Multimedia

Nobsound: AptX-HD-Bluetooth-Empfänger für die HiFi-Anlage

Vom Smartphone oder MP3-Player auf die Stereoanlage - mit aktuellen Standards in hoher Qualität.

Das wird ein kurzer Testbereicht – das Nobsound-Gerät ist nämlich ein echter Spezialist, der nur eine einzige Sache kann: Bluetooth-Audioübertragung empfangen und analog oder digital ausgeben. Nun, er kann auch noch als COAX-DA-Wandler fungieren, aber wer braucht das schon? ;) Da fragt man sich, wo der sportliche Preis von rund 80 Euro herkommt.

Features

Die etwas unwichtigere Funktion: Ihr könnt die digitale Cinch-Buchse (Cinch-Stecker, Koaxial-Kabel, Übertragung via SPDIF) auch als Input nutzen, um darüber zum Beispiel Fernseher mit digitalem COAX-Ausgang analog an eine Stereoanlage anzuschließen. Da dieser Anschluss nicht allzu verbreitet ist, soll dieses nette Gimmick aber mal außen vor bleiben.

SPDIF-Ausgabe gibt es allerdings sehr wohl auch via TOSLINK, also die eckigen optischen Kabel. Der wichtigste Ausgang ist aber freilich der analoge Cinch-Ausgang, schließlich dürfte der Empfänger in dem meisten Fällen eine Stereoanlage mit Bluetooth-Musik speisen.

Der Strom kommt von einem ganz herkömmlichen Netzteil mit kleinem runden Stecker – nicht via USB! Das sollte man vielleicht erwähnen.

Bedienung

Tja, was soll man sagen: Kabel rein, einschalten, fertig – Pairing-Modus läuft nämlich automatisch. Insofern gibt es schlicht nichts zu bedienen. Dank Bluetooth 5.0 läuft das Pairing jedenfalls reibungslos auch mit zwei Geräten. Kleiner Tipp dazu: Ein zweites Gerät kann erst gekoppelt werden, wenn das erste entkoppelt wurde – anschließend klappt die Verbindung zu beiden gleichzeitig. Das zuerst verbundene Gerät kann dann das zweite „Überstimmen“.

Die Bedienung ist also im Grunde super, allerdings: Eine Bedienungsanleitung gibt es nicht. Man findet die wichtigen Dinge auch so heraus, aber ein paar Worte zu DA-Modus oder dem Kopplungsverhalten wären schon nett gewesen.

nobsound receiver foto
Analoge und digitale Ausgänge, eine vernünftige Antenne und ausnahmsweise mal keine USB-Stromversorgung.

Klang

Die Verbindung mit aptX HD funktioniert einwandfrei und Musik wird entsprechend ohne (hörbare) Verluste übertragen. Nebengeräusche in den Boxen sind nicht zu vermerken. Der Empfang ist stabil und kann per Antenne ein wenig optimiert werden. Wenn allerdings 20 Partygäste zwischen Sender und Empfänger herumtanzen (toi toi toi, dass das bald wieder vorkommen darf), werdet Ihr mit Aussetzern rechnen müssen – Bluetooth eben.

Verarbeitung und Haptik

Genau hier liegt der Preisfaktor: Man bekommt Geräte mit mehr Funktionen für den halben Preis. Der Nobsound-Empfänger ist aber schlicht wesentlich besser verarbeitet. Dazu gehören ein stabiles Aluminiumgehäuse, eine recht große Antenne, vernünftige Schalter und vernünftige Cinch-Ausgänge. Das Gerät ist etwas größer und gönnt seinem Innenleben etwas Platz, statt alles auf kleinstmöglichem Raum aufzulöten.

Es sind ordentliche Chips und Bauteile verbaut worden, die ihren Teil zum guten Klang beitragen dürften – Audioqualität ergibt sich nicht rein aus Bluetooth-Standards.

Fazit

Die Abwesenheit einer Bedienungsanleitung ist bei aller Liebe zur intuitiven Arbeit nicht akzeptabel. Andererseits: Wer sich so ein Teil für 80 Euro gönnt, dürfte technisch nicht völlig unbewandert sein. Warum? Nun, anderswo gibt es dieselben Standards und den doppelten Funktionsumfang für weniger als den halben Preis. Wer hier zuschlägt wird das wegen der Bauteile und er Verarbeitung tun. UNd das tun blutige Laien selten.

Allein die Chips für Verstärker und DAC kosten zusammen knapp 7 Euro, bei kleiner Stückzahl allerdings. Und der Bluetooth-Audio-Chip CSR8675 liegt im Einzelhandel auf einer Minimalplatine bei rund 15 Euro (und findet sich auch in billigen Empfängern). Zudem sind Gehäuse und Verarbeitung wirklich sehr gut im Vergleich zu den 40-Euro-Plastik-Alleskönnern, die wohl den größten Teil vom Kuchen abbilden.

Kurz gesagt, das Teil tut was es soll, klingt hervorragend, steht stabil und optisch passend auf der Stereoanlage und ist ein tolles Beispiel für Install and Forget: Einmal aufgebaut, müsst Ihr es eigentlich nie wieder anfassen, da es in keinen Standby-Modus geht, nicht in den Kopplungsmodus versetzt werden muss und schlicht nicht nervt. Nun, wenn das Gerät eingeschaltet ist und gleichzeitig mit keinem Gerät verbunden, blinkt die Bluetooth-Leuchte, vielleicht stört das den einen oder anderen.

Von hier gibt’s eine klare Empfehlung für alle, die bereit sind, in ein wenig mehr Qualität und Lebensdauer zu investieren – und einen Spezialisten mit nur einer Funktion zu schätzen wissen.

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Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.

Übrigens: Das Teil habe ich selbst gekauft und es versorgt die HiFi-Anlage mit Musik – als Sender habe ich einen dieser oben häufig erwähnten Plastik-Alleskönner angeschlossen. Dieser könnte sowohl als Sender als auch als Empfänger dienen, jedoch müsste ich die Kabel jedesmal umstecken. Und da es höchst selten vorkommen wird, dass ich CDs auf Bluetooth-Kopfhörer streamen werde, genügt mir an der Stelle ein günstiger Plastikeimer, natürlich auch mit aptX HD – den Testbericht findet Ihr hier.

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Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help

2 Kommentare

  1. Erst einmal eines vorweg: Eine wirklich tolle Artikelserie hast du hier gerade raus gehauen. Die vielen parallelen Artikel überfordern mich schon fast etwas bei der Auswahl eines Geeigneten für meinen Kommentar.

    Schick wäre als Sender/Empfänger sicherlich auch ein NODE 2i von Bluesound (https://www.bluesound.com/products/node/). Bin auf die Geräte über den Lautsprecherhersteller Nubert gestoßen. Leider liegen die preislich mit über 500 € wieder in einer ganz anderen Liga.

    Ich selbst bin mit meinem Setup momentan sehr zufrieden: Raspberry Pi mit Volumio und einem Sharkoon Gaming DAC Pro S (Igor schwärmte in seinem Artikel auf igor’sLAB schon fast, im Angesicht des Preis-/Leistungs-Verhältnisses als Kopfhörerverstärker. Ich muss allerdings gestehen, dass mir etwas der Vergleich fehlt.)

    CDs kommen weiterhin direkt in die Anlage. Die digitale Musiksammlung kann ich entweder über die Weboberfläche von Volumio direkt vom NAS beziehen oder bespiele den Pi über upnp/dlna. Spotify und Tidal lassen sich ebenfalls direkt in Volumio einbinden. Es wird aber auch als Abspielgerät in Spotify angeboten. Airplay geht genauso. Bluetooth ist als einziges der Abo-Version von Volumio vorbehalten, aber das find ich fair. Könnte dank Linux-Unterbau sicherlich auch schnell eigenhändig nachgerüstet werden. Darauf verzichte ich angesichts der WiFi-Möglichkeiten aber sogar gerne. Den Androiden wird diese Option angesichts mangelnder AirPlay-Integration aber sicherlich fehlen.

    Ich muss mal schauen, was die Feiertage so bringen. Vielleicht komm ich dazu, das Setup mit Snapcast zu einem Multiroom-System auszubauen.

    1. Danke! Auch für den Hinweis auf Volumio, kannte gar nicht – und das Volumio Primo ist nun das erste Gerät mit Tinkerboard-Basis, das mir bislang untergekommen ist ;) Angucken werde ich mir aber auf jeden Fall die Software.

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