80 Prozent der EU-Bürger sind gegen die Zeitumstellung? Ein paar Worte zu Medienkompetenz und beschissenen Schlagzeilen.

80 Prozent. Diese elende Zahl wirrt derzeit durch alle Schlagzeilen. 80 Prozent der EU-Bürger wollen die Zeitumstellung abschaffen. Und sollte das nun daraufhin passieren, wäre das wohl der endgültige Kotau der Politik vor unendlicher Dummheit. Als würde es dafür noch eines weiteren Beweises brauchen … Aber Gott sei Dank kennen 80 Prozent der EU-Bürger den Konjunktiv.

Na gut, das war jetzt etwas euphemistisch. Aber sei’s drum. Worum geht*s? Ganz einfach: Die EU hat eine Online-Befragung durchgeführt, ob die Zeitumstellung abgeschafft werden soll – 80 Prozent sind dafür. 80 Prozent der Teilnehmer! Nun ist so eine Umfrage natürlich nicht repräsentativ, schließlich werden keine Befragten ausgewählt oder sonswie gefiltert. Viel schlimmer noch – und das gilt auch für das rechtsradikale Pack, das ständig in den Medien vertreten ist: Raus auf die Straße um zu schreien und raus ins Internet um abzustimmen, gehen die Menschen, die mit dem Status Quo unzufrieden sind. Wer aus seiner Sicht Missstände sieht, geht halt raus und schreit.

Wer mit dem Status Quo zufrieden ist – wieso sollte der herumlaufen und meckern? Worüber? Er oder sie ist doch zufrieden. Um es klar zu sagen: Kaum jemand, der nichts verändern will geht auf die Straße und skandiert:
ALLES MUSS BLEIBEN WIE ES IST!
ALLES IST GUT!
MUTTI MUSS BLEIBEN!
BIER MUSS LEGAL BLEIBEN!
SCHRIMPS MIT REIS!

Fake …

Nein, ich sage es nicht. Und ich glaube es auch nicht. Letztlich erwähnen viele Medien irgendwo hinten im Artikel ganz kurz, dass die Umfrage nicht repräsentativ sei. Nun geht das aber erstens unter, wird zweitens sicherlich nicht von jedem verstanden und spielt drittens kaum eine Rolle, wenn die Schlagzeile dennoch eine astreine Lüge ist. Nein, es ist keine Übertreibung. Nein, es ist kein Stilmittel. Nein, es ist kein legitimer Leser-Köder. Es ist einfach nur armselig.

Beispiele gefällig?

Schlimm:
Tagesschau: Ergebnis der EU-Umfrage: Mehrheit will Zeitumstellung abschaffen
T-Online: Umfrage zur Zeitumstellung: Große Mehrheit stimmt wohl für Abschaffung
Tagesspiegel: 80 Prozent bei EU-Umfrage für Abschaffung der Zeitumstellung
GameStar: Zeitumstellung – Mehr als 80 Prozent stimmen dagegen
mobilFlip: Zeitumstellung: Über 80% wollen die Abschaffung
Mobilegeeks: EU-Abstimmung: Riesige Merheit ist gegen die Zeitumstellung
PC-Welt: EU-Umfrage: Große Mehrheit gegen Zeitumstellung

Richtig schlimm:
Wetter.de Zeitumstellung adé? 80 Prozent der Bürger stimmen in EU-Umfrage für die Abschaffung
RTL NEXT: Zeitumstellung adé? 80 Prozent der Bürger stimmen in EU-Umfrage für die Abschaffung
Focus: 80 Prozent der EU-Bürger sind für Abschaffung der Sommerzeit
Meinbezirk.at: 80% wollen das ganze Jahr Sommerzeit
n-tv: So haben die Europäer zur Zeitumstellung abgestimmt
euronews: 80 % – und vor allem Deutsche – gegen Sommerzeit und Zeitumstellung
Thüringer Allgemeine: EU-Umfrage: Über 80 Prozent der Bürger sind gegen Zeitumstellung
Handelsblatt: Zeitumstellung: Merheit der EU-Bürger ist dagegen
Bild: Ergebnis der EU-Umfrage: Europäer lehnen die Zeitumstellung ab!
Derwesten.de: Nach EU-Umfrage: Mehr als 80 Prozent der Bürger wollen die Zeitumstellung abschaffen

Und so geht es immer weiter. Bitte bemerkt die feinen Unterschiede: Die Tagesschau und Tagesspiegel beziehen sich etwa nur auf die Umfrage – streng genommen also korrekt, mir persönlich dennoch zu viel Köder. T-Online nutzt den Konjunktiv – immerhin. n-tv verzichtet auf Zahlen – aber von „den Europäern“ sollte man hier wirklich nicht sprechen (zumal die Teilnehmer der Umfrage allem Anschein nach zu großen Teilen aus Deutschland kommen). Solche Schlagzeilen sind auf pedantischer Ebene nicht unbedingt falsch, journalistisch aber fragwürdig. Denn was bleibt beim typischen (und somit leider nicht sonderlich medienkompetenten) Leser hängen? Weder der Konjunktiv noch die Beschränkung auf die Teilnehmer -, sondern, dass 80 Prozent der Bürger dagegen sind, wetten?!

Thüringer Allgemeine und Derwesten.de oder erst recht euronews schreiben schlicht und ergreifend falsche Schlagzeilen – die drei nur mal als Beispiel. Es sind nicht 80 Prozent der EU-Bürger (weil nicht repräsentativ), sondern 80 Prozent der Teilnehmer. Und gerade euronews sollte vorsichtiger titeln – von den Teilnehmern, die gegen die Umstellung sind, wollen die meisten die Sommerzeit behalten! Und über die Bild-Schwachmaten muss man wohl eh nicht reden, schon die Aufnahme in die Liste oben ist mir schwer gefallen …

zeitumstellung medienkompetenz

Einheitsbrei – auch bei den Bildern.

Ach komm schon …

Manche Schlagzeilen ließen sich sicherlich auch so interpretieren, dass sie wirklich nur auf die Teilnehmer abzielen. Und im Text wird dann sicherlich aufgeklärt. Nun, vielleicht. Mal ja, mal nein. Ist aber auch egal: Headlines werden von (potenziellen) Lesern nicht analysiert und die Artikel dahinter nicht immer gelesen. Interessiert einen das Thema nicht oder nur am Rande, wird nur eines dieser Tage hängen bleiben: Dass angeblich 80 Prozent der EU-Bürger gegen die Zeitumstellung sind.

Ich soll mich nicht so anstellen? Doch! Natürlich wollen Medien Leser mit guten Schlagzeilen dazu bringen, ihre Seiten zu besuchen. Das wollen wir auch. Und natürlich greift man da gerne mal zu kreativen Lösungen – wir auch! Aber hier ist nichts Kreatives. Alle kauen nur die gleichen drei Informationsbröckchen durch. Und dass sie in so einem Fall schon über die Headlines missinformieren, sollten ihnen klar sein.

Aber gerade in Zeiten, in denen die Medien stark in der Kritik stehen – wenn auch im Allgemeinen nur aus Knalltütenrichtung -, könnte man sich hier gelinde gesagt mehr Mühe geben. Sei es über eine nüchterne, neutrale Head: EU-Umfrage zur Zeitumstellung mit Rekordbeteiligung. Sei es ein anderer Blickwinkel: Gegner der Zeitumstellung entern EU-Umfrage. Sei es informierend: Nicht repräsentative EU-Umfrage: 80 Prozent der Teilnehmer gegen Zeitumstellung. Sei es schrill: WTF?! EU-Umfrage könnte Zeitumstellung killen! Ihr wisst schon, was ich meine …

Und ich so?

Ich persönlich kotze jedes Jahr zwei mal: Im März und im Oktober, bei Zeitumstellung. Wegen der wahwitzigen Diskussionen. Vor allem dieses Jetlag-Argument will mir nicht in den Kopf. Zweimal im Jahr eine verdammte Stunde soll ein Problem sein? Ich habe von 2015 bis 2017 drei Tage die Woche beim BSI in Bonn gearbeitet: Das hieß, Montag, Mittwoch und Donnerstag jeweils gegen rund 9 bis 10 Uhr Abfahrt hier in Köln. Die restlichen Tage: Aufstehen gegen 12 Uhr (ich arbeite gerne nachts). Sprich ich hatte vier mal pro Woche gut drei Stunden „Jetlag“. Und Ihr pisst Euch wegen einer Stunde zweimal im Jahr an? Was für Weicheier … Ich nehme an, Ihr verlasst auch nie unsere Zeitzone? Kein Urlaub in England? Wäre ja nicht auszuhalten. Und erst die armen Kinder. Und die Kühe. Was kommt als Nächstes? Oh nein, meine Heimautomatisierung verkraftet das nicht?

kuh

Hat keine Uhr, ist die Zeitumstellung egal.

Ich muss gestehen, wenn am Ende ein „Nur noch Sommerzeit“ stünde, wäre ich auch für ein Ende der Umstellung. Dass das zur Debatte steht scheint mir aber recht neu, schließlich ist Sommerzeit die falsche Zeit. Mir persönlich ist es lieber, wenn es abends länger hell ist – auf dem Weg zur Arbeit, im Büro, einer Werkshalle oder in der Bahn ist mir das ehrlich gesagt scheissegal. Aber auch wenn ich wirklich sehr auf längere Abende stehe – selbst ich bin mit dem Status Quo längst nicht unzufrieden genug, um auf die Straße zu gehen oder auch nur an einer EU-Umfrage teilzunehmen.

Berichterstattung ist …

… kein Indiz für echte Verhältnisse. Egal wie viel die Medien derzeit über die Zeitumstellung berichten, es bedeutet nicht, dass das das eine große Thema für alle ist. Überhaupt, jetzt sind wir schon bei der Medienerziehung: Wie oft über ein Thema berichtet wird, ist kein Indiz für dessen Quantität. Medien berichten ständig über rechte Mobs – diese spiegeln aber kaum den Alltag der meisten Menschen. Medien berichten ständig über Verbrechen – aber wir leben sicherer als je zuvor. Eine gute Statistik kann eine Aussage treffen, wie sicher wir sind. Die Anzahl von Berichten über Verbrechen nicht. Auch wenn Ihr jeden Tag hört, dass Flüchtlinge dieses oder jenes tun und rechte Mobs dieses oder jenes tun, heißt das nicht, dass es auch wirklich so ist. Die konkreten Beispiele ja, aber daraus abzuleiten, dass man nirgends mehr hingehen kann, ohne von Rechten, Linken, Extremisten oder gar pauschalisierten Flüchtlingen belästigt wird, ist einfach nur schwachsinnig.

Medien berichten über das, wovon sie glauben, dass Ihr es lesen wollt. Schlechte Medien berichten so, wie sie glauben, dass Ihr es interpretieren wollt (Stichwort Blase). Mit ein wenig Medienkompetenz ist das alles scheissegal. Ich für meinen Teil muss nicht befürchten, von Medien manipuliert zu werden. Apropos: Wenn sich hier jetzt irgendwelche Lügenpresse-Vollspacken bestätigt fühlen: Vergesst es. Seriöse Medien, zu denen auch viele der obigen Beispiele gehören, versuchen nicht Euch zu manipulieren. Natürlich geht mal was nach hinten los, natürlich haben Autoren Meinungen, die nicht immer komplett außen vor bleiben, aber die große Verschwörung könnt Ihr vergessen. Schon deshalb, weil es einfach nicht das Selbstverständis eines typischen Journalisten ist. Geld verdienen kann man als Lobbyist, Manager oder Informatiker besser.

Aber nochmal die Zeitumstellung: Auch hier wird viel drüber berichtet – heißt aber nicht, dass es tatsächlich für die Mehrheit der Bürger das große Thema ist. Und da sich – ganz logisch – vor allem Zeitumstellungsquerulanten an so etwas beteiligen, die mit dem Status Quo nicht zufrieden sind, sagen die 80 Prozent überhaupt nichts aus. Im Grunde kann man aus der Umfrage nur wenig herauslesen: Es gibt absolut gesehen viele Menschen, die die Zeitumstellung anpisst – wenn man deutlich weniger als 1 Prozent der Bevölkerung viel findet. Und das gilt besonders für Deutschland.

Zum Abschluss noch zwei Schlagzeilen aus Österreich, die zeigen wie es geht und wie es nicht geht: Die Seite Heute.at titelt: Hat bald jedes EU-Land eine eigene Uhrzeit? Danke Heute.at! Fragen sind immer gute Headlines und hier wird ein Aspekte beleuchtet, der sonst völlig im Hintergrund steht. Die Seite Vol.at titelt: „Europa hat gewählt: Das Ergebnis der Sommerzeit-Umfrage steht fest.“ Europa hat gewählt? Ernsthaft? Und das Ergebnis steht fest? Noch vor dem offiziellen Bericht?? Ganz großes Kino.

Übrigens: All dieser ganze Kram beruhte zudem noch auf Gerüchten/Leaks/inoffiziellen Informationen – einen offiziellen Bericht gab es nicht. Auch das wohl eine Info, die nur die Leser sehen, die es auch wirklich wissen wollen und die ganzen Artikel lesen. Aber wer liest schon einen Artikel, wenn es ihm oder ihr schon vor dem nächsten grausamen Jetlag in vier Wochen graut?

Also gute Nacht! Oder guten Morgen? Verdammt, jetzt bin ich verwirrt. Und müde. Die Frage ist nur: Noch müde, oder schon müde? Dämliche Zeitumstellung …

P.S.: Der Focus hat tatsächlich eine aktuelle und repräsentative Umfrage aus Deutschland im Angebot. Das ist doch mal was.

P.P.S.: Fairerweise sollte ich erwähnen, dass ich persönlich nie ein guter Headline-Schreiber war – zu lang, zu informativ, zu umständlich, zu wenig ködermäßig. Ich bin sicherlich nicht die goldene Mitte, ich mag informative Schlagzeilen. Am besten steht die Kernaussage direkt in der Head. Was gar nicht geht ist dieser ganze Was-dann-geschah-Unsinn nach heftig.co-Manier.

P.P.P.S.: Wenn Ihr noch mehr Gemecker lesen wollt, schaut mal hier vorbei – für etwas seriöse Technik zur Entspannung hier.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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Kommentare

  • Typischer, entschuldigung dämlicher, weil einseitiger Kommentar eines „Nerds“, der schon der Lebenswirklichkeit komplett entrückt ist und den ganzen Kram anders sehen würde, wenn er KINDER wirklich hätte und nicht als Rechtfertigungsgrund diffamieren würde. Dann sieht das Thema Zeitumstellung sehr konkret GANZ anders aus. Aber dazu müsste man ein echtes Leben haben und nicht die Anderen als blöde Weicheier beschimpfen. Und ja wir fliegen jedes Jahr durch mehrere Zeitzonen – mit Kindern !!! („Coole“) Typen wie er, sind die ersten die sich im Flugzeug von Kindern belästigt fühlen, weil man nicht mehr ungestört auf das Tablett glotzen kann. Wenn so Journalismus gehen soll – Nein Danke, das kann ich nicht ernst nehmen! Dumm auch, wenn die EU dann die ganzen blöden Weicheier berücksichtigt. Doof das dann die eigene Toleranz ganz schnell sehr enge Grenzen kennt, weil man plötzlich die Deutungshoheit verliert.

    • Schon lustig, ein laaaanger Artikel zum Thema Medien und hängen geblieben ist nur der kleine Abschnitt über meine persönlichen Zeitpräferenzen …

      Aber es ist schön, mal Engstirnigkeit in Aktion zu sehen. Wer also keine Kinder hat und nicht um 6.00 Uhr aufsteht ist der „Lebenswirklichkeit komplett entrückt“? Schon spannend. Gilt das dann auch für all die kinderlosen Schichtarbeiter? Krankenschwestern, Polizisten, Bahnfahrer, Nachtwächter oder die Spätschicht bei VW? Oder nur für Journalisten mit anderer Meinung? Oh Verzeihung, es muss natürlich KINDER heißen.

      Schon lustig, ich kenne Menschen mit KINDERN, bei denen das kein Problem ist. Und ich war mal KIND – kein Problem. (Im Gegenteil: Einmal im Jahr besonders lange aufbleiben/besonders lange ausschlafen fand ich super.) Und mir hat auch noch nie ein KIND gesagt, dass die Zeitumstellung der Teufel ist. Eltern, ja. KINDER, nein. Verrat mir doch mal lieber: Wie äußert sich denn das Problem? DAS wäre mal eine hilfreiche Information!

      Apropos: Wie macht Ihr das mit den anderen Zeitzonen? Das ist doch derselbe Spaß?! Wenn das sooooo tragisch ist, warum tut Ihr Euch das an? Warum tut Ihr das den KINDERN an? Voll gemein.

      Übrigens: Ich fliege so gut wie nie, besitze kein Tablet und bin garantiert der Letzte, der sich über Kinder aufregt – weil ich sehr viel Verständnis dafür habe, dass es für die Kurzen nicht gerade witzig ist, stundenlang in einer Bahn oder einem Flieger eingefercht zu sein.

      Du meinst, dass “ die EU dann die ganzen blöden Weicheier berücksichtigt.“ Dann lies doch mal den Rest des Artikels und beschäftige Dich mal mit Statistik. Die Aussagekraft dieser Umfrage ist gleich Null – weil nur Menschen wie Du daran teilnehmen, denen der Status Quo nicht passt. Wenn bei einer echten, seriösen, repräsentativen Umfrage 80 Prozent der Menschen gegen die Zeitumstellung wären – bitteschön. Wenn eine repräsentative Umfrage unter KINDERN bestätigen würde, dass Zeitumstellung die Hölle auf Erden ist – bitteschön.

      Aber diese Umfrage ist nunmal ein Witz. Ebenso der Umgang der Medien damit. Und um nichts anderes geht es hier.

      Der einzige Absatz, der bei Dir hängen geblieben ist, ist der mit der Überschrift „Und ich so?“ Das Wort „ich“, die extrem umgangssprachliche Formulierung und die Einleitung „Ich persönlich …“ zeigen ganz klar: Hier steht ein Kommentar. Eine persönliche Stellungnahme. Eine Meinung. Und die sprachlichen Formulierungen zeigen ebenso eindeutig, dass das alles nicht so ganz ernst gemeint ist.

      Da schreibt man also etwas über Medien, die schlecht mit Inhalten umgehen und übersieht, dass viele Konsumenten schlecht mit Medien umgehen können – ist vielleicht doch alles meine Schuld. Aber ich habe eine gute Entschuldigung: Ich bin der Lebenswirklichkeit vollends entrückt – und Danke dafür! Das nehme ich als Kompliment.

      P.S.: In dem einzigen Absatz, auf den Du Dich beziehst, steht sogar drin, dass ich persönlich für die Abschaffung wäre, wenn es auf dauerhafte Sommerzeit hinauslaufen würde …
      Dieser Lovejoy-Reflex ist schon geil.
      „Kann denn nicht ein einziges Mal jemand an die Kinder denken?!“