Das iPad ist in Sachen Ladezeit eine echte Katastrophe. Zum Glück gibt es einige Tricks, beim Aufladen von iPhone und iPad den Turbo einzulegen.

Nichts ist lästiger als das Aufladen des iPads. Insbesondere das iPad Pro ist ein Ladezeit-Terrorist und benötigt viele Stunden, bis der Akku endlich 100 Prozent anzeigt. Wirklich viele Möglichkeiten, die Ladegeschwindigkeit zu verbessern, gibt es nicht, es empfiehlt sich jedoch, zunächst die grundsätzlichen Stromspartipps für Apples iDevices zu beherzigen, bevor Ihr Euer iPhone oder iPad an den Strom hängt.

Schnelleres Laden mit dem Flugmodus?

Grundsätzlich ist es sinnvoll, das iPad oder iPhone vor dem Aufladen in den Flugmodus zu versetzen: Dadurch werden Verbraucher wie WLAN, Bluetooth und Mobile Daten deaktiviert. Wo weniger verbraucht wird, muss auch weniger „nachgefüllt“ werden – das Resultat sind schnellere Ladezeiten. Natürlich könnt Ihr noch weitere Verbraucher deaktivieren, etwa die Hintergrund-Aktualisierung, automatische App-Updates oder das regelmäßige Abrufen von E-Mails. Also eigentlich viele Tipps, die beim iDevice die Systemleistung erhöhen oder den Stromverbrauch senken könnt. Manches davon ist sicherlich Voodoo – trotzdem kann es sich lohnen, diese Tricks auszuprobieren.

ipads

iPhones und iPads laden schneller, wenn sie an einem Desktop-Rechner hängen.

Das richtige Netzteil und Kabel verwenden

Im Lauf der Jahre haben wir hier viele iPads gehabt. Manche luden schneller, manche langsamer. Was mir nach dem Kauf des iPad Pro 10,5″ auffiel, war, dass es deutlich langsamer lud als das iPad Air 2 zuvor. Schuld daran war mein Ladesetting: Ich hatte zwar das originale 12-Watt-Netzteil angeschlossen, dabei aber ein Drittanbieter-Lightningkabel verwendet. Und zwar eines ohne MFI-Zertifizierung („Made for iPhone“) mit zwei Metern Länge. Das Resultat waren extreme Ladezeiten – trotz des mitgelieferten Netzteils! Ich habe das Billigkabel gegen das Original getauscht, schon waren die Ladezeiten wieder im Rahmen. Allerdings immer noch relativ langsam, weil das 12-Watt-Netzteil des iPad Pro schlicht unterdimensioniert ist.

Gegebenenfalls stärkeres Netzteil kaufen

Deshalb kann es sinnvoll sein, ein stärkeres Netzteil samt MFI-zertifiziertem längeren Kabel zu kaufen. Wichtig sind dabei vor allem drei technische Angaben: Natürlich die Leistungsangabe in Watt oder, falls die fehlt, die Spannung (Volt) und die Stromstärke (Ampere). Diese beiden Angaben sind auf jedem Netzteil zu finden und geben die Ladeleistung an. Berechnet wird das ganz einfach nach der Formel P = U x I, wobei „P“ die Leistung in Watt ist, die sich aus der Spannung in Volt (U) multipliziert mit der Stromstärke in Ampere (I) ergibt. Findet Ihr zum Beispiel keine Watt-Angabe, könnt Ihr in den technischen Daten des Netzteils oder auf dem Netzteil selbst schauen. Hier findet Ihr zum Beispiel Angaben wie „5 Volt“ und „2,4 Ampere“. Die Berechnung ist denkbar einfach: U x I = P, also 5 x 2,4 = 12 Watt. Je mehr Leistung in Watt herauskommt, desto schneller kann das Netzteil angeschlossene Geräte laden.

Die Angaben auf dem Netzteil verraten die maximale Leistung: Hier sind es 4,8 Ampere bei 5 Volt. Das Netzteil hat zwei USB-Ports. Pro Port sind also 12 Watt drin – genug für zwei iPads.

Die Angaben auf dem Netzteil verraten die maximale Leistung: Hier sind es 4,8 Ampere bei 5 Volt. Das Netzteil hat zwei USB-Ports. Pro Port sind also 12 Watt drin – genug für zwei iPads.

Übrigens: Ich habe mir die Kombi aus Anker 24-Watt-Netzteil und zwei 1,8-Meter-Kabeln mit MFI-Zertifizierung gekauft. Das iPad und das iPhone werden an diesem Netzteil gleichzeitig ausgesprochen flott aufgeladen.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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