Im zweiten Teil der Synfig-Serie animiert Ihr ein Objekt an einem Pfad entlang – ganz simpelt Schritt für Schritt.

Im zweiten Teil unserer Synfig-Serie animiert Ihr Objekt so, dass es sich nicht mehr geradlinig von links nach rechts bewegt, sondern entlang eines beliebigen Pfads. Damit könnt Ihr zum Beispiel Bälle über den Boden springen lassen, Figuren zum Tanzen bewegen oder Eurer Animation Sonnenauf- und Untergang spendiern.

Synfig-Serie

Für unsere Synfig-Serie sind zunächst folgende Teile geplant – die fehlenden Links für Teil 3 und 4 folgen, sobald sie fertig sind:

Teil 1: Simple Bewegung – Objekt von links nach rechts und zurück
Teil 2: Objekt über einen Pfad bewegen
Teil 3: Figuren per Skelett animieren

Im ersten Teil findet Ihr auch ein paar Infos zum Open-Source-Programm Synfig Studio sowie zu den Konzepten Tweening und Keyframes.

synfig

Das Ergebnis des Workshops – mit 24 fps und 48 Frames insgesamt.

Und hier die Synfig-Studio-Projektdatei.

Übrigens: Solltet Ihr nur danach suchen, wie man Objekte mit dem Pfad verbindet, die Antwort ist in Schritt 8.

1. Objekt zeichnen

Zeichnet erst mal ein Objekt, beispielsweise einen Stern, bei dem sich eine Drehung erkennen lässt – also keinen Kreis.

synfig

Objekt zeichnen.

2. Pfad-Tool einstellen

Pfade erstellt Ihr mit dem Spline-Tool. Aktiviert es und wählt in den Optionen rechts im Fenster den Layer-Typ „Outline“.

synfig

Spline-Tool einstellen.

3. Pfad zeichnen

Zeichnet einen beliebigen Pfad; um ihn fertigzustellen, klickt auf die „Create Spline“-Schaltfläche.

synfig

Pfad/Spline zeichnen.

4. Objekt komplett markieren

Wechselt zum Transformieren-Werkzeug (Alt-A), markiert den Stern und wählt mit Strg+A alle seine Anfasser/Handles aus.

synfig

Objekt-Anfasser auswählen.

5. Rotationsebene hinzufügen

Ruft nun das Kontextmenü des Stern-Layers auf und fügt einen Rotations-Layer hinzu; dieser sorgt dafür, dass sich das Objekt dreht, während es über den Pfad wandert.

synfig

Rotationsebene erstellen.

6. Objekt gruppieren

Markiet Stern- und Rotations-Layer und gruppiert die beiden.

synfig

Gruppieren.

7. Gruppe markieren

Markiert nun den neuen Gruppen-Layer. Wenn der grüne Anfasser im Arbeitsbereich nicht direkt über Eurem Objekt liegt, zieht ihn mit gedrückter Strg-Taste darüber.

synfig

Gruppenanfasser über Objekt positionieren.

8. Objekt mit Pfad verbinden

Jetzt wird es etwas unübersichtlich, da Ihr Gruppen-Layer, Gruppen-Anfasser, Rotations-Layer, Rotations-Anfasser und Spline markieren müsst, um alles zu verknüpfen:

    Markiert die Gruppe.
    Klickt auf den grünen Gruppen-Anfasser.
    Klickt mit gedrückter Strg-Taste auf den Rotations-Layer, um ihn der Gesamtauswahl hinzuzufügen.
    Klickt mit gedrückter Strg-Taste auf den blauen Rotations-Anfasser.
    Klickt mit gedrückter Strg-Taste auf den Spline-Layer.

Ruft das Kontextmenü des Splines auf, indem Ihr auf die gestrichelte Spline-Linie (nicht auf Anfasser) klickt. Mit „Link to Spline“ wird der ganze Kram nun verbunden.

synfig

5 mal markieren und dann verlinken.

9. Verknüpfung testen

Markiert nun die Gruppe und bewegt den grünen Anfasser – die Gruppe wird sich nur noch über den Pfad bewegen.

synfig

Gruppenanfasser ist am Pfad verankert.

10. Startpunkt der Animation

Wechselt nun in den Animationsmodus (über das kleine Männchen-Symbol rechts unter dem Arbeitsbereich) und zieht das Objekt (Objekt und Rotations-Layer markiert) an den Startpunkt.

synfig

Startpunkt bestimmen.

11. Endpunkt erstellen

Legt nun einen neuen Keyframe an, beispielsweise an Stelle 23, um eine flüssige 2-Sekunden-Animation zu bauen. Anschließend zieht Ihr das Objekt an den gewünschten Endpunkt.

synfig

Keyframe erstellen und Endpunkt festlegen.

12. Exportieren

Wenn der Pfad nicht sichtbar sein soll, entfernt zunächst das Häkchen im Ebenen-Fenster. Anschließend könnt Ihr über File/Render beispielsweise ein animiertes GIF erstellen.

synfig

Beim Exportieren auf die Dateiendung achten!

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, Ex-BSI'ler, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 26 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

Artikel kommentieren: