Android Apps für Nerds & Co.: Der nächste Mate-Händler, Anagram-Löser, Molekül-Betrachter, X-seitige Würfel, RTFM, Metro UI, Pong-Uhr, ASCII-Art-Cam …

Was braucht der Nerd wohl am meisten? Freunde? Nö. Computer? Auch nö. Internet? Ganz kalt. Er braucht Mate. Ohne eine Pulle Mate-Getränk geht gar nichts. Und nein, die App namens Mate ist kein Scherz – und führt die Süchtigen zur nächstgelegenen Abgabestelle. Der Open Source App Store F-Droid bietet aber noch allerhand sonstige schöne Apps, die sich einen dicken Nerds-Only-Stempel verdient haben. Aber auch ein paar einfach nur sehr spezielle Tools haben sich in die Liste geschlichen, wie 3D-Molekül-Viewer, Taschenrechner-Emulator, Pong-Uhr …

1. Matekarte – wo kaufe ich meinen Mate?

Auflistung der nächstgelegenen Mate-Verkaufsstationen – sonst nichts. Sehr effiziente App. Sehr, nützlich. Übrigens: Die App ist ein Client für Matekarte.de.

Auf dem Informatiker-Campus seid Ihr damit der Hit.

2. Androsens – Android-Sensoren testen

Androsens gibt auf schlichtest mögliche Weise die Daten aller Gerätesensoren aus, sprich Audio, Bewegung, Magnetfeld, Licht und so weiter – wer braucht schon eine App um die Daten herum?

Metalldetektor-App? Kompass-App? Belichtungsmesser? Alles Quatsch, die Sensordaten gibt’s auch pur.

3. Antikythera Simulator – antiker Mechanismus auf modernen Smartphones

Der Mechanismus von Antikythera ist ein komplexer Apparat aus der Antike, der allerlei astronomisch-kalendarische Zusammenhänge zeigen kann. Und mit dem Antikythera Simulator bekommt Ihr eine bewegliche 3D-Simulation für’s Smartphone – wie kamt Ihr nur bisher ohne zurecht?

Der Mechanismus von Antikythera – aber das war Euch bestimmt eh klar.

4. AppLocker – Smartphone-Apps für andere sperren

Eigentlich nicht nur für Nerds, auch für alle Smartphone Sharerer, so es denn welche gibt: AppLocker kann alle oder ausgewählte Apps mit Passwortsperre versehen, etwa damit nur Ihr die Furzapp bedienen könnt, nicht Eure Blagen. Scheint allerdings recht buggy, hier will es jedenfalls nicht so recht.

Für Eltern-Nerds: Apps per Passwort schützen.

5. ASCIICam: Fotografieren als ASCII-Kunst

In ASCII ist einfach alles schöner – ASCIICam verbessert die Welt!


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6. Bodha Converter: Konvertieren bis der Arzt kommt

Jeden Morgen dasselbe: Der Tag schleudert Euch eine Dezimalzahl entgegen, Ihr bräuchtet sie aber in binärer, oktaler oder Hex-Notation, die Rechnerei beginnt, ein gebrauchter Tag nimmt seinen Lauf, jeden Morgen. Der Bodha Converter konveritiert all diese Formate hin und her, hat einen schicken Buddah im Logo, ein wenig beruhigendes Grün – und schon startet Ihr reibungslos in den Tag, jeden Morgen.

54 75 74 6F 6E 61 75 74
rockt

7. Debian Kit: Debian unter Android installieren

Es soll Menschen geben, die den Sinn anzweifeln, aber es stimmt wohl doch: Ein Linux neben Android kann einfach nicht schaden. Mit dem Debian Kit spielt Ihr relativ einfach ein komplettes Debian auf Euer gerootetes Android-Gerät – und könnt den Mobilcomputer endlich so nutzen, wie Ihr wollt.

Wo eine CPU ist, ist ein Weg – Debian überall.

8. Easy Dice: Würfeln unter Android

Was habt Ihr heute morgen angezogen? Hose, Jacke, Schuhe? Dann geht zum nächsten Punkt weiter. Die Robe des Meisters mit drei Mana-Zuwachs, die Elfenstiefel mit +18 Bewegung und die Haube der Zuversicht mit zehn Sekunden Schutz vor Vergeltungszaubern? Dann habt Ihr Easy Dice vermutlich schon – ein Sammelsurium unterschiedlichster Würfel, die natürlich auch beliebig kombiniert werden können. Auch gut, wenn in der Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Packung mal wieder nur ein Hundekuchen statt eines werfbaren Zufallsgenerators ist.

Auch gut als Entscheidungshilfe für den Alltag.

9. FTP Server: Der Name ist Programm 😉

Das ist nicht nerdig, das ist praktisch – aber irgendwie vermute ich, mit dieser Ansicht mal wieder allein vor meinem Monochrom-Monitor zu sitzen: FTP Server spendiert Eurem Android-Gerät das gute alte zuverlässige File Transfer Protocol – das mag nicht State of the Art sein, aber wenn mal wieder alles andere versagt, kommen doch wieder alle angekrochen.

Old School – und zuverlässig as hell.

10. Galaxy Zoo: Was ist das Ding da im All?

Der Nerdfaktor steigt, Hobbyastronomen aufgepasst, es wird gewissenschaftlert: In Galaxy Zoo beurteilt Ihr reihenweise Bilder Sonnen, Nebeln, Planeten und dergleichem aus dem All, indem Ihr drei vier Fragen beantwortet – und tatsächlich ist das ein hilfreicher Beitrag zur Auswertung der gigantischen Datenberge. Der Spaßfaktor sinkt aber, schnell.

Rund? Ja. Artefakte? Nein. Diskutieren? Aber sicher.

11. Gears: Räder. Die sich drehen.

Nie wieder ohne! In echt jetzt, die drehen sich – und dienen auf manch einem System als Benchmark, unter Android allerdings nicht, hier ist eh bei 60 fps Ende. Aber hey, sie drehen sich! Gears!

Die bewegen sich, voll ernte.

12. GoldenEye: Webserver auf Sicherheit prüfen 😉

Mit GoldenEye, Ihr ahnt es schon, könnt Ihr testen, ob sich Euer Webserver lahmlegen lässt – Adresse eingeben, attackieren, warten. Beim hiesigen Server war vor allem der letzte Punkt interessant, aber nach fünf Minuten Warterei reagierte der Server immer noch. Vielleicht habt Ihr mehr Glück.

GoldenEye, CCCP, Laser Cannon – hier im Test ist der Pentester aber ziemlich harmlos.

13. Graph 89: Wissenschaftlicher Taschenrechner für moderne Androiden

Was zeichnete noch in den 80ern einen guten Nerd aus? Ihr wisst schon, als sie noch Streber hießen. Natürlich der riesenhafte wissenschaftliche Taschenrechner. Nun ist eine Taschenrechner-App sicherlich super, aber zum Angeben braucht Ihr Graph 89, einen Emulator für alte Geräte. Besonders nerdig: Die App weißt darauf hin, dass Ihr die ROMs erstmal aus Euren echten zu emulierenden Rechnern extrahieren müsst. Lasst mich raten, Ihr macht das jetzt sofort alle nach, was?!

1+1 war noch nie so elegant.

14. Ham: DIE App für Amateur-Funker (glaube ich)

Athmosphärische Bedingungen für Funker – das ist bestimmt total super, aber ich verstehe nur Bahnhof. Aber Amateur-Funker sollt man nie unterschätzen. Ham ftw!

Über Amateurfunkapps sage ich mal lieber nichts Falsches.

15. Manpages: Linux-Handbücher als E-Book-App

Nie wieder Langeweile: Manpages bringt die Linux-Handbücher schick formatiert auf den Androiden – Lesestoff für laaaaaange Zugfahrten. Top-Alternative zur Spiegel-Bestsellerliste.

RTFM, nuff said.

16. Metro UI: Ein Hauch von Windows für Android

Auch Klickibunti hat seine Nerds – aber wer sich Metro UI unter Android installiert, sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Zum dämlichen Kachelkonzept gesellt sich nämlich auch noch eine unbefriedigende technische Umsetzung – aber wenn Ihr Kacheln wollt, da sindse.

Iiiiiiieeeeeehhhhhh.

17. NDKmol: Moleküle betrachten. Weil es geht.

Ohne Molekularbetrachter gehst Du mir nicht aus dem Haus! Ach, das weckt doch Kindheitserinnerungen …NDKmol rockt!

Chemiker und Mikrobiologen haben mir bestätigt, dass das Ding tatsächlich nützlich ist – für Fachleute; für uns andere ist es einfach wunderbar bunt.

18. Null Launcher: Das Nichts als App

Einfach nur großartig: Null Launcher ist für die Android Launcher, was Das Nichts aus der Unendlichen Geschichte für Fantasy-Bösewichte ist. Es ist nichts. Der Null Launcher macht einfach nix. Nur ein Launcher. Der launcht aber nichts. Ist einfach nur da. Ich find’s super.

Endlich nichts.

19. Oscilloscope: Schicke Wellen

Nun, es ist ein Oszilloskop. Und wieder: Viel Spaß damit.

Geräusche in Kurven? Das krempelt meinen Alltag um.

20. Pong Time : Zeit für Pong

Wer eine Vollbilduhr als Pong-Spiel hat, hat definitiv gewonnen – allein dafür sollte man schon Nerd werden.

Mmmmh, der Spielverlauf scheint sich täglich zu wiederholen …

21. Robot finds Kitten: ASCII-Gaming für Nostalgiker

Der Klassiker Robot finds Kitten für Android – ein superinteraktives Textadventure, dass es auch in der Tutonaut-Version im Browser gibt.

Wo die Liebe hinfällt.

22. ShellMS: SMS vom Terminal verschicken

SMS versenden vom Terminal am PC aus? Yep!

SMS aus der Shell – sehr geil.

23. Signal Generator: Ein Generator. Für Signale

Sauber designte App mit der Ihr super präzise Signale generiert. Ja, der Signal Generator piept – aber gekonnt.

Damit dürftet Ihr jeden Hund in den Wahnsinn treiben können – Menschen auch.

24. WiFi Keyboard: Schreiben per WLAN

Und wieder eher nützlich als nerdig: Das WiFi Keyboard erlaubt Euch, Eure PC-Tastatur als Android-Eingabemethode zu nutzen – praktisch, um viele Kontakte anzulegen, längere SMS zu schreiben und dergleichen.

Scheiss auf Touch, hier kommt die Tastatur.

25. Anagram Solver: Anagramme für alle

Lasst Euch bloß nicht bloßstellen: Wenn Euer Chef/Lehrer/Gärtner das nächste Mal von Euch verlangt, Worte aus den Buchstaben eines anderen Worts zu bilden, gibt Euch der Anagram Solver alle Lösungen aus – und schon könnt Ihr mit Kompetenz punkten.

Helferlein für typische Bösewichträtsel.

Und natürlich brauchen alle Menschen, nicht nur Nerds, Cowsay – ohne geht’s einfach nicht.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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