In diesem kurzen Tipp zeigen wir Euch, wie Ihr das Google-Suchprotokoll aufrufen und löschen könnt.

Wer Google und Facebook als „Datenkrake“ beschreibt, kriegt ab sofort auf die Finger. Leider trifft dieser Begriff trotz aller noch so praktischer Gratis-Services vor allem auf Google zu wie auf keinen anderen Dienst. Ihr müsst also nicht glauben, dass das, was Ihr bei Google bekommt, kostenfrei ist: Der Suchmaschinenanbieter merkt sich jede noch so beknackte Suche und trackt Euch dabei fröhlich anhand Eures Logins oder mit Hilfe von Cookies.

Google merkt sich ALLES!

Google führt daher genau Buch darüber, was Ihr so im Web treibt, der Preis für die hübschen Gratisdienste ist die genaue Protokollierung Eures Surfverhaltens. Was? Das glaubt Ihr nicht? Dann surft doch einfach mal die URL https://history.google.com an: Hier listet Euch Google – sofern Ihr angemeldet seid – ein genaues Protokoll Eurer Suchaktivitäten auf. Gruselig, oder?

Google merkt sich einfach alles. Gruselig.

Google merkt sich einfach alles. Gruselig.

Google-Suchprotokoll deaktivieren

Zum Glück gibt es Mittel und Wege, diese Protokollierung der Suchbegriffe einzuschränken: Zunächst könnt Ihr alte Suchergebnisse aus dem Protokoll löschen, umgehend und komplett. Klickt dazu zunächst links im Menü auf „Meine Aktivitäten löschen nach“. Im folgenden Fenster findet Ihr die Möglichkeit, alle bisherigen Suchprotokoll-Daten los zu werden. Wählt im Dropdown-Menü unter „Nach Datum löschen“ den Punkt „Gesamt bisher“ und klickt danach auf „Löschen“. Google „warnt“ Euch jetzt mit ein, zwei Warnfenstern, die Ihr aber alle durch Klick auf „OK“ bzw. „Löschen“ überspringen könnt. Die „Warnung“ besagt, dass Ihr dann schlechter sucht und bla-bla – vergesst es einfach und löscht den blöden Verlauf.

Zunächst solltet Ihr den Suchverlauf löschen.

Zunächst solltet Ihr den Suchverlauf löschen.

Künftiges Tracking einschränken

Nachdem Ihr Euren bisherigen Suchverlauf gelöscht habt, werdet Ihr sehen, dass Google natürlich weiterhin trackt – nur eben ab dem Lösch-Zeitpunkt. Ihr habt also die Wahl: Ab und zu https://history.google.com aufrufen und die gesamte History löschen – oder Google direkt anweisen, dass es nicht so viele Daten über Euch sammeln soll. Das geht am einfachsten über die Aktivitätseinstellungen, die Ihr unter der Adresse https://myaccount.google.com/activitycontrols findet: Hier könnt Ihr einzelne Trackingfunktionen ausschalten, darunter neben den „Web- und App-Aktivitäten“ – das ist Euer Suchverlauf – noch einige andere kleine Spione wie das Google Maps-Tracking „Standortverlauf“, die „Geräteinformation“ oder den „Youtube-Suchverlauf“. An all diesen Punkten könnt Ihr einen kleinen Schalter umlegen, um die Funktion zu deaktivieren.

Kleine Schalter, große Wirkung: Google spioniert deutlich weniger.

Kleine Schalter, große Wirkung: Google spioniert deutlich weniger.

Richtige Anonymität gibt es nicht

Übrigens: Durch den Login bei Google seid Ihr, auch falls Ihr das Tracking deaktiviert, nicht mehr „unsichtbar“: Google sieht Euch und kann Euch im Netz verfolgen! Selbst dann, wenn Ihr einen scheinbar anonymen Proxyserver oder andere vermeintliche Anonymisierungsdienste nutzt. Das gleiche gilt übrigens auch für Facebook, Twitter und all die anderen Dienste, in denen Ihr permanent eingeloggt seid. Die einzige Möglichkeit, sich dagegen zu schützen, ist auf Logins zu verzichten, regelmäßig den Browser-Verlauf zu löschen oder gleich im Inkognito-Modus zu surfen. Am einfachsten ist es natürlich, einen Tor/Onion-Browser zu verwenden, mit dem Ihr Euch im Netz verstecken könnt.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

Artikel kommentieren: