Angst vor U-Bahn-Schlägern, Kindesentführern und üblen Gegenden? Dann könnte Euch Panic Button für Android gefallen: Die kostenlose App verschickt vorkonfigurierte SMS samt Geo-Daten an voreingestellte Nummern – ganz einfach per An-/Ausschalter. Das geht auch in Panik!

In einer bedrohlichen Situation geht der erste Griff wohl immer zum Smartphone – Hilfe rufen! Screen einschalten, Lock Code eingeben, Telefon-App aufrufen, Nummer wählen … Das dauert und ist nicht immer praktikabel. Wenn irgendwelche Armleuchter gerade andere Mit-Bahnfahrer anpöbeln, haben wohl die meisten Hemmungen, sichtbar mit dem Telefon zu hantieren. Mit Panic Button geht das ohne zu gucken, mit dem Handy in der Hosentasche – einfach per Power-Button.

Funktionsweise von Panic Button

Panic Button (Google Play) ist genau das, ein Panik-Knopf und verschickt vorkonfigurierte SMS-Texte samt Geo-Daten an mehrere Rufnummern. Das ist nicht nur praktisch, wenn Ihr gerade mal wieder als Geisel in der Bank festsitzt und hinter dem Rücken Hilfe holen wollt, sondern auch wenn Ihr in der Wildnis vom Rad fallt und Euch kaum noch bewegen könnt. Auch für Entführungen perfekt: Die Geo-Daten werden fortlaufend verschickt. Aber beschissene Situationen fallen Euch vermutlich selbst ein paar ein, kommen wir zur wunderbaren Lösung.

Zäumen wir das Pferd von hinten auf: Nach der Einrichtung findet Ihr eine total unauffällige Taschenrechner-App – die aussieht wie ein Taschrechner und sich auch so verhält. Um zu den Einstellungen zu gelangen, haltet Ihr eine Ziffer ein paar Sekunden gedrückt und gebt anschließend eine PIN zum Entsperren ein. Wenn jemand Euer Telefon durchsuchen würde, würde er nur einen Taschenrechner finden. Über die Ziffern lassen sich aber auch Notrufe absetzen: Tappt fünfmal kurz hintereinander auf eine Taste – es folgt eine kurze Vibration, dann tappt Ihr nochmal auf die Taste. Aber das ist eher zum Testen praktisch.

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Back- und Frontend nebeneinander – Fremde sehen nur einen normalen Rechner.

Hilferufe blind absetzen

Der eigentliche Trigger geht aber anders: Drückt mehrmals schnell auf den An-/Ausschalter des Smartphones – wieder vibriert es kurz, ein erneutes Drücken verschickt dann die SMS mit Eurem Text und Eurem aktuellen Standort als Google-Maps-Link an die voreingestellten Nummern. Damit das Ganze auch wirklich hilft, solltet Ihr mit den Empfängern natürlich vorher absprechen, in welchen Fällen Ihr das nutzt und was Ihr erwartet.

Die Einrichtung selbst ist ganz simpel, da Euch die App Stück für Stück an die Hand nimmt – und am Ende müsst Ihr auch die beiden Trigger zum Absetzen von Notrufen einmal erfolgreich durchspielen, ansonsten ist die App nicht zufrieden. Einmal eingerichtet, müsst Ihr den Panik-Knopf erst wieder aufrufen, wenn Ihr einen Notruf abgesetzt habt – ansonsten sendet der nämlich fleißig weiter 😉 Ein Dieb oder Entführer könnte die App nicht stoppen und würde fleißig weiter Geo-Daten senden!

Praktisch ist das ganze sicherlich für alle, die sich nachts in der Stadt oder im Wald oder der Bahn nicht sicher fühlen oder regelmäßig durch mäßig symphatische Gegenden laufen müssen. Auch Eltern sollten sich überlegen, ob sie ihren Jüngsten nicht auch einen Panik-Knopf installieren. Durch das simple Drücken einer Hardware-Taste und die Rückmeldung per Vibration, dürfte Panic Button nämlich genau dann gut funktionieren, wenn die Spielerei mit Apps gerade nicht passt – wenn Panik Besonnenheit und ruhige Finger verscheucht.

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Auch in der App-Liste ist Panic Button völlig unauffällig.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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