabei hatte Apple in den Vorgänger-Macbooks zwischen 2009 und 2015 doch tolle Keyboards eingebaut. Bei anderen Herstellern sieht es ähnlich aus. Die größte Katastrophe sind diese fiesen Tablet-Tastaturen Marke Smart-Keyboard oder dem Äquivalent von Microsofts Surface, dem Type-Cover. Seit über 70 Jahren gibt es Computer-Tastaturen – und bis heute sind die meisten einfach schlecht. Wohl auch, weil „form follows function“ von den Herstellern entweder übererfüllt oder völlig ignoriert wird. Irgendwo dazwischen liegt die goldene Mitte.

Typisches Apple-Problem: Die Tastenbeschriftung verschwindet.
Typisches Apple-Problem: Die Tastenbeschriftung verschwindet.

Kann es so schwer sein, gute Tastaturen zu bauen?

Dabei kann das doch nicht so schwer sein: Eine Tastatur braucht Hub, aber halt nicht zu viel. Die Tasten sollten möglichst leise klappern. Das Keyboard sollte solide und schwer, dabei aber transportabel sein. Es sollte nicht auf dem Schreibtisch verrutschen. Bei kabellosen Keyboards muss eine Stromversorgung über Standard-Batterien oder -Akkus her, damit man unterwegs nicht von Kabeln abhängt, die man wieder einmal nicht dabei hat. Mediatasten, robuste Bauweise, tief eingeprägte Beschriftungen und eine flexible Software, um Sonderfunktionen einzustellen. Bei Bluetooth-Keyboards sollte idealerweise die Möglichkeit bestehen, mehrere Geräte zu koppeln. Und natürlich sollte das Keyboard eine angenehme Größe haben.

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Logitech K380: Meine perfekte Tastatur

Und wisst Ihr was? Der einzige Hersteller, der das hinbekommt, ist Logitech mit der K380! Das ist kein bezahlter Post, sondern meine höchstpersönliche Meinung. Das Ding ist das einzige Keyboard, das all meine Ansprüche erfüllt: Es hat eine angenehme Größe, genug Gewicht, um nicht rumzurutschen, ist aber leicht genug, um transportiert zu werden. Es koppelt mit drei Endgeräten, die per Tastendruck umgeschaltet werden können. Es hat Standard-Batterien. Und es macht insgesamt einen robusten Eindruck, obwohl es aus Plastik ist und auf Alu-Chichi verzichtet. Deshalb kostet es aber auch gerade einmal lächerliche 40 Euro. Ehrlich: Wieso kriegen andere Hersteller das nicht hin? Das kann doch nicht so schwer sein…

Logitech K380: Für mich das beste Keyboard.
Logitech K380: Für mich das beste Keyboard.

Sagt uns Eure Meinung: Welche Tastatur benutzt Ihr gerne und warum?

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Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und mit der Vespa GTS 300 oder meinem Hund in der echten Welt unterwegs. Neuerdings Girldad. Spendier‘ mir einen Kaffee.

12 Kommentare

  1. Bin mit der Logitech tastatur k 380 sehr zufrieden. Hätte nur gern mal gewusst, wie ich damit einen screenshot machen, oder etwas in die zwischenablage kopieren kann?

    1. In die Zwischenablage kopieren: STRG+C – wie auf jeder anderen Tastatur auch; zumindest unter Windows, Linux, BSD – aber ich hoffe, dem wird sich selbst Apple nicht verweigern.

      Screenshots: Siehe Kommentar direkt über Deiner Frage.

    1. Ich nehme an, Du vermisst die DRUCK-Taste?

      Unter Windows 10 gibt es per WIN+UMSCHALT+S das neue Screenshot-Tool. Über WIN+STRG+O gibt es zudem die On-Screen-Tastatur, die wiederum eine Druck-Taste hat. Ansonsten kannst Du ein Screenshot-Tool wie IrfanView verwenden. Man könnte sicherlich auch einen Short-cut anlegen oder irgendeine unbenutzte Taste per Mapping-Programm oder gar Tastatur-Treiber mit DRUCK belegen – lohnt sich aber eigentlich nicht. Wenn Du häufig Screenshots erstellst, nimm ein extra Progrmm, ansonsten versuch es mit den Windows-eigenen Kürzeln.

  2. Nur der Vollständigkeit halber: Ich schreibe aktuell auf einer Tastatur der Marke Cherry MX 3000 M, ein Produkt made in Germany (zumindest steht es so auf der Rückseite: D-91275 Auerbach/Opf.)
    Das Ding ist bereits seit gut 20 (zwanzig) Jahren im Einsatz und hat sogar noch einen DIN-Anschluss. Unter https://www.youtube.com/watch?v=TKbAx7v8ciI gibt es ein Video dazu. Zu dieser Zeit gab es noch Qualität, man konnte sich notfalls auch damit verteidigen. Betrachte ich mir die Tastatur Logitech K380, dann kann ich nur müde lächeln. So etwas ähnliches habe ich im Büro und ärgere mich immer über die Flachheit der Tasten sowie den quasi nicht vorhandenen Druckpunkt. Selbst die Tastaturen der alten IBM/Lenovo-Notebook-Serie T40 bis hinauf zu T520 waren von besserer Qualität. Natürlich wird heutzutage jeder auf so ein schwammiges Keyboard schwören, weil es kaum mehr wirklich gute Tastaturen zu kaufen gibt, von einigen Ausnahmen vielleicht abgesehen. Noch besser waren ja die alten IBM-Tastaturen, welche ähnlich wie die Cherry aussahen, doch niemand macht sich mehr die Mühe so etwas herzustellen, leider…

    1. Geht mir genauso wenn ich so ein Kirmesboard sehe ;) Allerdings schleppe ich meine Tastatur auch nicht, wie scheinbar Christian, ständig herum – sie steht auf dem Schreibtisch.

      Es gibt übrigens nach wie vor gute Tastaturen – im Gaming-Bereich! Da gibt es mittlerweile eine riesige Auswahl mechanischer Tasten und das müssen nicht unbedingt die gängigen Cherry-MX-Taster sein – es gibt seit ein paar Jahren endlich Alternativen, die teils echt gut sind.

      Ich habe derzeit die alte Razer Blackwidow mit Razer-eigenen Tasten, die den Cherry MX Blue entsprechen, also einen schönen lauten Klick auf dem Druckpunkt haben. Das Ding ist nicht perfekt, aber Verteidigen ist dank massiver Metallbasis kein Problem!

  3. Ich suche eine neue Tastatur. Die hier beschriebene würde mir passen, allerdings muss ich den Zahlenblock rechts haben, da ich sehr viele Zahlen eingeben muss und das «blind» gemacht wird. Gibt es eine entsprechende Version? Auch wenn sie einige Franken teurer ist. Dann muss ich zwingend die CH-de Tastatur haben.
    Wenn diese Punkte erfüllbar sind, bin ich bei einem vertretbaren Preis gerne bereit bei Ihnen einzukaufen.
    Wohnen tue ich in Schottland und Bezahlung nur über PayPal (bei uns die die Banken im Internationalen Zahlungsverkehr nach wie vor brutale Abzocker.
    Gerne höre ich von Ihnen.
    Beste Grüsse
    Bruno

    PS: Kubuntu 18.04, Desktop,

    1. Wir verkaufen keine Tastaturen, aber es gibt von Logitech auch eine „große“ mit Nummernblock, die K780. Ich weiß allerdings nicht, ob es die auch mit Schweizer (?) Tastaturlayout gibt, eine QWERTZ- und QWERTY-Version gibt es auf jeden Fall.

      1. Falls es noch Thema ist: ich hab die K780, in der Schweiz gekauft, und sie hat ein CH-de Tastaturlayout. Und den Zahlenblock rechts. Hab allerdings noch keine Tastatur gesehen mit Zahlenblock links, nur mal so. Meine Lobrede zur K780 siehe oben.

  4. Absolut meine Rede! Bin deshalb bei der grösseren Schwester der Logitech K380, der K780 Tastatur gelandet, die ich mir erst diese Woche zugelegt habe. Hat zwar etwa das doppelte gekostet, aber das erste, was ich dachte war dann „wow, endlich mal eine ordentliche Tastatur!“ Die K780 sieht der K380 sehr ähnlich, hat halt noch einen Zahlenblock rechts und oben eine Rille, in die ich mein iPad Pro 12.9″ mit Hülle(!) reinstellen kann. Dabei ist die Tastatur schwer genug, um nicht samt iPad umzukippen. Und die Umstellung zwischen MacBook und iPad, jeweils via Bluetooth, funktionierte ohne grosse Einstellerei sofort und einwandfrei! Kann oder soll ein Rechner nicht über Bluetooth mit der Tastatur verbunden sein, so hat Logitech noch einen USB-Empfänger ins Batteriefach beigelegt, wo er auch nicht verloren geht, wenn er nicht gebraucht wird.
    Das Tippgefühl ist ein Genuss, kein Geklapper oder Gedaddel, sondern schön soft mit präzisem Anschlag und dadurch auch angenehm ruhig. Die Logitech K780 ist sehr wertig, sowohl in der Verarbeitung als auch in der Bedienung und ja, definitiv die beste Tastatur, die ich je hatte!
    Es gibt nur eine kleine Sache, die mich ein wenig stört: ich kann beim booten meines MacBooks kein Passwort eintippen – das ging mit der vorherigen Bluetooth Tastatur.

      1. Hallo und entschuldige, dass es etwas später geworden ist mit der Antwort auf Deine Frage…🤭! Und das auch nur, weil ich zufällig wieder auf dieser Seite gelandet bin.
        Anyway, sollte eine Antwort noch von Relevanz sein, dann wurden bei mir zwei Dinge installiert, soweit ich dies beurteilen kann: die ‚Logi Options.app‘ im Ordner ‚Programme‘ sowie ein ‚Logi Control Center‘ in den ‚Systemeinstellungen‘, das allerdings behauptet, es seien keine Logitech Geräte zu finden, obschon ich derer zwei habe. In den Logi Options hingegen lassen sich sowohl Tastatur und Trackball einstellen. Ich hoffe, das war’s, was Du wissen wolltest.

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