Wenn sich das MacOS-Festplattendienstprogramm beim Formatieren anstellt, liegt das nicht an einem Fehler auf Eurem Mac: Schuld ist eine falsche Einstellung.

Apples Festplattendienstprogramm hat mich seit dem Update auf MacOS 10.13 „High Sierra“ in den Wahnsinn getrieben: Sobald ich ein neues USB-Laufwerk – egal ob USB-Stick oder externe Festplatte – anschloss, um sie zu formatieren, gab es kryptische Fehlermeldungen von sich. Dass das Festplatten-Dienstprogramm beim Formatieren zickt, stellte sich dann allerdings als Fehleinstellung in MacOS heraus.

MediaKit meldet: Gerät hat für den gewünschten Vorgang nicht genügend Speicher

Nervig, nervig: Mal meldete das Festplatten-Dienstprogramm, dass eine USB-Festplatte mit 4 Terabyte (!) für den Vorgang „nicht genügend Speicher“ habe, anderntags konnte ein USB-Stick angeblich nicht ausgeworfen werden oder der „Vorgang nicht abgeschlossen“ werden. Das Ende vom Lied: Rotes Ausrufezeichen, „Aktion fehlgeschlagen“. Unter Windows – egal ob als VM oder an einem echten Rechner – ließ sich die Platte oder der Stick hingegen brav für Windiws formatieren. Und das Phänomen trat auch nicht bei allen Laufwerken auf, was die Sache eher erschwerte als erleichterte.

Das Festplatten-Dienstprogramm seit MacOS 10.13 "High Sierra" kann eine üble Zicke sein.

Das Festplatten-Dienstprogramm seit MacOS 10.13 „High Sierra“ kann eine üble Zicke sein.

Die Ursache: Ansichtssache

Nachdem ich mich wirklich lange davor gedrückt hatte, das Problem in Angriff zu nehmen, kaufte ich heute eine neue Time-Machine-Platte. Bei der trat natürlich dasselbe nervige Verhalten zutage. Und dann fiel mir auf, dass das Festplattendienstprogramm beim Formatieren gar keine physikalischen Laufwerke mehr anzeigte. Wenn ich allerdings eine neue Festplatte oder ein USB-Stick am Mac formatieren muss, muss ich nicht das logische, sondern das physikalische Laufwerk einrichten. Ich hielt das immer für eine sehr schlechte Design-Entscheidung seitens Apple, ist es aber nicht: Apple hat das Dienstprogramm einfach standardmäßig auf eine andere Ansicht umgeschaltet. Um die alte Ansicht wieder herzustellen, müsst Ihr einfach oben links im Festplattendienstprogramm-Fenster unter „Darstellung“ auf „Alle Geräte einblenden“ klicken. Standardmäßig in High Sierra zu sehen sind nur die Volumes, also die logischen Laufwerke, nicht jedoch die eigentlichen Datenträger.

Der Grund ist: Ab Werk sind nur noch die logischen Volumes eingeblendet, nicht die physikalischen.

Der Grund ist: Ab Werk sind nur noch die logischen Volumes eingeblendet, nicht die physikalischen.

Festplatte komplett formatieren

Und das war dann auch die Lösung des Problems: Wenn Ihr das Hardware-Laufwerk statt des Volumes auswählt, könnt Ihr die Sticks und Festplatten nämlich ganz einfach im Mac-Format HFS+ oder APFS formatieren. Wichtig ist, dass Ihr dann als Schema „GUID-Partitionstabelle“ und „Mac OS Extended (journaled)“ einstellt. Wenn Ihr eine Platte so formatieren wollt, dass sie auch mit Windows oder Linux arbeitet, wählt Ihr „Master Boot Record“ und „exFAT“ oder „MS-DOS-Dateisystem (FAT)“. Anschließend lassen sich die Laufwerke wieder wie gewohnt einrichten.

Nachdem das physikalische Volume einmal eingerichtet ist, geht auch die Formatierung.

Nachdem das physikalische Volume einmal eingerichtet ist, geht auch die Formatierung.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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