Was bringt die aufwändige Tastatur-Beleuchtung in der Gaming-Welt? Ist das nur teures Bling-Bling oder steckt mehr dahinter? Auch für Nicht-Gamer interessant :)

Tastatur-Beleuchtung gehört zum Gaming heute einfach dazu, selbst günstige 30-Euro-Modelle können nicht mehr ohne. Aber man kann auch problemlos 180 Euro ausgeben. Aber ist das nur Gimmick, oder bringt das auch irgendetwas Nützliches hervor? Erstaunlicherweise lautet die Antwort ganz klar: Ja! Und zwar auch außerhalb der Zockerei.

Beleuchtung ist nicht gleich Beleuchtung

Zunächst mal muss man unterscheiden, wie ausgeprägt und konfigurierbar die Tastatur-Beleuchtung ist. Billige Tastaturen haben bisweilen einfach nur ein wenig statisches Hintergrundleuchten – den einzigen Nutzen, den man da sehen könnte, wäre die erleichterte Bedienung bei Dunkelheit. Übrigens: Gaming = Blau? Teurere Tastaturen bieten dann irgendwann dynamische Beleuchtung, sprich Effekte wie Lichtwellen, Regen, Atmen, Scanner und so weiter. Auch das ist nur schick und das meist auch nur ein paar Tage lang.

sharkoon tastatur-beleuchtung

Sharkoon Skiller Pro: Statische Beleuchtung – nicht mehr als ein Gimmick.

Oberklasse-Tastaturen, wie auch immer man das nun definieren möchte, bieten letztlich komplett freie Konfiguration. So könnt Ihr Effekte bezüglich Geschwindigkeit, Farbwechseln und betroffener Tasten anpassen. Und das Ganze geht dann häufig auch noch synchron mit weiteren Geräten des selben Herstellers, beispielsweise bei Razer oder Logitech. Und für Spiele wartet hier nun ein erster Nutzen: Teilweise lassen sich Dinge wie beispielsweise Lebensbalken oder Treffer durch Schüsse visualisieren – allerdings ist das nicht wirklich Standard. Bei Razer gibt es sogar einfache Apps für die Tastatur, beispielsweise ein Tic-Tac-Toe-Spiel auf dem Num-Pad – alleid durch beleuchtete Tasten!

razer chroma

Wirklich nützlich ist aber etwas anderes: Die simple Beleuchtung einzelner Tasten, gekoppelt an ein Programm. Logitechs Treibersoftware findet beispielsweise installierte Spiele und lädt Profile herunter. Diese beinhalten eventuell Makros oder dergleichen, vor allem aber auch Beleuchtungskonzepte. Bei Shootern sind meist etwa die Steuertasten ASDF sowie die Aktionstasten, Waffenwahltasten und so weiter beleuchtet. Und das ist nun wirklich hilfreich, insbesondere, wenn man ständig unterschiedliche Spiele zockt. Da kann man schon mal vergessen, welche Taste nun hier die Karte oder dort das Inventory aufruft. Und da Ihr solche Profile einfach selbst anlegen könnt, ist das auch abseits von Spielen großartig.

Tastatur-Beleuchtung abseits von Spielen

Profile funktionieren ganz einfach: Ihr verknüpft einen Profilspeicherplatz mit einem ausführbaren Programm, sprich einer EXE-Datei. Sobald das Programm startet, wird das Profil aktiviert. Wirklich toll ist das zum Beispiel für komplexe Programme wie Office, Bildverarbeitung oder Schnittsoftware. Apropos: Ihr kennt bestimmt die farbigen Tastaturen, die Cutter beim Film nutzen? Das ist letztlich nichts anderes als ein Farbprofil – nur dass die nur eines haben.

corsair

Bei Corsair lassen sich Programme mit Profilen verbinden.

Ein Beispiel: Hier läuft für die Razer BlackWidow X Chroma ein Profil für Gimp, das direkte Tastenkürzel in Blau anzeigt (etwa Skalieren, Bewegen, etc.), SHIFT und zugehörige Tasten in Rot und STRG plus Kürzel in Gelb. Und das könnt Ihr für jedes beliebige Programm konfigurieren. Oder wie wäre es einfach mit 10 Office-Makros auf 10 Tasten, auf denen die ganze Zeit eine Rebenbogenwelle entlang läuft? Ist auch nicht mehr Aufwand.

razer

Razer Chroma: Auch für Gimp & Co. äußerst nützlich.

Beleuchtung kann also wirklich nützlich sein, aber achtet darauf, dass Ihr einzelne Tasten beleuchten und Programme an Profile knüpfen könnt! Aus dem Stegreif können das zum Beispiel folgende Tastaturen/Amazon-Angebote:

  1. Razer Ornata Chroma
  2. Razer BlackWidow X Chroma
  3. Logitech G910
  4. Corsair K95 RGB Platinum
  5. Roccat Suora FX RGB

P.S.: Wenn Ihr große Fans von Lichteffekten seid, lohnt sich der Blick auf die Tasten! Die verbreiteten Cherry-MX-Taster in den diversen Ausführungen sind nicht auf Beleuchtung ausgelegt, es gibt oben lediglich eine kleine LED, die die halbe Taste ausleuchten kann. Manch günstige Gummi-Tasten, aber auch Razer- und Logitech-Eigenentwicklungen können die ganze Taste ausleuchten – und manch einer findet auch das Klickverhalten nicht nur ebenbürtig, sondern besser.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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Tastatur-Beleuchtung: Mehr als nur Gimmick

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