Notfallinformationen auf dem Smartphone einzublenden, ist richtig und wichtig. Eine Gratis-App bringt sie auf alle Android-Handys.

Gestern haben wir Euch in einem Tuto gezeigt, wie Ihr Informationen für medizinische oder andere Notfälle auf dem Smartphone hinterlegen könnt. Leider steht diese sinnvolle und im Ernstfall vielleicht lebensrettende Funktion längst nicht auf allen Androiden zur Verfügung. Doch es gibt eine einfache Lösung dafür – die der systeminternen vielleicht sogar überlegen ist!

Notfallinformationen auf dem Sperrbildschirm

Wie bereits geschrieben: Die Notfallinformationen können Leben retten. Umso bescheidener ist es da, dass Google und vor allem die diversen Android-Hersteller die Funktion nicht standardmäßig und prominenter anbieten. Doch selbst die offizielle Android-Lösung, die wir im vorherigen Beitrag gezeigt haben, hat ihre Schwächen. Die wohl größte liegt darin, dass die medizinischen Infos auf dem Sperrbildschirm „versteckt“ sind: Helfer, die einen Blick auf das Smartphone werfen, müssen wissen, wie sie an die Daten kommen. Das ist nicht eben einfach: Sie müssen bei der PIN-Abfrage auf Notfall tippen und sehen dann erst die Option Notfallinformationen. Die offensichtlichere Alternative: Blendet die wichtigsten medizinischen Daten einfach als Dauer-Benachrichtigung auf dem Sperrbildschirm ein. So können Sanitäter, Ärzte und Ersthelfer auf einen Blick sehen, wen sie kontaktieren und was sie gegebenenfalls beachten müssen.

Notfalldaten Sperrbildschirm

So sehen die Notfalldaten auf dem Sperrbildschirm aus.

Sicher im Notfall dank Gratis-App

Die Lösung liefert eine kostenlose App aus dem Google Play Store. Sie hört auf den Namen ICE – In case of emergency („Im Notfall) und ist erfreulicherweise werbefrei. Die App erlaubt es Euch, einen Text einzutragen, der jederzeit sichtbar auf dem Sperrbildschirm erscheint. Zusätzlich könnt Ihr einen oder mehrere Notfallkontakte festlegen. Diese werden inklusive Telefonnummer ebenfalls auf dem gesperrten Bildschirm gezeigt.

Notfalldaten ICE In case of Emergency

Im Profil könnt Ihr alle wichtigen Daten hinterlegen (die Kontakte müsst Ihr dabei nicht unbedingt in den Text schreiben)

Öffnet einfach die App und erstellt ein Profil. Nun könnt Ihr einen freien Text eingeben, der angezeigt wird. Auch könnt Ihr Eure Blutgruppe hinterlegen. Im Bereich Kontakte auf der Startseite der App legt Ihr fest, welche Notfallkontakte die App anzeigen soll. Praktisch: Ihr könnt dabei auch angeben, in welchem Verhältnis Ihr zu den gewählten Leuten steht (Partner, Eltern etc.).

Nicht nur für Notfälle hilfreich

Es lohnt sich auch, einen Blick in die Einstellungen zu werfen. Hier könnt Ihr beispielsweise dafür sorgen, dass ICE die Notfallinfos nicht dauerhaft einblendet. Das sorgt für Übersicht bei den Benachrichtigungen, während Ihr das Handy entsperrt habt. Auch könnt Ihr einen kurzen Hinweistext eingeben. Der zeigt Fremden bei einem Blick auf das Handy, dass die Infos dahinterstecken. Hier sehe ich sogar einen Vorteil gegenüber der zuvor vorgestellten Methode: Aufmerksame Helfer erfahren direkt, wie Sie an Eure Notfallinformationen kommen und müssen sich dafür nicht mit Android auskennen.

Notfallinformationen Startbildschirm

Per Text weist Ihr Helfer darauf hin, die hinterlegten Informationen zu lesen.

Übrigens: Natürlich könnt ICE auch dafür nutzen, Eure eigenen Daten zu hinterlegen. Falls Ihr Euer Handy verliert, könnte es mit gaaaaaanz viel Glück sein, dass sich ein ehrlicher Finder bei Euch meldet (falls Ihr Euch nicht darauf verlassen kommt: Ein Diebstahlschutz für Smartphones kann Wunder wirken ;) ).

Alles in allem eine gaaaaaanz feine App, dieses ICE – In Case of Emergency. Falls Euch die App zusagt, könnt Ihr über die Einstellungen einen kleinen Betrag für die Entwicklung spenden – meiner Meinung nach verdient :)

Zum Download: ICE – In Case of Emergency für Android

Über den Autor

Boris Hofferbert

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, am Desktop Apple- und unterwegs Android-Fan, zockt unter Windows, kann nicht ohne Musik (von Classic Rock über Ska bis Punk) und Hörbücher, schießt gerne Postkarten-Fotos, hat immer mindestens zwei Handys dabei und freut sich riesig über eine Kaffeespende ;-)

Wie und womit ich tagtäglich arbeite, erfahrt Ihr hier.

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