Der CCleaner ist die kostenlose Wunderwaffe gegen Windows-Datenmüll – ein Muss gerade für Nicht-Fachleute.

CCleaner Free ist eines der beliebtesten Windows-Tools überhaupt und kann nur jedem empfohlen sein. Top für Laien, aber hier läuft er auch regelmäßig. Dabei kann der Klassiker noch viel mehr als nur temporäre Dateien löschen. Ein kompletter Rundgang für Einsteiger.

Was macht der CCleaner überhaupt?

CCleaner steht für Crap Cleaner. Und genau das macht die Freeware – temporäre Dateien löschen, Log-Dateien löschen, Cookies, Formulardaten, Autostarteinträge, defekte Registry-Werte und und und. Soll heißen: Er sorgt für mehr Speicherplatz, entfernt lästige Dateien wie Cookies und beschleunigt das System, insbesondere den Start. Hier geht’s zum Download des CCleaner Free.

Tipp: Wir verwenden die englische Oberfläche mit entsprechenden Begriffen – Ihr könnt die Sprache aber über Options/Settings/Language auf Deutsch stellen.

1. Cleaner: Windows

Die Hauptfunktion findet Ihr im Bereich Cleaner. Zunächst geht es an die Windows-/Systemreinigung. Hier findet Ihr etliche Einträge zu Dateien, die im Wesentlichen alle völlig sorglos gelöscht werden können. Ihr braucht keine Angst haben, dass irgendetwas Wichtiges gelöscht wird – hat er in etlichen Jahren der Nutzung nie getan.

Das einzige Häkchen, das Ihr eventuell entfernen solltet, ist das bei Internet Explorer/Saved Passwords, es sei denn, Ihr habt alle Passwörter irgendwo anders notiert und wollt sie wirklich nicht mehr im Explorer haben. Bevor Ihr die Analyse beginnt, wechselt zunächst zum Reiter Applications.

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Windows bietet viele nutzlose Daten zum Löschen.

2. Cleaner: Applications

Bei den Applications findet Ihr wieder etliche Kästchen für unterschiedlicheste Programme. Vor allem werdet Ihr hier Browser und gegebenenfalls Mail-Client finden. Auch hier solltet Ihr darauf achten, dass Passwörter und Formulardaten auch wirklich nur gelöscht werden, wenn Ihr das wollt.

Das Vorgehen beim Cleaner läuft in zwei Schritten ab: Erst klickt Ihr unten auf Analyze und der CCleaner listet alle Dateien auf, die gelöscht werden. Anschließend klickt Ihr auf Start Cleaner, um die Dateien tatsächlich zu löschen.

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Sollen Passwörter wirklich gelöscht werden?

Tipp: In den Schritten 13 bis 15 findet Ihr einige Optionen zum Ein- und Ausschließen von Dateien für die Cleaner-Reinigung.

3. Registry: Registry Cleaner

Im nächsten Abschnitt findet Ihr den Registry Cleaner, der unterschiedlichste, irgendwie problematische Einträge in der Registry-Datenbank findet und löscht. Auch hier sagt die Erfahrung: Kann man getrost laufen lassen, hier passiert gar nichts. Dennoch solltet Ihr auf Anfrage vom CCleaner ein Backup machen. Ihr bekommt dann eine Datei mit der Endung reg, die Ihr danach einfach doppelklicken könnt, um die Änderungen rückgängig zu machen.

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Registry-Arbeit = Sicherung machen.

4. Tools: Uninstall

In der Tool-Sammlung wartet zunächst eine Liste mit Programmen auf Euch, die Ihr deinstallieren könnt. Das Schöne hier: Es ist wesentlich aufgeräumter als in der Windows-Systemsteuerung.

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Programme deinstallieren.

5. Tools: Startup – Autostarts

Das ist wirklich ein Highlight: Im Startup-Bereich könnt Ihr mit einem Doppelklick auf das Yes in der Enabled-Spalte Autostarts verhindern. Am besten sortiert Ihr zunächst nach eben diesen Enabled-Spalte. Im Reiter Scheduled Tasks finden sich weitere Einträge, die Ihr deaktivieren könnt.

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Autostart aufräumen.

6. Tools: Startup – Context Menu

Im Reiter Context Menu findet Ihr eine sehr schöne Funktion für Systeme, die schon lange in Betrieb sind und vieeeeel Software beherbergen. Hier lassen sich nämlich Einträge im Kontextmenü von Dateien und Ordnern entfernen. Schaut mal spaßeshalber das Kontextmenü eines Ordners oder einer Bilddatei an – braucht Ihr das alles?

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Macht das Kontextmenü schlanker!

7. Tools: Browser Plugins

Moderne Browser müssen sich um allerlei Medien kümmern, etwa Videos, Bilder oder PDFs, und daher sind meist allerlei Erweiterungen installiert. Hinzu kommen Dinge, die Ihr selbst hinzugefügt habt, etwa Plugins für Facebook, Twitter oder was auch immer. Natürlich lassen die sich alle auch über den jeweiligen Browser deaktivieren, aber hier geht es wesentlich schneller!

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Firefox sammelt Addons regelrecht …

8. Tools: Disk Analyzer

Mit dem Disk Analyzer untersucht Ihr die Speicherbelegung der installierten Festplatten. Das ist praktisch, um Dateileichen zu finden oder überhaupt zu sehen, wo große Dateimengen liegen. Tipp: Deutlich besser geht das mit WinDirStat.

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Wo liegen die Dateileichen?

9. Tools: Duplicate Finder

Auch hier ist der Name wieder Programm, das Tool findet doppelte Dateien. Standardmäßig sucht der CCleaner nach Dateien mit identischen Attributen, sprich Größe, Name und Datum. Und das auf allen Festplatten. Das kann man so machen, aber vermutlich kommen etliche Systemdateien zum Vorschein und es dauert bei mehreren, großen Festplatten ewig.

Zum Einschränken der Suche könnt Ihr vor allem Festplatten deaktivieren, auf denen Ihr genau wisst, dass es keine Dubletten gibt. Auch lohnt es sich, den Wert bei File size under anzupassen, um etwa nur Dateien ab 10 Megabyte zu finden – der Rest ist oft Kleinkram, der die Mühe kaum wert ist ;). Außerdem lässt sich noch das Kästchen bei Content nutzen, um Dateien gleichen Inhalts, aber mit unterschiedlichen Attributen zu finden – das dauert allerdings wiederum sehr lange.

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Auch doppelte Dateien verschwenden Platzt – mit Bedacht verwenden.

10. Tools: System Restore

Windows legt System Restore Points an, wenn beispielsweise ein neuer Treiber installiert wird. So lassen sich frühere Systemkonfigurationen wiederherstellen. Hier könnt Ihr sie löschen – aber wer weiß, ob man sie nicht nochmal braucht. Den letzten Speicherpunkt könnt Ihr aus Sicherheitsgründen sowieso nicht löschen.

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Windows-Wiederherstellungspunkte könnt Ihr einfach belassen.

11. Tools: Drive Wiper

Der Drive Wiper löscht Festplatten – und zwar sicher, spricht er überschreibt die zu löschenden Daten. Und zwar unwiederbringlich, also: Vorsicht! Eine coole Option ist Free Space Only: Dann überschreibt der Wiper nur die leeren Bereiche von Festplatten. Warum? Weil sich darin von Euch gelöschte Dateien befinden (können), die etwa ein Dieb wiederherstllen könnte. Gerade bei Laptops keine schlechte Idee.

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Freien Platz zu überschreiben heißt mehr Sicherheit vor Datendieben.

12. Options: Settings

Mit den eigentlichen Funktionen war es das jetzt, aber auch einige CCleaner-Einstellungen sind einen Blick wert. Unter Settings könnt Ihr zum Beispiel den Autostart vom CCleaner ein- oder ausschalten. Zudem könnt Ihr die Sprache auf Deutsch einstellen. Die restlichen Optionen solltet Ihr so belassen, insbesondere die Update-Benachrichtigungen – der CCleaner wird ziemlich regelmäßig aktualisiert.

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Autostart? Eher nö. Updates? Auf jeden Fall!

13. Options: Cookies

Der Cleaner löscht ja auch Cookies von Browsern – hier könnt Ihr solche einstellen, die Ihr behalten wollt. Cookies haben einen schlechten Ruf, aber wenn Ihr Seiten häufig nutzt, können sie eben auch eine bessere User Experience bringen, sprich relevantere Inhalte, Vorschläge, Produkte und so weiter.

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Es gibt auch gute Cookies!

14. Options: Include/Exclude

Unter Include und Exclude definiert Ihr Dateien/Ordner, die bei der Reinigung mit dem Cleaner ein- beziehungsweise ausgeschlossen werden sollen. Die Anwendungsfälle, vor allem für das Einschließen, dürften recht rar sein. Auf jeden Fall solltet Ihr vorsichtig sein: Eingeschlossene Ordner werden beim nächsten Cleaner-Durchlauf gelöscht – und sowas vergisst man schnell mal eingerichtet zu haben.

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Individuelle Nicht-/Löschkandidaten.

15. Options: Monitoring

Standardmäßig läuft der CCleaner im Hintergrund und überwacht aktiv das System. Das ist nicht Jedermanns Sache. Wenn Ihr wollt, dass der CCleaner nur dann etwas tut, wenn Ihr das Programm aufruft, deaktiviert Enable Active Monitoring.

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Aktives Monitoring? Muss nicht sein.

16. Options: Advanced

Zu guter letzt gibt es noch den Punkt Advanced, der ein paar interessante Optionen bietet. Zum Beispiel könnt Ihr festlegen, dass nur Mülleimer- und temporäre Dateien gelöscht werden, die älter als 24 Stunden sind – als kleine Vorsichtsmaßnahme. Über die Option Skip User Account Control warning müsst Ihr Euch nicht mehr mit der Admin-Zugriff-Warnmeldung herumschlagen – andererseits: Solche Meldungen gibt es ja nicht ohne Grund.

Die wohl wichtigste Funktion: Über Restore default settings stellt Ihr den Urzustand wieder her.

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Ein wenig Kleinkram – aber nützlicher Kleinkram.

Übrigens: Die Punkte Users und Scheduling haben wir übersprungen, da sie nur in der Bezahl-Version vom CCleaner Funktionen anbieten.

Weitere Artikel zum Thema Windows findet Ihr hier.

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Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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