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RoboRock S5 im Test
Der Roborock S5 überzeugt im Test mit guter Saugleistung.

Roborock S5 im Test – Staubsaugerroboter-Evolution 2.0

Der Roborock S5 saugt nicht nur Eure Bude, er wischt sie auch. Wie sich der smarte Saugroboter in der Praxis schlägt, zeigt unser Test.

Clevere Haushaltshelferlein (erinnert sich noch jemand an Daniel Düsentriebs Helferlein?) haben eine erstaunliche Evolution durchgemacht: Vom rücksichtlos durch die Gegend düsenden Sauger, über den mitfühlenden Mitbewohner mit Stoßsensoren, hat die neueste Generation von Saugern mit mobilen Laserscan Einheiten die Fähigkeit erlangt ihre Umwelt zu „sehen“. Der Roborock S5, ein Investment der erfolgreichen chinesischen Elektronikmarke Xiaomi in ein chinesisches Robotnik-Start-up, entspricht dieser dritten Generation. Neben einer ausgefeilten Navigation ermöglicht ein Zusatztank für Wasser eine Art feuchtes Durchwischen durch die Wohnung. Wie sich der neue Sauger im Test schlägt zeigt dieser Test.

Roborock S5: Erster Eindruck

Der Roborock S5 kommt in einer geräumigen Verpackung mitsamt Ladestation, europäischem Stecker (was ein Vorteil gegenüber den Vorgängermodellen von Xiaomi ist), einer Anleitung, einer Plastikmatte für die Docking Station und einem extra Tank für das Wischwasser. Ein Ersatzfilter liegt ebenfalls bei. Im Gegensatz zum Eufy 30c kommt der Roborock S5 ohne Fernbedienung. Der Fokus liegt ganz klar auf der Bedienung per App. Für Haushalte mit geringer Smartphone Affinität kann diese Entscheidung ein Hinderungsgrund sein.  Nachteilig kann es ebenfalls sein, falls die Cloud irgendwann mal abgeschaltet wird. Dann steht ein unbeweglicher Sauger in der Ecke.

Xiaomi Roborock S5
Beim Design zeigt sich der Roborock S5 recht konventionell (Bild: Xiaomi)

Bei der ersten Inspektion fällt auf, dass der Roborock einen kleineren Saugbehälter hat (lediglich 480ml Füllvolumen), als der Eufy 30c (600ml). Daher muss dieser häufiger gewechselt werden. Im Gegensatz zur Konkurrenz von Anker/Eufy lädt der Roborock S5 jedoch schneller auf, sodass der Sauger bereits nach 2,5 Stunden vollgeladen seinen Dienst antritt.

Steuerung via Xiaomi-Home-2-App – zumindest noch!

Bevor der Sauger seine volle Wirkung entfaltet, muss der Roboter mit dem Wlan verbunden werden und die dazugehörige App (Mi Home 2 – für iOS und Android) installiert werden. Leider geht damit auch ein Benutzerkonto einher. Die Registrierung und Installation der App dauert knappe 5 – 10 Minuten. Bei meinem Roboter musste dann zunächst die Firmware aktualisiert werden, was ebenfalls knappe 10 Minuten dauerte. Diese Hürde kann noch gesenkt werden, da es die Einsatzfähigkeit ab Packung einschränkt.

Die App selbst ist auf Deutsch lokalisiert und lässt sich gut bedienen. Für Sauger-Anfänger empfiehlt es sich jedoch das Erklärvideo (Englisch) zu schauen. In der App wird nach einer Reinigung die Karte angezeigt. Hier kann auch der Sauger bei Bedarf in einen zu reinigenden Bereich gefahren werden. Mittels Drag-n-Drop kann der Kartenausschnitt verschoben und angepasst werden. Hier würde ich mir mehr Anpassungen der Haptik wünschen. Trotz gutem Aufbaus ist die Xiaomi-App zuweilen etwas zickig. Eingaben werden mit etwas zeitlichem Versatz weiter gegeben, daher kommt es manchmal zu Bedienfehlern, die mit einer stärker reagierenden App zu vermeiden gewesen wären.

Xiaomi Roborock App
Die App-Steuerung klappt in der Regel gut, es besteht aber noch Luft nach oben.

Befehle werden mit einer Sprachausgabe (Englisch) kommentiert, was im ersten Moment gern mal für ein Erschrecken sorgt. Die Lautstärke kann dabei variiert und die Sprachpakete über die App ausgetauscht werden. Für Haushaltsmitglieder ohne Zugang zu Smartphone stellt die Sprachausgabe eine sinnvolle Methode dar, um Informationen vom Sauger zum Anwender zu bekommen. In einer zweiten Fassung würde ich mir dennoch eine zusätzliche Fernbedienung wünschen, da nicht für jede Aktion das Smartphone zur Hand sein muss.

Laut Aussagen von Roborock soll da aber bald eine neue App kommen, die sich von Xiaomis Universum entfernt. Es bleibt zu hoffen, dass die Steuerung des Roboters dann weniger hakelig ist. Zudem wäre eine einfachere Nutzerführung sinnvoll. Die Untermenüs könnten aufgeräumter sein und die Optionen einfacher verständlich. Vielleicht sehen wir dann ja auch eine Anbindung an Apples HomeKit.

Roborock S5 im Test: Die Saugleistung

Mit 2000 hPa Saugleistung liegt der Sauger über dem Eufy 30c (1500 hPa). Die Geräuschentwicklung ist dabei moderat und fällt bei Nebentätigkeiten im Haushalt kaum auf. Durch den Laserscan ist der Roborock in der Lage intelligent durch die Wohnung zu navigieren. Hindernisse werden erfasst, Teppiche (sollten sie nicht zu dunkel sein) erkannt. Auch eine Türschwelle mit knapp 1,2cm Höhe wird in unserem Testfall sauber überfahren. Durch die Strategieplanung beim Saugen kann der Roborock S5 einen Raum binnen 20 Minuten tatsächlich säubern. Beim Eufy 30c musste man mehr Zeit mitbringen. Auch der Rückweg zum Dock verläuft nun strategischer als zuvor. Tragen muss man den Roboter wesentlich seltener.

RoboRock S5 im Test
Der Roborock S5 überzeugt im Test mit guter Saugleistung.

Die Wischfunktikon des Roborock S5

Neben der Saugfunktion kann der Roborock S5 auch wischen. Das ist jetzt kein nasses Durchmobben mit ordentlicher Seifenlauge, sondern eher vergleichbar mit einem feuchten Abwischen den Bodens. Gerade bei Allergikern kann jedoch so eine Pollenauflage vom Hartboden entfernt werden. Fürs Wischen muss der Extratank mit Wasser gefüllt und das mitgelieferte Wischtuch getränkt werden. Der Roboter fährt dann seine Bahnen und verteilt das Wasser durch das Wischtuch im Raum. Das Tuch wird nach dem Wischen dann wieder entfernt und kann in der Waschmaschine gewaschen werden.

Das Feature könnte in Zukunft noch interessanter werden, da Neuerungen, wie eine automatische Seifenmischung oder ähnlichem nicht nur den Komfort sondern auch die Anwendbarkeit hinsichtlich des Endergebnisses erweitern können. Zusätzlich wäre eine Schrubb-Funktion eine gute Ergänzung um hartnäckige Verschmutzungen entfernen zu können.

Roborock S5: Verbrauchsware

Im Vergleich zu früher sind Verbrauchswaren wie Seitenbürsten und Laserscan Einheiten nun einfacher zu beschaffen. Nicht nur die Verwandtschaft zum Xiaomi Vac1 sondern auch neuerdings der europäische Vertrieb über Amazon erleichtern den Kauf von Ersatzteilen. Über deren Verschleiß wird man auch in der App informiert. So muss der Filter alle 6 Wochen gewechselt werden, die Seitenbürste je nach Anwendungsfall (im Schnitt jedoch alle zwei Monate).

Roborock S5 im Test: Fazit

Keine Frage, der Roborock S5 stellt eine starke Evolution von Haushaltsrobotern dar.  Mit Laserscan Einheit und Wischfunktion spielt der Roboter in der Spitzenklasse von Haushaltshelfern mit. Preislich gesehen liegt er mit knapp 400 Euro in der Mittelklasse. Die hakelige App mindert den Eindruck, ebenso wie die fehlende Fernbedienung. Die intelligente Navigation hingegen ist ein großes Highlight, das den höheren Preis gegenüber des Eufy RoboVac 30c rechtfertigt.

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Benjamin Mewes

Benjamin Mewes

Technikbegeistert und programmieraffin seit den wilden Jugendtagen (QBasic, Delphi, R, Python, Fortran 77, Java). Heim-Automatisierung mit HomeKit und alles rund um macOS und iOS sind meine Steckenpferde!

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